Bomedus setzt eine selbst entwickelte Elektrotherapie im Kampf gegen chronische Schmerzen ein – nrwbank.de
Die Brüder Tobias und Johannes Weigl gründeten die Bomedus GmbH (Bild: NRW.BANK / Lokomotiv)

Innovation

//Elektrotherapie gegen chronische Schmerzen

Zwölf Millionen Menschen leben nach Angaben der Deutschen Schmerzgesellschaft hierzulande mit chronischen Schmerzen. Das Bonner Start-up Bomedus will ihnen mit seiner selbst entwickelten Elektrotherapie zu mehr Lebensqualität verhelfen. Die NRW.BANK unterstützt das Medizintechnik-Unternehmen über ihre Beteiligung am Life Science Inkubator. Seit 2015 ist sie auch über den NRW.BANK.Venture Fonds direkt bei der Bomedus GmbH engagiert.

Mit ihrer Gründungsidee treffen die promovierten Geschäftsführer der Bomedus GmbH, die Brüder Tobias und Johannes Weigl, im wahrsten Sinne des Wortes den richtigen Nerv. Das „Small Fiber Matrix Stimulation“ (SFMS) genannte Elektrotherapieverfahren kann das Schmerzgedächtnis positiv beeinflussen. Denn das Schmerzgedächtnis sorgt dafür, dass Menschen chronische Schmerzen mit der Zeit stärker empfinden, obwohl sich die organische Ursache dafür nicht verschlimmert. „Unsere Produkte, die mit der SFMS arbeiten, können bei Schmerzen im Rücken und Nacken, der großen Gelenke oder nach Amputationen zum Einsatz kommen“, erklärt der Arzt und Gründer Dr. Tobias Weigl. „Elektroden, die je nach Anwendungsgebiet in Textilbänder oder -westen eingenäht sind, stimulieren mit elektrischen Impulsen die Nervenfasern dicht unter der Haut.“ Bisher war eine solche Art der Therapie zur Reduzierung von Schmerzreizen nur möglich, indem man Elektroden am Rückenmark oder anderen Stellen des zentralen Nervensystems implantierte.

Die Produkte von Bomedus können bei Schmerzen im Rücken und Nacken, an den großen Gelenken oder nach Amputationen eingesetzt werden (Bild: NRW.BANK / Lokomotiv) Die Produkte von Bomedus können bei Schmerzen im Rücken und Nacken, an den großen Gelenken oder nach Amputationen eingesetzt werden (Bild: NRW.BANK / Lokomotiv)

Die ersten Entwicklungsschritte ging Bomedus mit der offiziellen Gründung seit 2012. Fast zeitgleich wurde 2013 mit finanzieller Unterstützung durch den Life Science Inkubator (LSI), an dem die NRW.BANK beteiligt ist, die Arbeitsgruppe „med4life“ gegründet, in der die Grundlagenstudien abgeschlossen und die erste klinische Studie durchgeführt wurden. 2014 erfolgten die erfolgreiche Ausgründung der „med4life“ und der Zusammenschluss mit Bomedus. Mit dem NRW.BANK.Venture Fonds und einem privaten Business Angel fand Bomedus Ende des Jahres 2015 zwei neue Geldgeber, die die bisherige Investorenrunde ergänzen.

Vielversprechendes Potenzial

Mit dem NRW.BANK.Venture Fonds unterstützt die Förderbank für Nordrhein-Westfalen mit individuellen Finanzierungskonzepten unter anderem junge Unternehmen. Damit sollen Voraussetzungen für weiteres Wachstum geschaffen werden, was auch die Beschäftigungszahlen positiv beeinflusst. „Wir haben uns zu diesem Engagement entschlossen, weil wir vom innovativen Potenzial der SFMS-Technologie überzeugt sind“, erklärt Florian Stinauer, der bei der NRW.BANK im Bereich Unternehmens- und Infrastrukturfinanzierung für Life Sciences zuständig ist. „Außerdem ist Bomedus in einem Markt mit großem Wachstumspotenzial aktiv.“

Ihr eigenes Wachstumspotenzial hat Bomedus schon unter Beweis gestellt und ist mittlerweile auf elf Mitarbeiter gewachsen. Mit der Kapitalerhöhung arbeitet das Start-up jetzt daran, die Vermarktung seiner Produkte zu optimieren und neue Einsatzmöglichkeiten für die SFMS zu entwickeln. Dr. Tobias Weigls Forschergeist ruht jedenfalls nicht: „Die Chancen sind vielversprechend, und wir glauben, dass wir zukünftig die Früherkennung von Nervenschäden, etwa als Folge von Diabetes, verbessern könnten.“

Stand: 3. März 2016

Die Bomedus GmbH wurde gefördert mit:

Fördermöglichkeiten für Ihr Vorhaben finden

Ich suche Fördermöglichkeiten für
im Förderthema

Eine vollständige Übersicht der Auswahlkriterien bietet Ihnen die  Produktsuche

Innovation

Dr. Heiko Manninga (Bild: NRW.BANK)

Life Sciences: Private Equity finanziert medizinischen Fortschritt

Mit ihren Innovationen hilft die Life Sciences-Branche unter anderem unheilbare Krankheiten oder Epidemien zu besiegen. Doch ohne den Einsatz von Wagniskapital könnten viele Unternehmen dieser Branche ihre Ideen nicht zur Marktreife entwickeln. Ein Beispiel dafür ist die aus dem Life Science Inkubator hervorgegangene Neuway Pharma GmbH, die mit Venture Capital ihre Wirkstoff-Transport-Technologie für die Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems weiterentwickelt.

Weiterlesen

Innovation

Dr. Andreas Jenne, Vorstand der NEO New Oncology AG (Bild: NRW.BANK)

Erfolgreich mit personalisierter Krebs-Medizin

Allein in Deutschland erkranken pro Jahr 500.000 Patienten neu an Krebs. Bei der Behandlung geht der Trend hin zu personalisierten Therapieempfehlungen, weil sie die Lebenserwartung der Erkrankten verbessern. Dafür muss das Tumor-Genom analysiert werden, wie es die NEO New Oncology AG mit ihrem molekulargenetischen Test NEOplus macht. Diese personalisierte Diagnostik hat das Unternehmen mit Unterstützung des NRW.BANK.Venture Fonds zur Marktreife gebracht. Im Frühjahr erfolgte der erfolgreiche Exit nach nur zwei Jahren mit dem Verkauf an die Siemens Healthineers.

Weiterlesen

Ihre Anfrage

* Pflichtfelder Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers/der Empfänger werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und anschließend gelöscht.

Feedback

Ihre Bewertung der Seite

Haben Sie ein Anliegen und möchten lieber persönlich in Kontakt mit der NRW.BANK treten? Dann nutzen Sie bitte unsere Kontaktmöglichkeiten.