Alles andere als von der Stange: Wer mittelalterliche Bauten restauriert, muss auch mittelalterliche Techniken beherrschen (Foto: Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld e.V)

Handwerkerausbildung

Engagement und Kompetenz für historische Bauwerke

Der Brand im Dachstuhl des weltweit bekannten Kulturdenkmals Notre Dame in Paris im April 2019 hat nicht nur weltweite Anteilnahme hervorgerufen, sondern auch vor Augen geführt, dass es europaweit an Fachkompetenz für mittelalterliche Handwerkstechniken fehlt. Die Förderung der NRW.BANK setzt genau hier an.

Die erforderlichen Restaurationen setzen hohe und sehr spezielle Anforderungen und Erfahrungswerte der Akteure voraus. Diese sind jedoch selbst europaweit nur noch bei wenigen, handverlesenen Experten zu finden. Eine Situation, die einen schnellen Wiederaufbau der Kathedrale verzögern könnte. Um die französischen Kollegen nachhaltig unterstützen zu können, setzt das Handwerk in Nordrhein-Westfalen gezielt auf die Themen Fachkompetenz und Wissensvermittlung.

Gezielte Projektförderung

Die NRW.BANK hat mit einer gezielten Projektförderung die bestehenden Wissenslücken geschlossen. Ziel war es, neben der Hilfe vor Ort einen weiteren, nachhaltigen Effekt auf der Basis des Förderauftrags der Bank zu entwickeln. Das geplante Engagement fokussierte sich schnell auf die Förderung der Fachkompetenz von Handwerkern in NRW. Als Partner wurde die renommierte Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld e.V. gewonnen, die mit dem Schulungsschwerpunkt in den Bereichen Handwerkskultur und Denkmalpflege auf über 40 Jahre Erfahrung zurückblickt. Damit hat sich die Akademie zu einem Kompetenzzentrum für das restaurierende Handwerk entwickelt.

Historisches Fachwerk erfordert historische Handwerkskunst (Foto: Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld e.V) Historisches Fachwerk erfordert historische Handwerkskunst (Foto: Akademie des Handwerks Schloss Raesfeld e.V)

Traditionelles Handwerk

Die Anforderungen an die Restauratoren historischer Bauwerke wie Notre Dame sind so außergewöhnlich wie anspruchsvoll. Die im neuen Studiengang der Akademie „Restaurator im Handwerk“ vermittelten Kenntnisse unterscheiden sich teils erheblich von den Anforderungen im modernen Bauhandwerk. Standards und normierte Fertigungen, heute eher Grundlage aktueller handwerklicher Ausrichtung, treten in ihrer Bedeutung in den Hintergrund. Individuelle Einzelprojekte in der kompletten Bandbreite handwerklicher Techniken stellen eine besondere Herausforderung für Planung und Durchführung dar. Das Mauern von Natursteinen und Gewölben, das Schmieden alter Verbindungstechniken, maßgenaue Steinmetzarbeiten sowie traditionelle Holzbearbeitungen sind nur einige Beispiele traditioneller Handwerkskunst, die heute kaum noch im Fokus handwerklicher Ausbildung stehen.

Gruppenbild (v.l.): Dipl.-Ing. Eckhard Zurheide (Akademie-Geschäftsbereichsleiter Denkmalpflege), Matthias Heidmeier (Hauptgeschäftsführer Westdeutscher Handwerkskammertag (WHKT), Düsseldorf), Eckhard Forst (Vorsitzender des Vorstands der NRW.BANK), Dr. Ursula Baumeister (Akademieleiterin) und Hans Hund (Präsident der Handwerkskammer Münster und des WHKT, Düsseldorf) (Foto: NRW.BANK) Gruppenbild (v.l.): Dipl.-Ing. Eckhard Zurheide (Akademie-Geschäftsbereichsleiter Denkmalpflege), Matthias Heidmeier (Hauptgeschäftsführer Westdeutscher Handwerkskammertag (WHKT), Düsseldorf), Eckhard Forst (Vorsitzender des Vorstands der NRW.BANK), Dr. Ursula Baumeister (Akademieleiterin) und Hans Hund (Präsident der Handwerkskammer Münster und des WHKT, Düsseldorf) (Foto: NRW.BANK)

NRW als Kompetenzstandort

Der neue Studiengang gliedert sich in zwei Teile. Im ersten Teil gibt es gewerkeübergreifende und gewerkespezifische theoretische Schulungen. In einem zweiten, praxisbezogenen Teil werden historische Techniken beispielhaft erläutert und unter fachkundiger Leitung durch die Teilnehmer durchgeführt. Dieser praxisbezogene Teil erfolgt mit Hilfe der Förderung der NRW.BANK im Rahmen einer 15-tägigen Schulung in Raesfeld. Angedacht ist zum Abschluss ein Einsatz auf der Baustelle der Notre Dame. Hier arbeiten die Absolventen unter fachkundiger Anleitung an den im Detail noch zu planenden Teilprojekten. Das Praktikum hoch über den Dächern von Paris sorgt für einen Wissenstransfer von hoher Qualität.

Nachhaltiger Ansatz

Die Unterstützung der NRW.BANK in Höhe von 50.000 Euro ist ein Beispiel für den nachhaltigen Ansatz ihrer Förderung: Sie hilft konkret und unterstützt dabei gleichzeitig den Aufbau von Kompetenzen bei Handwerkern und Restauratoren in nordrhein-westfälischen Unternehmen.

Stand: 17. Dezember 2019

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