Feldarbeit mit Stromanschluss: Ein Prototyp des Start-ups CropZone auf einem Traktor. (Bild: CropZone)

Hilfe für Gründer in der Pandemie: NRW.Start-up akut

Strom für den Acker

Das Start-up CropZone aus Aachen hat ein innovatives Verfahren entwickelt, mit dem Landwirte auf Pestizide verzichten können. Durch die Corona-Pandemie geriet das junge Unternehmen unter Druck, die laufende Finanzierung zu sichern. Um Gründern, die durch die Pandemie wirtschaftlich beeinträchtigt sind, zu helfen, hat die NRW.BANK das Programm „NRW.Start-up akut“ gemeinsam mit dem Land aufgelegt. CropZone ist eines der ersten Unternehmen, die es nutzen.

Das Start-up aus Aachen ging erst Ende 2019 an den Start. Die Corona-Krise hat es dank des Wandeldarlehens NRW.Start-up akut bislang gemeistert. (Bild: CropZone)

Das Unternehmen aus Aachen hat ein System entwickelt, Ackerunkräuter mit Strom zu bekämpfen. „Die Idee, Äcker elektrisch zu behandeln, ist nicht neu“, sagt Dirk Vandenhirtz, CEO von CropZone. „Aber bislang bedeutete das einen hohen Energieverbrauch und einen großen CO2-Fußabdruck für die Landwirte.“ CropZone hat einen Weg gefunden, das Unkraut vor der Strom-Behandlung mit einer mineralischen Flüssigkeit leitfähiger zu machen. „Es handelt sich um ein zugelassenes Düngemittel, das auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden kann“, erklärt der Biologe.

Rettende Förderung

Die Idee kommt auf dem Markt gut an. Obwohl erst Ende 2019 gegründet, hatte CropZone bereits volle Auftragsbücher. „Wir hatten ausreichend Industrieaufträge, um in den nächsten drei Jahren zu wachsen“, sagt Vandenhirtz. Doch dann kam Corona – und ein großer Auftrag wurde um mindestens drei Monate verschoben. „Dadurch hat sich eine Finanzierungslücke aufgetan, die wir durch Kosteneinsparungen nur schlecht hätten ausgleichen können.“ Denn für das Start-up liefen die Kosten auch in der Corona-Zeit weiter: Bereits angemeldete Patente mussten bezahlt, Vorversuche für den Produktlaunch finanziert werden. In dieser Situation hörten die Gründer vom Programm „NRW.Start-up akut“, das die Förderbank für Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem NRW-Wirtschaftsministerium neu aufgelegt hat.

 

„Das war wirklich unsere Rettung. Ohne die Förderung hätten wir uns stark einschränken müssen, und unser Produktionsstart wäre um zwölf Monate nach hinten gerutscht“, sagt Gründer Vandenhirtz. Das Wandeldarlehen sei unkompliziert gewährt worden: „Wenn man sich vorstellt, dass wir in dieser Lockdown-Zeit gerade alle im Homeoffice waren und keiner so eine Situation zuvor erlebt hat, war das eine beachtliche Leistung auf beiden Seiten.“

Unterstützung für innovative Unternehmen

Michael Stölting, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK, sieht in der schnellen Hilfe für Gründer eine der wichtigsten Aufgaben in der aktuellen Corona-Krise: „Gerade Start-ups brauchen jetzt unsere Unterstützung. Diese jungen Unternehmen können nicht auf große Rücklagen zurückgreifen, ihr Geschäftsmodell ist oft noch nicht völlig ausgereift und der Zugang zu Bankkrediten für sie erschwert. Hier sind wir als Förderbank für Nordrhein-Westfalen gefragt, Start-ups mit guten und erfolgsversprechenden Ideen unbürokratische Hilfe zu bieten.“

 

Gefördert werden mit „NRW.Start-up akut“ innovative Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen mit hohem Wachstumspotenzial, die nicht älter als drei Jahre sind, bis zu 200.000 Euro über eine Laufzeit von sechs Jahren. Die Finanzierung in Form eines Wandeldarlehens ist endfällig und unbesichert und gilt dadurch als eigenkapitalstärkendes Instrument. Neben einem Liquiditätszufluss für das Unternehmen bietet das Darlehen für die NRW.BANK die Option, es künftig mit dem Eintritt eines Investors in Geschäftsanteile zu wandeln. Darüber hinaus wird das Unternehmen in der akuten Krise nicht durch vorzeitige Zins- und Tilgungszahlungen belastet, hat aber andererseits jederzeit die Möglichkeit der vorzeitigen kostenfreien Rückzahlung.

Marktpräsentation angepeilt

CropZone hat die Unterstützung durch die NRW.BANK in der Spur gehalten. „Wir können jetzt weiter daran arbeiten, unsere Produkte zu verbessern und uns mit Landwirten aus NRW zu vernetzen“, sagt Vandenhirtz. Nächstes Etappenziel ist die Agritechnica-Messe 2021: „Da wollen wir unsere Systeme dem Markt vorstellen.“

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