Gabriela Pantring, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK, im Interview (Bild: NRW.BANK / Christian Lord Otto)

Interview mit Gabriela Pantring

„Wir verstärken die Förderung der Kommunen und der Infrastruktur in NRW“

Damit die Kommunen und Betreiber der öffentlichen und sozialen Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen – vom Hafen über die Messegesellschaft bis zur Kita – die Auswirkungen der Corona-Pandemie gut überstehen, hat die NRW.BANK ihr Förderangebot temporär erweitert. Wie das aussieht, erklärt NRW.BANK-Vorstandsmitglied Gabriela Pantring im Interview.

Frau Pantring, in der Corona-Pandemie hat das Thema der Liquiditätsabsicherung für  Kommunen an Bedeutung gewonnen. Wie schätzen Sie die Lage in Nordrhein-Westfalen aktuell ein?

Pantring: Bereits im März war abzusehen, dass den Kommunen durch Corona einerseits die Einnahmen wegbrechen und anderseits zusätzliche Kosten auf sie zukommen.  Zu diesem Zeitpunkt war die Liquidität im Geldmarkt de facto eingeschränkt. Deshalb haben wir mit unserem neuen Produkt NRW.BANK.Kommunal Corona eine Notfall-Hilfe für Kommunen entwickelt, die bei akutem Liquiditätsbedarf zur Verfügung gestellt wird, wenn diese keine entsprechenden Angebote im Markt bekommen.

Wie unterstützt die NRW.BANK die Kommunen bei ihren Liquiditätsengpässen ganz konkret?

Pantring: Ziel der NRW.BANK ist es, als Förderbank für Nordrhein-Westfalen dafür zu sorgen, dass die Liquiditätsversorgung jeder einzelnen Kommune in Nordrhein-Westfalen auch im Kontext der Krise gewährleistet bleibt. Deshalb haben wir uns gleich zu Anfang der Pandemie entschieden, jeden fälligen Liquiditätskredit, den wir als NRW.BANK an Kommunen vergeben haben, zu verlängern. Um Städten, Gemeinden und Kreisen in NRW, aber auch den Landschaftsverbänden, dem Ruhrverband und dem Landesverband Lippe jenseits unseres ganz normalen Kreditgeschäfts helfen zu können, haben wir für sie ein Sonderkontingent zur Verfügung gestellt.  Dieses ist vom Land NRW über eine zusätzliche Landesgarantie bis zur Höhe von fünf Milliarden Euro gedeckt und ist für die Kommunen da, die sich anderweitig im Markt nicht mit Liquidität versorgen können.

Die Landesregierung NRW hatte der NRW.BANK den Auftrag gegeben, alle Förderprogramme auf Bundesebene fortlaufend auf Lücken zu überprüfen, die spezifisch für NRW geschlossen werden müssen. Wird das mit NRW.BANK.Kommunal Corona allein gelingen?

Pantring: Infolge der Corona-Krise haben es nicht nur die Kommunen, sondern auch viele Institutionen der öffentlichen und vor allem der sozialen Infrastruktur in NRW mit Liquiditätsengpässen zu tun bekommen. Ergänzend zur Förderung des Bundes und der KfW hat die NRW.BANK deshalb mit NRW.BANK.Infrastruktur Corona eine neue Produktvariante unseres bestehenden Programms NRW.BANK.Infrastruktur zur Liquiditäts-Notfall-Unterstützung kommunaler Infrastrukturbetriebe wie Flughäfen, Häfen, Messe- und Verkehrsgesellschaften aufgelegt. Auch soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime und Kitas, die akut unter Liquiditätsmangel leiden, können über das neue Produkt NRW.BANK.Infrastruktur Corona zinsgünstige Betriebsmittelkredite  beantragen.

Was zeichnet das Förderangebot NRW.BANK.Infrastruktur Corona besonders aus?

Pantring: Ein großes Plus des neuen Förderangebots ist, dass wir bei Betriebsmittelfinanzierungen über NRW.BANK.Infrastruktur Corona die Hausbank mit einer 80-prozentigen Haftungsfreistellung von einem großen Teil des Risikos entlasten können. Dieses Risiko teilen wir uns mit dem Land. So wollen wir es den Hausbanken zukünftig erleichtern, kommunalen und sozialen Infrastruktureinrichtungen, die unter akuten Liquiditätsengpässen leiden, Kreditzusagen zu erteilen.

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