Umweltfreundliche Wildkrautbeseitigung ohne Chemie
Robert Bosch, Bernd Boßmann (Foto: Kersten Arealmaschinen GmbH)

Gründung

Umweltfreundliche Wildkrautbeseitigung ohne Chemie

Wenn Firmen aufgeben, kann das den Beginn einer neuen Erfolgsgeschichte bedeuten. So war es bei Robert Bosch und Bernd Boßmann, die nach der Insolvenz ihres Arbeitgebers 2014 Unternehmensanteile übernahmen und die Kersten Arealmaschinen GmbH gründeten. 51 Mitarbeiter entwickeln und produzieren in Rees am Niederrhein Geräte und Maschinen zur umweltfreundlichen Pflege von Grünflächen und Wegen.

Herr Bosch, Herr Boßmann, warum haben Sie sich selbstständig gemacht?

Wir machten aus der Not eine Tugend. Denn wir übernahmen als ehemalige Angestellte einen Teil eines insolventen Unternehmens, in dem wir zuvor als Entwicklungsleiter und Vertriebsleiter beschäftigt waren. Da uns der Job nicht nur viel Spaß machte, sondern wir auch mit viel Herzblut bei der Sache waren, gab es für uns zwei Möglichkeiten: Getrennte Wege gehen oder gemeinsam den Maschinenbau weiterzuführen.

Was macht Ihr Unternehmen, welche Produkte oder Dienstleistungen bietet es? Was ist das Besondere, die Idee?

Wir fertigen Maschinen zur Pflege verschiedenster Grün-Areale, befestigter Flächen, von Wegen und Parkanlagen. Ein Schwerpunkt ist die chemiefreie Wildkrautbeseitigung, denn schon früh erkannten wir den Bedarf für umweltfreundliche Verfahren. Hinzu kommt, dass unsere Maschinen, im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern, mit der Herkunftsbezeichnung „Made in Germany“ am Standort Rees komplett gefertigt und assembliert werden. Daher sind wir extrem flexibel und unabhängig von Zulieferfirmen.

Was waren und sind Ihre größten Herausforderungen zu einem erfolgreichen Unternehmertum?

Die größte Klippe ist immer noch die Weiterentwicklung der Organisationsstruktur. Denn in einem Fertigungsbetrieb wie dem unseren sind IT-gestütztes Arbeiten und moderne Geräte unabdingbar. So haben wir schon vor einiger Zeit kräftig in neue Fertigungsmaschinen investiert, die dem heutigen Stand der Technik entsprechen, wie eine Laserschneidanlage, einen Schweißroboter, CNC-Dreh- und Kantbänke. Mittlerweile gibt es eine zentrale, IT-gestützte Auftragssteuerung mit Displays an jedem Arbeitsplatz. Der Produktionsablauf ist dadurch zu jeder Zeit für alle Abteilungen sichtbar. Änderungen an den Geräten, zum Beispiel in der Farbgebung, können so in Echtzeit umgesetzt werden. Die rechtzeitige Auslieferung der Maschinen wird so punktgenau erreicht. Wir ruhen uns aber nicht auf unseren Erfolgen aus, sondern optimieren die Abläufe immer weiter, wobei unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der entscheidende Faktor sind.

Welche Unterstützungsangebote haben Sie genutzt? Welche waren besonders hilfreich?

Wir bedienen uns verschiedener externer Berater, mit denen wir regelmäßig analysieren, an welcher Stelle wir unser Unternehmen verbessern können.

In welcher Form engagieren Sie sich gesellschaftlich oder sozial?

In unserem Unternehmen geben wir vier schwerbehinderten Menschen einen Arbeitsplatz, darüber hinaus kooperieren wir mit der „Lebenshilfe Unterer Niederrhein e.V.“, indem wir den Menschen dort Praktika außerhalb der „Lernwerkstatt“ anbieten.

Was ist für Sie der größte Unterschied in Ihrem Arbeitsalltag im Vergleich zu vorher?

Neben der erweiterten Entscheidungsfreiheit ist auch die Verantwortung gegenüber uns und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern enorm gestiegen.

Was hat sich sonst noch verändert? Wie bewerten Sie Ihre Lebensqualität?

Gerade in der Anfangsphase haben wir viel Zeit in den Aufbau unseres neuen Unternehmens investiert. Diese fehlte dann im privaten Bereich. Daher war es umso wichtiger, dass Familie und Freunde hinter uns standen. Mit stetiger Entwicklung der Unternehmensstruktur und Abläufe relativierte sich dieses Zeitproblem jedoch spürbar.

Welche Vision haben Sie für Ihr Unternehmen? Wo stehen Sie in 15 Jahren?

Wir möchten uns in einem gesunden Maße als Unternehmen weiterentwickeln. Hierbei legen wir unser Augenmerk auf die Entwicklung und Fertigungsprozesse, um uns am Standort Deutschland zu festigen. Wir sind nicht daran interessiert, unsere Produkte am anderen Ende der Welt fertigen zu lassen, um sie dann gegebenenfalls hier nur noch zusammenzubauen. Und natürlich wollen wir weiterhin innovativ sein. Die Marktführerschaft in unserer Branche ist zwar ein hehres Ziel, aber mit unserer Willenskraft, guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und innovativen Ideen sind wir auf dem besten Weg.

 

Stand: 26.10.2017

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