Die NRW.BANK hat jüngst ihren Wohnungsmarktbericht NRW 2020 veröffentlicht und ihre Wohnungsmarktprofile für alle 396 Kommunen neu aufgelegt. NRW.BANK-Vorstandsmitglied Dietrich Suhlrie im Interview über die wichtigsten Ergebnisse und wie die Kommunen von den Datenanalysen profitieren können. (Foto: NRW.BANK / Lord Otto)

Interview mit Dietrich Suhlrie

„Wir liefern die Daten für die Wohnungsmärkte von morgen“

Die NRW.BANK hat jüngst ihren Wohnungsmarktbericht NRW 2020 veröffentlicht und ihre Wohnungsmarktprofile für alle 396 Kommunen neu aufgelegt. NRW.BANK-Vorstandsmitglied Dietrich Suhlrie im Interview über die wichtigsten Ergebnisse und wie die Kommunen von den Datenanalysen profitieren können.

Wohnungsmarktprofile für alle Kommunen in NRW

Die Wohnungsmarktprofile der NRW.BANK bieten einen schnellen Überblick über die Wohnungsmarktentwicklung in den einzelnen Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens. Ausgewählte Indikatoren – von der Bautätigkeit über die Eigenheimerschwinglichkeit bis zur Preisentwicklung von Bestands- und Neubauwohnungen – werden in Diagrammen und Karten dargestellt, kurze Texte helfen bei der Interpretation.

 

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Herr Suhlrie, was ist das Besondere an den Wohnungsmärkten in Nordrhein-Westfalen und wie haben sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt?

Dietrich Suhlrie: Die nordrhein-westfälischen Wohnungsmärkte sind differenziert und zeichnen sich durch regionale Unterschiede aus. In den Großstädten, die vor allem durch den Zuzug aus dem Ausland wachsen, ist Wohnraum nach wie vor knapp und teuer. Außerhalb der Wachstumsregionen im Rheinland, Münsterland und vorderen Ostwestfalen haben sich wieder Schrumpfungstrends bei der Einwohnerentwicklung durchgesetzt. Insgesamt betrachtet zieht Nordrhein-Westfalen weiterhin mehr Einwohner an als in Summe wegziehen. Der Bau geförderter Miet- und der Erhalt preiswerter Bestandswohnungen für eine gute Wohnraumversorgung werden damit immer wichtiger. Mit 48.600 neu errichteten Wohnungen erreichte die Bautätigkeit 2019 den höchsten Wert seit 2005. Das ist ein gutes Ergebnis, aber der Bedarf ist damit noch nicht gedeckt.

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Wohnungsmärkte aus?

Dietrich Suhlrie: Auf dem Bau läuft es bisher trotz Corona rund. Trotzdem können die Pandemiefolgen wie Kurzarbeit und steigende Arbeitslosigkeit bei vielen Mietern zu einer Überlastung durch Wohnkosten führen. Schon jetzt geben Haushalte im untersten Einkommensdrittel im Schnitt ein Drittel bis die Hälfte ihres Monatseinkommens für die Miete aus. Die Bedeutung bezahlbaren Wohnraums und des öffentlich geförderten Wohnungsbaus ist damit wichtiger denn je.

Die Wohnungsmärkte unterliegen hoher Dynamik. Die Kommunen müssen für bezahlbaren Wohnraum, für eine nachhaltige, klimaschutzorientierte Stadtentwicklung sorgen und dabei viele unterschiedliche Interessen unter einen Hut bringen. Wie unterstützt die NRW.BANK sie dabei?

Dietrich Suhlrie: Kommunen, die heute die richtigen Weichen stellen möchten, um die örtlichen Wohnungsmärkte bedarfsorientiert weiterzuentwickeln, brauchen fundierte Daten. Die bekommen sie von der NRW.BANK. Zum Beispiel mit dem Wohnungsmarktbericht und den Wohnungsmarktprofilen, die für alle 396 Kommunen in NRW verfügbar sind und die jetzt aktuell erschienen sind. Sie richten sich an alle, die sich über die örtlichen Wohnungsmärkte informieren oder den eigenen Wohnungsmarkt mit dem anderer Kommunen vergleichen möchten.

Was können die Kommunen aus den Wohnungsmarktprofilen herauslesen?

Dietrich Suhlrie: Die Wohnungsmarktprofile enthalten ausgewählte, grafisch aufbereitete Indikatoren aus den Themenfeldern Wohnungsbestand, Bautätigkeit, Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Soziales sowie Preise und geben einen detaillierten Überblick über wichtige Trends und Strukturen des Wohnungsmarktes. Um die Daten richtig zu interpretieren, müssen die Kommunen ihre Lokalkenntnisse nutzen. Ergänzend kann dabei der Aufbau einer kommunalen Wohnungsmarktbeobachtung in der Verwaltung hilfreich sein. Hierbei unterstützt sie die NRW.BANK im Rahmen des „Forum Kommunale Wohnungsmarktbeobachtung“. Hier kommen die Kommunen regelmäßig zusammen und tauschen sich darüber aus, wie sie die Informationen zur Steuerung des lokalen Wohnungsbaus nutzen und vorausschauende Strategien entwickeln.

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