Michael Stölting im Interview (Bild: NRW.BANK / Lord Otto)

Interview mit Michael Stölting

„Gerade jetzt gehören Gründer ins Rampenlicht“

Mit dem GRÜNDERPREIS NRW feiern die NRW.BANK und das NRW-Wirtschaftsministerium auch 2020 wieder die kreativsten Geschäftsideen in NRW. Warum das gerade in Krisenzeiten wichtig ist und wie Gründer in NRW von der Säule 2, dem Zwei-Milliarden-Rettungspaket des Bundes profitieren, erklärt Michael Stölting, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK, im Interview.

GRÜNDERPREIS NRW 2020

Unternehmensgründer aus Nordrhein-Westfalen können sich bis zum 21. September für den GRÜNDERPREIS NRW 2020 bewerben. Die NRW.BANK und das Wirtschaftsministerium NRW richten den Wettbewerb bereits zum neunten Mal gemeinsam aus. Er zählt mit einem Preisgeld von insgesamt 60.000 Euro zu den bundesweit höchst dotierten Wettbewerben für Gründerinnen und Gründer und wird am 30. November in Düsseldorf vergeben. www.gründerpreis.nrw

Erfolgreiche Gründer können sich noch bis zum 21. September für den Wettbewerb GRÜNDERPREIS NRW bewerben. Wie passt ein solches Event in eine Zeit, in der viele Gründer mit den Folgen der Pandemie schwer zu kämpfen haben?

Gerade jetzt ist es wichtig, Gründer, die trotz der Krise an den Erfolg ihrer Geschäftsideen glauben, in ihrem Engagement zu bestärken. Erfolgreiche Gründer liefern den Grundstein für eine gesunde Wirtschaft von morgen. Wettbewerbe, die sie ins Rampenlicht stellen, sorgen dafür, dass ihre Geschäftsideen schnell einer breiten Öffentlichkeit bekannt werden. Darum geht es beim GRÜNDERPREIS NRW, den die NRW.BANK gemeinsam mit dem NRW-Wirtschaftsministerium in diesem Jahr bereits zum neunten Mal auslobt.

Gründer brauchen in der Corona-Krise nicht nur Lob und Anerkennung, sondern vor allem zusätzliche finanzielle Hilfen.

Richtig. Bereits in den Anfangsmonaten der Pandemie stand die Sicherung der Liquidität für die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen ganz klar im Zentrum der Förderaktivitäten. Um Liquiditätsengpässe zu überbrücken, berät die NRW.BANK zu allen Programmen von Bund und Land und hat selbst ihr eigenes Förderangebot – etwa den NRW.BANK.Universalkredit – den neuen Corona-Bedingungen angepasst. Wenn die Sicherheiten für eine Hausbank nicht ausreichen, kann mitunter auch eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank NRW eine Lösung sein.

Vor allem innovativen Start-ups ist aber mit solchen Fremdkapitallösungen nicht gedient, weil sie häufig gerade zu Anfang keinen Zugang zu Bankkrediten haben. Wie hilft die NRW.BANK hier?

Wir haben bereits im April unsere bestehenden Eigenkapitalprogramme der Lage angepasst. So unterstützen wir junge, innovative Unternehmen über unseren NRW.BANK.Venture Fonds zurzeit mit Beteiligungen auch in späteren Wachstumsphasen. Auch unser Business-Angel-Co-Beteiligungsprogramm NRW.SeedCap steht Start-ups im Moment bis zu 36 Monate statt wie bisher bis zu 18 Monate nach Gründung zur Verfügung. Hierdurch soll die derzeit eher zurückhaltende Investitionsbereitschaft privater Kapitalgeber wiederbelebt werden.

Welche Chancen auf Eigenkapital haben ganz frühe Start-ups, die noch keinen privaten Investor vorweisen können?

Genau für diesen Fall hat die NRW.BANK gemeinsam mit dem NRW-Wirtschaftsministerium ebenfalls im April das Förderprodukt „NRW.Start-up akut“ für Start-ups bis zu einem Alter von 36 Monaten aufgelegt. Eine gut funktionierende Programminnovation, die großen Anklang gefunden hat. Deshalb haben wir das Programm aufgestockt und setzen damit die Säule 2 um. So heißt das Zwei-Milliarden-Paket, mit dem der Bund die Corona-Folgen für Starts-ups und kleine Mittelständler abmildern will. Die NRW.BANK konnte dadurch 50 Millionen Euro vom Bund ins Land holen, mit denen jetzt auch über „NRW.Start-up akut“ neue Wachstumsimpulse in der NRW-Wirtschaft gesetzt werden können.

Worin genau besteht die Innovation?

Bei dem Programm handelt es sich um ein Wandeldarlehen mit einer Laufzeit von sechs Jahren, das endfällig ist und ohne bereitzustellende Sicherheiten vergeben werden kann. Das Unternehmen hat jederzeit die Möglichkeit, ohne Vorfälligkeitsentschädigung das Darlehen zu tilgen. Alternativ kann die NRW.BANK, zum Beispiel beim Eintritt eines neuen Investors, das Darlehen in Eigenkapital wandeln.Der große Vorteil ist, dass Start-ups Mittel in Höhe von bis zu 200.000 Euro erhalten, ohne in der akuten Krise durch Zins- und Tilgungszahlungen belastet zu werden. Was uns besonders freut: Die NRW.BANK war eine der ersten Landesförderbanken in Deutschland, die Ende Juli mit einem Globaldarlehen der KfW die „Säule 2“ umgesetzt hat.

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