Manuela Baier übernahm 2015 in der Eifel ein Hotel – und punkte mit ihrem Konzept und Erfolg beim GRÜNDERPREIS NRW 2017
NRW.BANK-Vorstandsvorsitzender Eckhard Forst (links) und NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart mit Preisträgerin Manuela Baier (Foto: MWIDE NRW/Kolja Matzke)

Preisträger GRÜNDERPREIS NRW 2017: Landhotel Kallbach

„Der Preis hat mir Respekt verschafft“

Unter der Woche sind Geschäftskunden und Messebesucher zu Gast, an den Wochenenden und in den Ferien begrüßt Manuela Baier vor allem Urlauber im Landhotel Kallbach. Außerdem lockt das Hotel mit Kallbach’s Adventure Golf Freizeitsportler in die Nordeifel. 2015 übernahm Baier das Unternehmen und beschäftigt zurzeit 30 Mitarbeiter, darunter acht Auszubildende. Ihr überzeugendes Konzept und Engagement sicherte ihr den 3. Platz beim GRÜNDERPREIS NRW 2017.

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Der GRÜNDERPREIS NRW 2018 wird gemeinsam von der NRW.BANK und dem NRW-Wirtschaftsministerium am 19. November 2018 in Düsseldorf verliehen und ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Die Preisgelder (1. Platz: 30.000 Euro, 2. Platz: 20.000 Euro, 3. Platz: 10.000 Euro) stiftet die NRW.BANK. Weitere Informationen zum Wettbewerb und den Teilnahmebogen finden Sie im Internet unter gruenderpreis.startercenter.nrw – Anmeldefrist: 14. September.

Frau Baier, warum haben Sie sich damals beim GRÜNDERPREIS NRW 2017 beworben?

Meine Hausbank hatte mich auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. Ich habe seit der Übernahme des Hotels viel in unserem kleinen Eifeldorf bewegt und wollte das gerne mal nach außen tragen. Natürlich spielte das ausgelobte Preisgeld ebenfalls eine Rolle.

 

Wie haben Sie den Wettbewerb erlebt?

Es war durchweg aufregend, von der Bewerbungsphase über die Nominierung bis hin zur Preisverleihung. Besonders der Abend der Preisverleihung war spannend! Das war das erste Mal für mich, dass meine Arbeit derart wertgeschätzt wurde – und dann noch von einer so hochkarätig besetzten Jury. Das erlebt man als Inhaberin sonst nicht. Das war schon ein erhabenes Gefühl.

 

Die Preisverleihung liegt nun über ein halbes Jahr zurück. Lässt sich sagen, was der GRÜNDERPREIS NRW für Sie und Ihr Unternehmen gebracht hat?

Neben dem Preisgeld freute ich mich über viel Aufmerksamkeit. Über unsere Auszeichnung wurde mehrfach in der Presse geschrieben, sogar ein WDR-Fernsehteam drehte einen Film. Die durchweg positive Berichterstattung, aber auch die bei der Preisverleihung entstandenen Kontakte haben uns spürbar der Zielgruppe nähergebracht, die unseren Angeboten sehr aufgeschlossenen gegenübersteht. Persönlich empfinde ich seit der Preisverleihung aber auch eine gewisse Genugtuung, denn hier – in der von Männern dominierten Eifeler Tourismuslandschaft – hat man mir als Frau nach der Hotelübernahme drei Monate zum Überleben gegeben. Der Preis hat mir Respekt verschafft. Und wo wir gerade beim Thema sind: Unter den Nominierten war ich die einzige Unternehmerin. Ich möchte insbesondere Frauen ermutigen, sich mit ihrem Unternehmen für den nächsten Gründerpreis zu bewerben. Ob man gewinnt oder nicht: Schon die Teilnahme ist spannend. Es lohnt sich!

Landhotel Kallbach Adventure Golf

Erfolg hat einen Namen: Hotel Haus Kallbach (Foto: Jürgen Ritterbach)

  

Blicken wir zurück auf Ihre Gründung. Warum haben Sie sich selbstständig gemacht?

Nach knapp 30 – sehr reiseintensiven – Berufsjahren in der Textilbranche habe ich in 2013/2014 ein einjähriges Sabbatical genommen, um mir darüber klar zu werden, wo die Reise in der zweiten Lebenshälfte hingehen soll. Es war der Wunsch nach einem festen Zuhause, gepaart mit der Idee, mein über Jahrzehnte aufgebautes Managementwissen für mich persönlich gewinnbringend einzusetzen.

Was macht Ihr Unternehmen, welche Produkte oder Dienstleistungen bietet es? Was ist das Besondere, die Idee?

Als inhabergeführtes 4-Sterne-Hotel haben wir uns während der Woche stark auf Tagungsgeschäft, Business- und Messegäste aus dem Raum Köln fokussiert. Die Ferien und Wochenenden sind von Urlaubern stark frequentiert. Außerdem sind wir in der Region mittlerweile für Familienfeiern, Betriebsfeste und ähnliches sehr bekannt. Dies ist sicherlich eine Besonderheit in meinem Geschäftsmodell, da sich Hotels für gewöhnlich auf eine Kernzielgruppe spezialisieren. Hier sehe ich auch eine unserer stärksten Kompetenzen, denn die Flexibilität zwischen den Ansprüchen der jeweiligen Gästeklientel zeichnet mein gesamtes Team aus.

Kallbach’s Adventure Golf ist 2016 entstanden, um unser Eifeldorf Simonskall über die Region hinaus bekannt zu machen. Der Ticketverkauf findet ausschließlich im Hotel an der Rezeption statt, um so die Frequenz von Restaurantgästen zu erhöhen und unser vielfältiges Hotelangebot zu bewerben.

Landhotel Kallbach Adventure Golf

Traumhafter Blick in den Nationalpark Eifel: Gleich neben dem Hotel enstand „Kallbach's Adventure Golf“ (Foto: Jürgen Ritterbach)

 


Was waren und sind Ihre größten Herausforderungen zu einem erfolgreichen Unternehmertum?

Speziell in meiner Branche ist der Fachkräftemangel ein großes Thema. Darüber hinaus ist Simonskall nicht an das öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen, sodass die Mitarbeiter zwingend über Führerschein und PKW verfügen müssen. Hier haben wir einen deutlichen Standortnachteil gegenüber der Großstadt.

Welche Unterstützungsangebote haben Sie genutzt? Welche waren besonders hilfreich?

Mein wichtigster Berater ist bis heute mein Ehemann Kai. Mit ihm habe ich tage- und nächtelang alle ‚Für-und-wider‘ durchdiskutiert und abgewogen. Auch mein Bruder Alexander – gelernter Bankkaufmann und seit Jahrzehnten selbstständiger Unternehmer – hat mich in der Sourcingphase stark unterstützt. Mit der Sparkasse Aachen habe ich sehr kompetente und engagierte Partner während der Gründungsphase gehabt. Hier wurde ich bestens über Fördermittel, KfW, ERP und weitere Angebote der NRW.BANK aufgeklärt.

In welcher Form engagieren Sie sich gesellschaftlich oder sozial?

Flüchtlingsintegration war und ist ein Thema, das mich stark begleitet. Hier gibt es verschiedene Personen, denen ich die persönliche Integration in Deutschland auf dem Arbeitsmarkt durch mein Unternehmen ermöglicht habe. Leider sind unsere Gesetzgebung und Bürokratie hier noch ein großes Hindernis. Ansonsten unterstütze ich diverse regionale Vereine und Einrichtungen regelmäßig mit Sach- und Geldspenden.

Was ist für Sie der größte Unterschied in Ihrem Arbeitsalltag im Vergleich zu vorher?

Mein Unternehmen ist 365 Tage im Jahr an 24 Stunden geöffnet. Der Gast ist permanent da und fordert mich entsprechend auch fast rund um die Uhr! Darüber hinaus ist die direkte finanzielle Verantwortung für 30 Mitarbeiter nicht mit der Führung von Mitarbeitern im Angestelltenverhältnis zu vergleichen.

Was hat sich sonst noch verändert? Wie bewerten Sie Ihre Lebensqualität?

Ich habe immer noch Chefs über mir; die heißen halt jetzt Bank, Steuerberater und Finanzamt! Mein Lebensstandard war vor meiner Selbständigkeit sehr gut und ist auch heute nicht schlecht. Was ich als verbesserte Lebensqualität sehe ist, dass ich mein Zeitmanagement zu 100 Prozent selbst bestimmen kann. Ich kann meine Hunde jederzeit in den Wald zum Spaziergang begleiten, und das genieße ich tatsächlich sehr.

Welche Vision haben Sie für Ihr Unternehmen? Wo stehen Sie in 15 Jahren?

Ich verfolge einen strategischen Zehn-Jahresplan:

  • Expansion
  • sukzessive Renovierung und Erweiterung des Angebotes
  • Sicherung und Ausbau der Arbeitsplätze
  • Steigerung der Gästezufriedenheit
  • Festigung des Qualitätsanspruches eines 4-Sterne-Hauses
  • Sicherung der Nachhaltigkeit
  • Ausbau des Hotels in die Kategorie 4-Sterne superior, um so in zehn Jahren als Kaufobjekt für große Ketten wie Accor, Novotel, Best Western und ähnliche interessant zu sein, da diese langfristig Flächen auf dem Land zur Expansion benötigen.
 

Stand: 4. Juli 2018

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GRÜNDERPREIS NRW 2018

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„NRW ist das Land der guten Ideen“

Jedes Jahr wagen einige Tausend Menschen in Nordrhein-Westfalen den Sprung in die Selbstständigkeit. Mit völlig neuen Ideen, innovativen Technologien und herausragenden Produkten starten die Gründerinnen und Gründer ins Unternehmertum. Der GRÜNDERPREIS NRW zeichnet die erfolgreichsten jungen Unternehmen aus. Im Gespräch erklärt Claudia Brendt, Förderberaterin der NRW.BANK und Mitglied der Jury, den Wettbewerb und wie Jungunternehmer vom GRÜNDERPREIS NRW profitieren können.

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„Der Preis hilft beim Recruiting von Mitarbeitern“

Green IT Das Systemhaus GmbH wurde 2012 von Thomas Lesser, Jan Schriewer und André Dohm gegründet. Die Dortmunder verstehen sich als Pioniere im Bereich grüner IT-Lösungen, die nicht nur einzelne Services, sondern Green IT als Gesamtpaket anbieten. Rund 100 Mitarbeiter verfolgen das gemeinsame Ziel einer emissionsfreien IT in Deutschland. Das Unternehmen erzielte den 2. Platz beim GRÜNDERPREIS NRW 2017.

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