Volle Kraft voraus für die Rheinfähre: mit neuen Maschinen, die leiser, schadstoffärmer und verbrauchsoptimiert arbeiten. (Bild: NRW.BANK)

Innovation

Emissionsarm zum anderen Rheinufer

„Wo du arbeitest, würde ich gern mal Urlaub machen“ – das hört Hajo Schäfer oft, wenn er Besuch an seinem Arbeitsplatz bekommt. Blickt der Kapitän der Rheinfähre zwischen Düsseldorf-Kaiserswerth und Meerbusch durch die Scheiben des Steuerhauses, ist er umgeben von der malerischen Niederrheinlandschaft. Um auf umweltfreundlichem Kurs zu steuern, investierte der Fährbetrieb in leisere, schadstoffärmere Motoren. Unterstützung bekam das Unternehmen dabei von der NRW.BANK.

Schon vor über 800 Jahren gab es zwischen dem heute zu Düsseldorf gehörenden Kaiserswerth und dem gegenüberliegenden Meerbusch eine Fährverbindung. Diese Tradition hält die Rheinfährbetrieb Schäfer GmbH heute noch aufrecht. Hajo Schäfer, stellvertretender Geschäftsführer, ist wie sein Vater Hans ein Fährkapitän mit Leib und Seele: „Ich bin auf dem Rhein großgeworden. Mit zehn Jahren habe ich angefangen, im Betrieb mitzuarbeiten und bin ganz selbstverständlich in die Fußstapfen meines Vaters getreten und Kapitän geworden – und das bin ich nun schon mehr als 25 Jahre.“

Kapitän Hajo Schäfer steuert die Rheinfähre „Michaela II“ zwischen Düsseldorf-Kaiserswerth und Meerbusch (Bild: NRW.BANK) Kapitän Hajo Schäfer steuert die Rheinfähre „Michaela II“ zwischen Düsseldorf-Kaiserswerth und Meerbusch. (Bild: NRW.BANK)

Ein besonderer Beruf

Hajo Schäfer erzählt: „Es ist ein harter Beruf, den man lieben muss. Denn erst kommt immer die Fähre, dann das Privatleben.“ Konkret heißt das: eine Sieben-Tage-Woche und lange Schichten. Außerdem betreibt Familie Schäfer noch das Partyschiff „Maria-Franziska“, auf dem Privatpersonen und Unternehmen Feiern, Empfänge und Konferenzen ausrichten können – sogar geheiratet werden kann an Bord. Zudem bring die „Michaela II“ im Sommer als Kirmesfähre die Besucher der größten Kirmes am Rhein von der Düsseldorfer Altstadt zur Festwiese und zurück. Kleinere Reparaturen oder Wartungsarbeiten müssen nach der letzten Fahrt erledigt werden.

Obwohl die meisten Fahrgäste Touristen und Ausflügler sind, hat die „Michaela II“ immer noch ihren kleinen Kreis an Stammkunden – trotz der Konkurrenz durch die Rheinbrücken. Täglich überqueren ungefähr 70 bis 80 Pendler und an die 100 Schulkinder den Rhein per Schiff.

Ein besonderes Schiff

Gebaut wurde die „Michaela II“ 1993 in Holland. Ausgelegt ist das 44 Meter lange Schiff auf die Beförderung von 26 Pkw oder maximal 250 Personen. Um den Fährbetrieb noch umweltfreundlicher zu gestalten, wurden im Januar 2013 die beiden Hauptmaschinen und der Ersatzmotor – beide von 1993 – gegen neue ausgetauscht. Diese produzieren nicht nur weniger Lärm, sondern auch weniger Emissionen. Insgesamt wurde damit der Schadstoffausstoß um rund 42 Prozent reduziert. Für die rund 250.000 Euro schwere Investition bekam das Unternehmen Unterstützung durch den NRW.BANK.Effizienzkredit, weil es damit voll und ganz einem der Förderzwecke entspricht: der Förderung der Luftreinhaltung und Minderung der Schadstoffemissionen um mindestens 10 Prozent durch Einbau eines neuen Motors bei Berufsbinnenschiffen.

Ein besonderer Kredit

Der NRW.BANK.Effizienzkredit richtet sich an Freiberufler und inländische und ausländische Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden und etwas für den Klimaschutz tun wollen. Wer kein Berufsbinnenschiff sein eigen nennt, kann unter anderem Folgendes mit bis 10 Millionen Euro von der NRW.BANK fördern lassen:

  • Maßnahmen zur Energieeinsparung
  • Vorkehrungen zur Steigerung der Energieeffizienz
  • Verringerung des Einsatzes von Rohstoffen und Wasser
  • Schließung von Stoffkreisläufen
  • Vermeidung oder Verringerung von Abwasser

Für Hajo Schäfer hat sich die Investition gelohnt: „Die neuen Motoren leisten durch geringeren Verbrauch ihren Beitrag dazu, dass wir auf lange Sicht konkurrenzfähig bleiben. Bisher verbrauchte die Fähre bis zu 85.000 Liter Dieselkraftstoff pro Jahr. Nun kommen wir mit circa 70.000 Litern aus. Und mit besserer Luft und weniger Lärm können unsere Gäste die Niederrheinlandschaft noch besser genießen – außerdem profitieren wir ja letztlich alle von mehr Klimaschutz.“

 

Stand: 14. Januar 2020

 

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