Prof. Dr. Thorsten Holz, Direktor des Horst Görtz Instituts für IT-Sicherheit an der Ruhr-Universität Bochum, über den Schutz vor Cyberattacken
Prof. Dr. Thorsten Holz, geschäftsführender Direktor des Horst Görtz Instituts für IT-Sicherheit an der Ruhr-Universität Bochum (Bild: Horst Görtz Institut)

Innovation

Wirksam gegen Cyberkriminalität

Betriebsspionage, das Ausspähen von Nutzerdaten und Verstöße gegen den Datenschutz: Mangelndes Vertrauen in die Datensicherheit ist ein Grund, warum viele Unternehmer vor der Digitalisierung zurückschrecken. Prof. Dr. Thorsten Holz, geschäftsführender Direktor des Horst Görtz Instituts für IT-Sicherheit an der Ruhr-Universität Bochum, weiß, wie man sich gegen Angriffe aus dem Netz schützt.

NRW.Symposium zur IT-Sicherheit

Die Digitalisierung ist einer der wichtigsten Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaft. Doch steigen die Risiken durch Cyber-Kriminalität. Wie können sich Unternehmen in Zeiten von Industrie 4.0 davor schützen? Antworten bietet das NRW.Symposium 2017 am 12. Januar 2017 in der NRW.BANK in Düsseldorf. In Vorträgen, einer Talkrunde und verschiedenen Foren befasst sich das Symposium mit der digitalen Sicherheit: Welche Arten von Cyber-Kriminalität gibt es? Wie können Ransomware  – sogenannte Lösegeld-Trojaner – und Industriespionage abgewehrt werden? Wie kann Sicherheit in der Cloud gewährleistet werden? Und welche Schulungsmöglichkeiten gibt es für Mitarbeiter? Keynote Speaker ist der Forscher und Buchautor Dr. Sandro Gaycken. Weitere Information erhalten Sie hier. Die Teilnahme ist kostenlos.

Herr Professor Holz, mit zunehmender Komplexität der IT-Systeme steigen die Risiken durch Cyberkriminalität. Wer ist gefährdet?

Prof. Dr. Holz: Unternehmen mit Alleinstellungsmerkmal sehe ich vorrangig von Wirtschaftskriminalität durch Cyberangriffe bedroht, weil sie häufig über exklusives Wissen verfügen. Das kann der Hersteller eines neuen einzigartigen Medikaments sein wie auch der Dienstleister mit innovativem Prozessmanagement.

 

Wie können sich Unternehmen besser schützen?

Prof. Dr. Holz: Zuallererst müssen die Verantwortlichen das Thema priorisieren. Blockadehaltung nutzt nichts, Aufmerksamkeit hingegen schon. Und: Schutz braucht Struktur. Dazu muss nicht gleich ein kosten- und zeitintensives Informationssicherheitsmanagementsystem implementiert werden, wie Konzerne dies haben. Mit einfachen Konzepten und Plänen zur Prävention und Reaktion können sich Kleinunternehmer bereits wappnen.

 

Wie kann so ein Plan aussehen?

Prof. Dr. Holz: Zuerst sollten die Unternehmen ihren Bedarf für IT-Sicherheit analysieren: Nutzen sie etwa häufig mobile Endgeräte, sollten ihnen die konkreten Risiken ihres Betriebssystems bewusst sein. Auf Basis der Bedarfsanalyse sind alle IT-Komponenten abzusichern, beispielsweise mit regelmäßigen Updates, Firewalls und Backups. Die Beschäftigten müssen Richtlinien erhalten und zum Thema aufgeklärt werden. Ein Beispiel ist die Sensibilisierung für absolute Tabus, zu denen beispielsweise das unüberlegte Öffnen von Phishing-Mails gehört. Wichtig sind aber vor allem auch ausgebildete Mitarbeiter, die die IT-Prozesse kennen und auch steuern können.

 

Im Juli 2015 trat das IT-Sicherheitsgesetz in Kraft. Sind solche juristischen Mittel wirksam?

Prof. Dr. Holz: Das IT-Sicherheitsgesetz hat zum Ziel, Betreiber besonders gefährdeter Infrastrukturen, wie der Energie, Gesundheit oder Telekommunikation, zu verpflichten, ihre Netze vor Cyberangriffen zu schützen. Ein Sicherheitsvorfall kann katastrophale Folgen für viele Menschen haben, vom Stromausfall bis hin zum Ausspähen sensibler Kundendaten. Mit dem neuen Gesetz müssen bestimmte Arten von Vorfällen dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mitgeteilt werden. Das schafft branchenspezifische Lagebilder, die Auffälligkeiten und Querbezüge offenkundig machen und konkrete Gegenmaßnahmen für ganze Industriezweige ermöglichen.

 

Stand: 13. Dezember 2016

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