Yannick Heeren und Ralf Rüttgers, die Geschäftsführer von ROOQ (Foto: NRW.BANK/Lokomotiv)

Gründung

Innovation im Boxsport-Training

„Bei uns bekommen die Mitarbeiter Geld dafür, dass sie mit ihrem Chef die Fäuste fliegen lassen“, erklärt Ralf Rüttgers lachend. Der Geschäftsführer der ROOQ GmbH in Aachen steigt nämlich selbst in den Ring, um die Hightech-Innovation des Unternehmens zu entwickeln. Mit einem Sensor, der die Schlaggeschwindigkeit misst, will der ehemalige olympische Boxer und lizensierte Boxtrainer des Deutschen Olympischen Sportbunds zusammen mit seinem Geschäftspartner Yannick Heeren den Boxsport auf ein neues Level heben und ihn digitalisieren. Die Förderbank für Nordrhein-Westfalen hilft ihnen mit dem Darlehen NRW.BANK.Innovative Unternehmen dabei, das Produkt auf den Markt zu bringen.

Die ROOQ-Sensoren tragen die Sportler unter den Boxhandschuhen. Jedes einzelne Hightech-Gerät ist nur so groß wie eine Zwei-Euro-Münze und misst unter anderem Kraft, Geschwindigkeit und Frequenz der Schläge. Parallel werden zwei Software-Portale und eine App entwickelt, um Transparenz für Sportler und Trainer zu schaffen. „Die Schlaggeschwindigkeit ist ein entscheidender Parameter beim Boxen und die Frage, wie ich diese messen kann, hat mich schon vor vielen Jahren beschäftigt“, berichtet Rüttgers. Anfang 2017 entschied er sich, dieser Fragestellung professionell nachzugehen und dafür ein Unternehmen zu gründen.

Der unter den Boxhandschuhen getragene ROOQ-Sensor misst unter anderem Kraft, Geschwindigkeit und Frequenz der Boxschläge. (Foto: NRW.BANK/Lokomotiv) Der unter den Boxhandschuhen getragene ROOQ-Sensor misst unter anderem Kraft, Geschwindigkeit und Frequenz der Boxschläge. (Foto: NRW.BANK/Lokomotiv)

Passendes Darlehen für Unternehmensgründung

„Bei meiner Recherche bin ich darauf gestoßen, dass das Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen bereits ein Patent auf die Berechnung der Schlaggeschwindigkeit besitzt. Also bin ich auf das Fraunhofer Institut zugegangen und nun arbeiten wir seit Mai 2017 an der spezifischen Weiterentwicklung, damit die realen Trainingsbedingungen vollumfänglich erfasst werden können – inklusive des Sparrings.“

Für ihre Gründung benötigten Rüttgers und Heeren Gründungskapital. „Unsere Hausbank hat uns auf das Förderprodukt NRW.BANK.Innovative Unternehmen hingewiesen, das uns mit günstigen, festen Zinsen über die gesamte Laufzeit überzeugt hat“, erklärt Heeren.

Claudia Brendt, Förderberaterin der NRW.BANK führt aus: „Das Besondere an NRW.BANK.Innovative Unternehmen ist, dass wir die Entwicklung und Markeinführung innovativer Produkte auch bei Existenzgründern mit einer Haftungsfreistellung fördern. Hierdurch wird für die Hausbank das Risiko für die gesamte Darlehenslaufzeit minimiert.“

Gezielte Förderung für Innovation

Das Förderprogramm NRW.BANK.Innovative Unternehmen richtet sich an schnell wachsende mittelständische Unternehmen mit hohem Innovationspotenzial. Das Ratendarlehen für Investitions- oder Betriebsmittelfinanzierungen zeichnet sich durch folgende Aspekte aus:

  • Günstige Zinsen
  • 70-%ige Haftungsfreistellung gegenüber der Hausbank
  • Mindestkreditsumme 100.000 Euro

Im Falle von ROOQ kommt das Darlehen für die Forschung und Entwicklung der Hard- und Software sowie für Marketing und Betriebsmittel zum Einsatz.

Großer Markt für Mini-Sensor

2019 wird die Produktion beginnen. „Unser Hightech-Produkt ist ‚Engineered and Made in Germany‘. Zudem kann unsere Technologie im Boxsport, weiteren Kampfsportarten oder beim Fitnessboxen zum Einsatz kommen“, berichtet Rüttgers. Der Markt ist also sehr groß und damit auch das Wachstumspotenzial. „Wir starten in Deutschland, weiteren europäischen Ländern sowie Nordamerika und rechnen damit, schnell zu wachsen. Schon deshalb, weil diese Art der Technologie, also Hard- und Software, eine Weltneuheit ist. Es ist schon eine große Herausforderung als erstes Unternehmen damit am Markt zu starten“, ergänzt Heeren. Er und Ralf Rüttgers gehen davon aus, dass die ROOQ GmbH 2021 bereits 30 Mitarbeiter beschäftigen wird.
 
Stand: 12. November 2018

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