e.GO Mobile AG schöpft Innovationspotenziale aus
Prof. Dr. Günther Schuh in der Anlauffabrik der RWTH Aachen (Bild: NRW.BANK / Christian Lord Otto)

Elektromobilität

Wo Ideen Fahrt aufnehmen

Auf dem RWTH Aachen Campus nehmen Ideen Fahrt auf. Dort entwickelte Prof. Dr.-Ing. Günther Schuh mit Studierenden das Elektro-Stadtauto e.GO Life. Als Ausgründung aus der Hochschule belegt die e.GO Mobile AG nicht nur, dass Elektromobilität bezahlbar ist, sondern zeigt auch, wie in Nordrhein-Westfalen Start-ups Innovationspotenziale ausschöpfen.

„Ideen brauchen ein gutes Innovationsklima in einem erfinderischen, jugendlichen und dynamischen Umfeld – so wie auf dem RWTH Aachen Campus,“, erklärt der Inhaber des Lehrstuhls für Produktionstechnik und Vorsitzender der e.GO Mobile AG Prof. Dr. Schuh. „Hier haben wir 350 Technologiefirmen als Partner vor Ort und über 60 Lehrstühle. Die Luft brennt gewissermaßen vor lauter Ideen auf unserem Innovationscampus. Hier können wir Neues ausprobieren und letztlich zur Marktreife bringen.“

Bezahlbare Elektromobilität für alle

Prof. Dr. Schuh hat bereits gut ein Dutzend Unternehmen aus der Hochschule heraus gegründet. Für Furore sorgte er etwa mit der privatwirtschaftlich organisierten, von der NRW.BANK mit Landes- und EU-Mitteln innerhalb des Programms „Forschung, Innovation, Technologie“ (FIT) geförderten Forschungsinitiative und späteren Ausgründung StreetScooter GmbH. Das Start-up brachte einen elektrischen Kleintransporter zur Serienreife. Die Deutsche Post übernahm 2014 das Unternehmen, um emissionsfrei Pakete in Städten ausliefern zu können. So hatte Prof. Dr. Schuh Zeit, sich seinem jüngsten Projekt zu widmen: bezahlbare Elektromobilität für alle. Starthilfe leistete dabei auch die mit EU- und Landesmitteln errichtete Anlauffabrik auf dem RWTH-Campus.

Prof. Dr. Günther Schuh (Foto: NRW.BANK / Christian Lord Otto

Prof. Dr. Günther Schuh konstruierte mit seinen Studierenden den Elektrowagen von Grund auf neu (Foto: NRW.BANK)

e.GO Life: Praxistauglichkeit statt Reichweite

Das Team konstruierte den Kleinwagen von Grund auf neu – eine konsequent auf Kostenersparnis und Kundenwunsch getrimmte Summe aus einzelnen bewährten wie auch neuen Teilen: Das Chassis wird selbst gebaut, die Karosserie ist aus Kunststoff und Bosch liefert den Antriebsstrang in den Leistungsstufen 20, 40 und 60 Kilowatt. „Neu ist in der Branche, dass wir nicht auf Biegen und Brechen die Reichweite des Fahrzeugs erhöhen wollten“, so Prof. Dr. Schuh. „100 Kilometer reichen im Stadtverkehr.“ Die Vorgabe ermöglichte einfachere, praxistauglichere Lösungen, denn das Entwicklerteam musste weniger Platz und Gewicht für Stromspeicher einplanen. Die Akkus sind innerhalb von drei Stunden mit dem TYP-2-Stecker voll aufgeladen.

Prof. Dr. Günther Schuh (Foto: NRW.BANK / Christian Lord Otto

Mit seiner Karosserie zaubert der e.GO Life den Passanten ein Lächeln ins Gesicht (Foto: NRW.BANK)

Vorzeigefabrik in Sachen Industrie 4.0

Im Sommer läuft die Serienproduktion an. Dafür wurden 30 Millionen Euro in eine neue Produktionsstätte im TRIWO Technopark Aachen investiert – beraten wurde e.GO Mobile dabei von der NRW.BANK und der Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen. Gefördert wurde das Projekt über einen Zuschuss des Regionalen Wirtschaftsförderprogramm NRW (RWP). „e.GO Mobile investiert nicht nur in einen innovativen Umweltaspekt, sondern baut Montage- und Produktionshallen. Gleichzeitig schafft das Team um Professor Schuh 129 neue Arbeitsplätze“, so Claudia Brendt, Förderberaterin der NRW.BANK. „Mit dieser Industrie-4.0-Vorzeigefabrik erfüllt e.GO Mobile alle Bedingungen für eine Förderung aus dem RWP.“

Prof. Dr. Schuh hat keine Zweifel, dass sich e.GO Life auf dem Markt durchsetzt: „Wir haben bereits rund 3.000 Vorbestellungen.“ Die Aufbruchsstimmung in Sachen Elektromobilität wirkt sich auch auf andere mobile Themen in der Kommune aus: So will ein Konsortium, zu dem auch die e.GO Mobile AG und die StreetScooter GmbH gehören, autonomes Fahren in Aachen testen.

 

Stand: 24. Mai 2018

 

e.GO Life im Überblick

Das Auto e.GO Life wurde entwickelt für den Alltag in Städten und Ballungszentren: tagsüber bis über 100 Kilometer unterwegs sein, abends am hauseigenen Strom laden. Dazu genügt eine normale Steckdose in der Garage. Sein hohes Drehmoment sorgt für enormen Fahrspaß. Laut Hersteller ist es so agil wie ein Sportwagen und dabei so praktisch wie ein normaler Kompaktwagen. Als Viersitzer bewältigt es den täglichen Personentransport und ist mit großem Kofferraum praktisch für den Einkauf. Darüber hinaus wurde es besonders sicher konstruiert. Den Kleinwagen gibt es in drei Leistungsstufen: e.GO Life 20, 40 und 60.

Leistungsausführung e.GO Life
20 kW 40 kW 60 kW
Reichweite in der Stadt (km): 104 114 154
Max. Geschwindigkeit (km/h): 116 150 160
Beschleunigung v. 0 auf 50 km/h (Sek.): 6,6 4,1 3,2
Aufladung an Haushaltssteckdose (h): 6 7,5 9,8
Aufladung an Ladesäule (h): 3,1 3,6 4,6

Die e.GO Mobile AG wurde unter anderem gefördert mit dem

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