4 Sterne für die Zukunft
Manuela Baier (Foto: Jürgen Ritterbach)

Gründung

4 Sterne für die Zukunft

Unter der Woche sind Geschäftskunden und Messebesucher zu Gast, an den Wochenenden und in den Ferien begrüßt Manuela Baier vor allem Urlauber im Landhotel Kallbach. Außerdem lockt das Hotel mit Kallbach’s Adventure Golf Freizeitsportler in die Nordeifel. 2015 übernahm Baier das Unternehmen und beschäftigt zurzeit 30 Mitarbeiter, darunter acht Auszubildende.

Frau Baier, warum haben Sie sich selbstständig gemacht?

Nach knapp 30 – sehr reiseintensiven – Berufsjahren in der Textilbranche habe ich in 2013/2014 ein einjähriges Sabbatical genommen, um mir darüber klar zu werden, wo die Reise in der zweiten Lebenshälfte hingehen soll. Es war der Wunsch nach einem festen Zuhause, gepaart mit der Idee, mein über Jahrzehnte aufgebautes Managementwissen für mich persönlich gewinnbringend einzusetzen.

Was macht Ihr Unternehmen, welche Produkte oder Dienstleistungen bietet es? Was ist das Besondere, die Idee?

Als inhabergeführtes 4-Sterne-Hotel haben wir uns während der Woche stark auf Tagungsgeschäft, Business- und Messegäste aus dem Raum Köln fokussiert. Die Ferien und Wochenenden sind von Urlaubern stark frequentiert. Außerdem sind wir in der Region mittlerweile für Familienfeiern, Betriebsfeste und ähnliches sehr bekannt. Dies ist sicherlich eine Besonderheit in meinem Geschäftsmodell, da sich Hotels für gewöhnlich auf eine Kernzielgruppe spezialisieren. Hier sehe ich auch eine unserer stärksten Kompetenzen, denn die Flexibilität zwischen den Ansprüchen der jeweiligen Gästeklientel zeichnet mein gesamtes Team aus.

Kallbach’s Adventure Golf ist entstanden und geplant, um unser Eifeldorf Simonskall über die Region hinaus bekannt zu machen. Der Ticketverkauf findet ausschließlich im Hotel an der Rezeption statt, um so die Frequenz von Restaurantgästen zu erhöhen und unser vielfältiges Hotelangebot zu bewerben.

Was waren und sind Ihre größten Herausforderungen zu einem erfolgreichen Unternehmertum?

Speziell in meiner Branche ist der Fachkräftemangel ein großes Thema. Darüber hinaus ist Simonskall nicht an das öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen, sodass die Mitarbeiter zwingend über Führerschein und PKW verfügen müssen. Hier haben wir einen deutlichen Standortnachteil gegenüber der Großstadt.

Welche Unterstützungsangebote haben Sie genutzt? Welche waren besonders hilfreich?

Mein wichtigster Berater ist bis heute mein Ehemann Kai. Mit ihm habe ich tage- und nächtelang alle ‚Für-und-wider‘ durchdiskutiert und abgewogen. Auch mein Bruder Alexander – gelernter Bankkaufmann und seit Jahrzehnten selbstständiger Unternehmer – hat mich in der Sourcingphase stark unterstützt. Mit der Sparkasse Aachen habe ich sehr kompetente und engagierte Partner während der Gründungsphase gehabt. Hier wurde ich bestens über Fördermittel, KfW, ERP und weitere Angebote der NRW.BANK aufgeklärt.

In welcher Form engagieren Sie sich gesellschaftlich oder sozial?

Flüchtlingsintegration war und ist ein Thema, das mich stark begleitet. Hier gibt es verschiedene Personen, denen ich die persönliche Integration in Deutschland auf dem Arbeitsmarkt durch mein Unternehmen ermöglicht habe. Leider sind unsere Gesetzgebung und Bürokratie hier noch ein großes Hindernis. Ansonsten unterstütze ich diverse regionale Vereine und Einrichtungen regelmäßig mit Sach- und Geldspenden.

Was ist für Sie der größte Unterschied in Ihrem Arbeitsalltag im Vergleich zu vorher?

Mein Unternehmen ist 365 Tage im Jahr an 24 Stunden geöffnet. Der Gast ist permanent da und fordert mich entsprechend auch fast rund um die Uhr! Darüber hinaus ist die direkte finanzielle Verantwortung für 30 Mitarbeiter nicht mit der Führung von Mitarbeitern im Angestelltenverhältnis zu vergleichen.

Was hat sich sonst noch verändert? Wie bewerten Sie Ihre Lebensqualität?

Ich habe immer noch Chefs über mir; die heißen halt jetzt Bank, Steuerberater und Finanzamt! Mein Lebensstandard war vor meiner Selbständigkeit sehr gut und ist auch heute nicht schlecht. Was ich als verbesserte Lebensqualität sehe ist, dass ich mein Zeitmanagement zu 100 Prozent selbst bestimmen kann. Ich kann meine Hunde jederzeit in den Wald zum Spaziergang begleiten, und das genieße ich tatsächlich sehr.

Welche Vision haben Sie für Ihr Unternehmen? Wo stehen Sie in 15 Jahren?

Ich verfolge einen strategischen Zehn-Jahresplan:
– Expansion
– sukzessive Renovierung und Erweiterung des Angebotes
– Sicherung und Ausbau der Arbeitsplätze
– Steigerung der Gästezufriedenheit
– Festigung des Qualitätsanspruches eines 4-Sterne-Hauses
– Sicherung der Nachhaltigkeit

Ausbau des Hotels in die Kategorie 4-Sterne superior, um so in zehn Jahren als Kaufobjekt für große Ketten wie Accor, Novotel, Best Western und ähnliche interessant zu sein, da diese langfristig Flächen auf dem Land zur Expansion benötigen.


Stand: 26.10.2017

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