Gabriela Pantring ist Mitglied des Vorstands der NRW.BANK

Neue Förderprogramme

„Die Digitalisierung steht für zukünftiges Wachstum“

Die NRW.BANK hat ihre Förderung krisenspezifisch optimiert und eine Digitalisierungs-Offensive gestartet. Ziel ist es, bei den Unternehmen in Nordrhein-Westfalen Liquiditätsengpässe abzufedern und Investitionen in die Zukunft zu ermöglichen. Vorstandsmitglied Gabriela Pantring erklärt im Interview, was es damit auf sich hat.

Die Corona-Krise hat viele Unternehmen mit Wucht getroffen. Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen?

Die Corona-Pandemie hat für die Unternehmen gravierende Folgen. Bei laufenden Kosten keine Einnahmen erzielen zu können, führt automatisch zu Liquiditätsengpässen. Hinzu kommt, dass bei vielen mittelständischen Unternehmen mittlerweile die Eigenkapitaldecke abgeschmolzen ist, sich dadurch ihre Bonität verschlechtert und in Folge die Kreditkosten erhöhen. In dieser Situation hat laut ifo-Institut rund jedes zweite Unternehmen in den vergangenen Monaten Investitionen verschoben, fast jedes dritte sogar ganz gestrichen. Dabei ist es gerade jetzt wichtig, in Zukunftsthemen und damit in zukünftiges Wachstum zu investieren.

Wie hat die NRW.BANK auf diese Situation reagiert? Welche Unterstützung bietet sie?

Bei der Sicherung der Liquidität waren die Bundeshilfen, die wir zusammen mit den Sparkassen nach NRW durchgeleitet haben, für die Unternehmen eine enorme Unterstützung. Liquiditätsengpässe durch Förderdarlehen abzufedern, das allein reichte aber nicht aus. Zusätzlich zu den Bundeshilfen haben wir deshalb frühzeitig Förderkredite und Eigenkapitalangebote aufgesetzt und angepasst, die den Unternehmen in Nordrhein-Westfalen wieder Spielraum für Zukunftsinvestitionen verschaffen. Uns war von Anfang an wichtig, Förderprogramme des Bundes nicht zu doppeln, sondern Förderinstrumente komplementär zu entwickeln, um Lücken in Bezug auf einzelne Zielgruppen und Themen in NRW zu schließen.

Worum ging es und geht es hier konkret?

Als sich im Frühjahr zeigte, dass Start-ups zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten gerieten, weil sich private Investoren zurückzogen, die ersten Corona-Hilfen des Bundes sich aber zunächst auf die Stabilisierung bereits etablierter Unternehmen konzentrierten, haben wir gemeinsam mit dem Land das neue Wandeldarlehen NRW.Start-up akut speziell für Gründer auf den Weg gebracht. Zudem stellen wir in der Krise zusätzliches Eigenkapital für den Mittelstand zur Verfügung – über den neuaufgelegten NRW.BANK.Mittelstandsfonds Drei und den neuen NRW.BANK.Spezialfonds Zwei für Unternehmen in Turnaround- oder Restrukturierungssituationen. In enger Partnerschaft mit den Hausbanken vor Ort wollen wir zugleich sicherstellen, dass von der Krise betroffene Unternehmen auch die Fremdfinanzierungsmittel erhalten, die sie für ihre Investitionen benötigen. Wir stehen deshalb auch weiterhin mit unserem gewerblichen Konsortialkreditangebot zur Seite. Vor allem aber haben wir eine Digitalisierungs-Offensive gestartet.

„Durch Haftungsfreistellungen entlasten Förderinstitute die Hausbanken von Kreditrisiken, um ihnen auf diese Weise Kreditvergaben zu erleichtern.“

Gabriela Pantring, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK

Warum sollen Unternehmen gerade jetzt in die Digitalisierung investieren, gibt es zurzeit nicht ganz andere Probleme?

Die Corona-Pandemie hat den Fokus erneut auf Bedeutung und Chancen der Digitalisierung gesetzt. Unternehmen, die bereits zu Beginn der Pandemie digital fortgeschrittener waren, kommen robuster durch die Krise oder wachsen währenddessen sogar. Insofern ist es wichtig, die Digitalisierung fest im Blick zu haben. Um das zu unterstützen, haben wir unser Förderprogramm NRW.BANK.Digitalisierung und Innovation mit einem Zinssatz ab 0 % p.a. jetzt auch für Gründer sowie für Mittelständler oberhalb der bisherigen Umsatzgrenze von 500 Millionen Euro geöffnet. Speziell für Digitalisierungsvorhaben bieten wir den Hausbanken zusätzlich eine 80-prozentige Haftungsfreistellung an.

Mit welchem Ziel?

Durch Haftungsfreistellungen entlasten Förderinstitute die Hausbanken von Kreditrisiken, um ihnen auf diese Weise die Kreditvergabe zu erleichtern. Genau so funktioniert auch „NRW.BANK.Gemeinnützige Organisationen“ – ein ganz neues Förderprogramm, das wir ebenfalls in diesem Sommer entwickelt und an den Start gebracht haben. Bei diesem Programm wird den Hausbanken das komplette Risiko abgenommen: 80 Prozent durch die KfW, 20 Prozent durch die NRW.BANK. Zugute kommt es gemeinnützigen Organisationen wie zum Beispiel Einrichtungen im Gesundheitswesen, der Jugend- und Familienbildung, Inklusionsbetrieben genauso wie Frauenhäusern und Altenheimen.

Sie sprachen den Schwerpunkt auf die Digitalisierung an: Gibt es hierfür weitere Beispiele?

Ganz aktuell haben wir das Programm NRW.MicroCrowd gestartet – in Kooperation mit der digitalen Crowdfunding-Plattform Startnext. Wir unterstützen damit Projekte von Existenzgründern und jungen Unternehmen, die sich zu mindestens 20 Prozent durch Crowdfunding finanzieren. Das Ganze ist eine Variante unseres bereits bestehenden NRW.Mikrodarlehens. Hierbei erproben wir ganz bewusst einen neuen Zugangskanal – in diesem Fall für die Zielgruppe der digital affinen Gründer.

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