Personal MedSystems bietet Herzpatienten mehr Sicherheit
CardioSecur revolutioniert die kardiologiosche Diagnostik (Foto: CardioSecur)

Venture Capital

Eigenkapital für das EKG aus der Hosentasche

Eine gute Geschäftsidee allein macht noch kein erfolgreiches Unternehmen. Ein fachlich versiertes Team muss her – und vor allem ausreichend Kapital. Bereits in der dritten Auflage des NRW.BANK.Venture Fonds stellt die NRW.BANK innovativen Firmen das notwendige Eigenkapital zur Verfügung, mit dem sie auf Wachstumskurs gehen können. Zum Beispiel dem Medizintechnik-Unternehmen Personal MedSystems aus Köln.

Das ist doch wieder einmal typisch: Nach langem Warten auf einen Termin steht man endlich im Sprechzimmer des Arztes – und die Beschwerden haben sich in nichts aufgelöst. „Besser wäre es doch, genau dann zu diagnostizieren, wenn die Symptome auftreten“, überlegte Felix Brand, Mitgründer der Personal MedSystems GmbH, und dachte dabei vor allem an Patienten mit Herzbeschwerden.

Felix Brand von Personal MedSystems (Foto: CardioSecur) Felix Brand hilft mit seinem Start-up Herzpatienten bei der Diagnostik (Foto: CardioSecur)

Mehr Lebensqualität für Herzkranke

Seine Lösung: ein mobiles, 50 Gramm leichtes EKG-Gerät für die Hosentasche. Damit kann der Besitzer mithilfe des Smartphones selbst seine Herzströme messen, aufzeichnen und kontrollieren. „Unser Gerät gibt sogar eine Empfehlung darüber ab, ob der Betroffene sofort ärztliche Hilfe aufsuchen sollte“, so Brand. Der 44-Jährige ist sich sicher: „CardioSecur“ sorgt für mehr Sicherheit im Alltag der Herzkranken – und damit auch für mehr Lebensqualität. Doch der kleine Hightech-Sensor kann noch mehr: Via Smartphone lädt das Gerät die aktuellen EKG-Daten auf eine gesicherte Medizin-Plattform hoch. Brand: „So kann auch der Arzt mit dem Einverständnis des Patienten einen Blick darauf werfen und einschätzen, wie gefährlich die aktuelle Situation ist.“

Venture Fonds fördert Zukunftsbranchen

„Mit seinem Produkt liegt Personal MedSystems genau im Fokus unseres Venture Fonds“, sagt Florian Stinauer, Investmentmanager der NRW.BANK. Neben Unternehmen aus der Medizintechnik werden mit dem Eigenkapital aus dem NRW.BANK.Venture Fonds auch Firmen aus anderen Zukunftsbranchen gefördert: aus der Informations- und Kommunikationstechnologie und der Biotechnologie, aber auch aus den Bereichen Cleantech, Mikrosystemtechnik und Werkstoffwissenschaften. Mit Erfolg: Ende 2017 wurde der NRW.BANK.Venture Fonds bereits zum dritten Mal aufgelegt. Insgesamt 100 Millionen Euro stehen jungen Unternehmern nun zur Verfügung. Die NRW.BANK knüpft an ihre Direktbeteiligung, die maximal 49 Prozent der Firmenanteile umfasst, jedoch drei Voraussetzungen:

 
  • Das zu finanzierende Unternehmen hat seinen Sitz oder zumindest seinen wirtschaftlichen Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen.
  • Die Planungen sagen einen positiven operativen Cashflow innerhalb der nächsten drei Jahre voraus.
  • Mindestens ein weiterer Investor stellt ebenfalls Kapital zur Verfügung.
 

Jedes Unternehmen kann aus dem NRW.BANK.Venture Fonds maximal zehn Millionen Euro Wagniskapital einsammeln, verteilt auf mehrere Finanzierungsrunden. Damit kann es zum Beispiel seine Produkte weiterentwickeln, die Markteinführung finanzieren, den Vertrieb auf- beziehungsweise ausbauen oder die Produktionskapazitäten erweitern. „In der Regel dauert unser Engagement zwischen drei und sieben Jahre“ so Investmentmanager Stinauer.

Die Werte werden automatisch via Smartphone erfasst (Foto: CardioSecur)

Aufbau einer Messdatenbank

Seit Ende 2016 ist der NRW.BANK.Venture Fonds auch am Medizintechnik-Unternehmen Personal MedSystems beteiligt. „Das Kapital wird vor allem dafür eingesetzt, CardioSecur beim Endanwender stärker ins Bewusstsein zu bringen“, erläutert Stinauer. So mussten die Kölner den Webshop aufbauen, eine Marketingstrategie entwickeln und umsetzen und ihr Personal aufstocken. Das inzwischen 20-köpfige Team arbeitet zudem an den nächsten Entwicklungsschritten, beispielsweise an einer kabellosen Variante oder an Langzeit-EKGs. Darüber hinaus will Gründer Felix Brand eine Messdatenbank aufbauen. „Jeder Kunde nimmt im Durchschnitt elf Messungen pro Monat vor. Somit kommt jährlich eine sehr große Fülle an Werten zusammen, die anschließend analysiert und hinsichtlich gesundheitlicher Probleme eingeschätzt wird“, erläutert er. Sammelt man die Daten der gesamten CadioSecur-Nutzer, könnte ein System entstehen, das die Symptome eines Herzinfarkts erkennt – und zwar bevor er eintritt.

 

Stand: 2. Mai 2018

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