Bestmögliche Bildung ist das Fundament für unseren Wohlstand in der Zukunft. Dafür sind moderne, gut ausgestattete Schulen notwendig. Mit dem Programm NRW.BANK.Gute Schule 2020 werden in allen Kommunen Nordrhein-Westfalens viele Sanierungs- und Moderniserungsmaßnahmen angestoßen, durch die in Schulen bessere Lernsituationen entstehen. Insgesamt stellt die Förderbank zwei Milliarden Euro bereit, verteilt über vier Jahre. Alle Schulträger erhalten unabhängig von ihrer Finanzlage ein festes, ihnen zugeteiltes Kontingent.
Flexible Mittelbereitstellung
Ziel ist es, dass Kommunen über einen durchdachten Maßnahmenplan Investitionen in ihre Schulinfrastruktur tätigen, die eine nachhaltige Wirkung entfalten. Nicht abgerufene Mittel dürfen noch jeweils im Folgejahr abgerufen werden – mit Ausnahme der letzten Tranche, welche bis November 2020 beantragt werden muss, damit sie noch im gleichen Jahr ausgezahlt werden kann. Auf diese Weise können sowohl Pläne umgesetzt werden, die schnell realisiert werden können, als auch größere Projekte, die Mittel aus zwei Jahren auf einmal benötigen.
Rund zwei Millionen Euro für Geilenkirchen
„In Geilenkirchen wurde lange nur so viel in die Schulen investiert, wie es eben notwendig war“, erklärt Bürgermeister Georg Schmitz. Durch das Programm NRW.BANK.Gute Schule 2020 fließen nun mehr als 2,1 Millionen Euro über vier Jahre in die Schulinfrastruktur von Geilenkirchen. „90 Prozent der Fördersumme sollen für bauliche Sanierungen aufgewendet werden, zehn Prozent finanzieren die Digitalisierung“, erläutert Kämmerer Daniel Goertz.
Drei Schulen als Beispiele
Dass die Mittel dort ankommen, wo es benötigt wird, zeigen Schmitz und Goertz bei einer Führung zu drei ausgewählten Schulen in Geilenkirchen:
Gemeinschaftsgrundschule Gillrath
Medienkompetenz stärken und Lernvorteile durch digitale Medien nutzen: die GGS profitiert vom Programm NRW.BANK.Gute Schule 2020
Gemeinschaftsgrundschule Gillrath
„Blauer Salon“ heißt ein zentraler Raum in der GGS Gillrath. Der Name bezieht sich auf die Farbe der Wände, könnte aber genauso gut auf „blaue Briefe“ verweisen, die es für die Nutzung und Ausstattung geben müsste. Unterricht, Vorführungen und Veranstaltungen für die rund 150 Schüler wechseln sich hier in kurzen Abständen ab. An der Wand ist die Leinwand für den einzigen Beamer der Schule. Zur Seite geschoben stehen alte Rechner auf Tischen für die Computerkurse, die ab der zweiten Klasse beginnen. Wertvolle Unterrichtszeit geht durch das ständige Herumräumen verloren.
Durch die alte Technik bleibt nicht nur das Erlernen von Medienkompetenz auf der Strecke. Medienbeauftragte Tamara Pastors erklärt: „Wir sind auch nicht in der Lage, die Chancen zu nutzen, die sich durch das digitale Lernen ergeben.“ Im Zuge der Digitalisierung sollen unter anderem für sechs Klassenzimmer digitale Tafeln angeschafft, WLAN eingerichtet sowie ein leistungsstarker Server und interaktive Whiteboards installiert werden. Im Gespräch ist auch ein Breitbandanschluss. „Damit könnten auch Sequenzen von Internetseiten mit Lernmaterialien eingespielt werden“, erklärt Grundschulleiterin Agnes Maaß.
Das Schulgebäude soll Schritt für Schritt saniert werden. Ein erster Schritt wird durch das Programm NRW.BANK.Gute Schule 2020 ermöglicht (Alle Fotos: NRW.BANK / Lokomotiv)
Anita-Lichtenstein-Gesamtschule
„Hier geht alles aus dem Leim“, sagt Uwe Böken, Schulleiter der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule und reißt die notdürftig instand gesetzten Schubladen und Schränke der Lehrküche auf. Doch nicht nur das: „Die Fenster sind Energieschleudern sondergleichen!“ Eiskalt ist es im Winter vor den einfach verglasten Panoramafenstern aus den frühen 1970er-Jahren. Die darunter liegenden Heizkörper sind nahezu komplett mit Schränken verbaut.
Im ersten Bauabschnitt wird nun mit Mitteln aus dem Programm NRW.BANK.Gute Schule 2020 die Lehrküche neu ausgestattet und zusammen mit dem Haupt-WC für die knapp 1.000 Schüler energetisch saniert. „Das wird der Startschuss für die Gesamtmodernisierung“, sagt Schulleiter Böken.
Schulleiter Johann Peter Pauli, Gebäudemanager Hardy Baumeister, Bürgermeister Georg Schmitz und Kämmerer Daniel Goertz (v.l.n.r.) wollen gemeinsam die Lehrküche modernisieren
Städtische Realschule
Eine Pril-Blume klebt am Küchenschrank – doch das ist nicht der einzige Beweis dafür, dass die Lehrküche der Städtischen Realschule völlig aus der Zeit gefallen ist. „Während vor 40 Jahren noch Zweckmäßigkeit und Übersichtlichkeit im Vordergrund standen, spielen heute neben pädagogischen insbesondere auch ergonomische Gesichtspunkte eine Rolle“, erklärt Realschulrektor Johann Peter Pauli. „Zudem werden den Aspekten Sicherheit und Hygiene eine größere Bedeutung zugemessen.“ Was jahrzehntelang aufgeschoben wurde, wird nun – nachdem bereits der Blitzschutz erneuert wurde – endlich umgesetzt: ein zweiter Ein- und Ausgang, ein Vorbereitungs- und Lagerraum, eine Sichtverbindung zum Essraum, eine Lüftungsanlage – und natürlich neues Mobiliar und neue Küchengeräte. „Das Programm NRW.BANK.Gute Schule 2020 kam uns gerade recht“, sagt Johann Peter Pauli, der sich schon auf die Speisen freut, die seine knapp 400 Schüler demnächst in der neuen Küche zubereiten werden.
NRW.BANK.Gute Schule 2020 auf einem Blick
- Förderung von Investitionen in die Schulinfrastruktur
- Für jede NRW-Kommune steht ein festes Darlehenskontingent bereit
- Einsetzbar für Sanierungs-, Modernisierungs-, Neu- und Umbau- sowie Digitalisierungsmaßnahmen
- Förderung bis zu 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben
- Laufzeit von 20 Jahren
- Antragstellung direkt bei der NRW.BANK
- Tilgung übernimmt das Land NRW
Stand: 25. Juni 2018
Feste Kontingente
Städten und Gemeinden wird beim Programm NRW.BANK.Gute Schule 2020 ein festes Kontingent zugeordnet. Welche Kreditsumme jede Kommune pro Jahr abrufen kann, lässt sich HIER nachschauen.