Kurz und knapp

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    Montag
    ab 14 Uhr hier auf der Seite an.

  • Montag, 9. Mai 2022, Beginn 14.00 Uhr, Einlass 13.00 Uhr

    Die Teilnahme ist kostenfrei.

  • Rheinterrasse Düsseldorf, Anfahrt
    und
    im Livestream auf dieser Seite

  • Existenzgründer, Unternehmen, Multiplikatoren, Investoren, Finanzinstitutionen, Berater

Allgemeine Informationen zum Event

Kernthemen der 16. Private Equity-Konferenz NRW sind Klimaschutz, nachhaltiges Wirtschaften bei gleichzeitigem Wachstum, der Ausbau der Digitalisierung und die vielschichtigen Auswirkungen der Globalisierung. Die Konferenz zeigt Möglichkeiten der Finanzierung durch Private Equity mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen des Mittelstands auf und diskutiert Finanzierungsoptionen mit Beteiligungskapital.

Erleben Sie eine spannende Mischung aus Vorträgen, Diskussionsrunden und Gesprächen mit bekannten Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Als Keynote-Speaker treten der Ökonom Prof. Dr. Ottmar Georg Edenhofer, der Soziologe und Sozialpsychologe Prof. Dr. Harald Welzer und der Volkswirt Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest auf. NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart ist Schirmherr der Veranstaltung, die von NRW.BANK-Vorstandsmitglied Michael Stölting eröffnet wird.

Auf dem Marktplatz für Beteiligungskapital präsentieren junge und innovative Unternehmen ihre Geschäftsvorhaben. Gewinnen Sie dort persönliche Eindrücke und knüpfen Sie Kontakte.

Kooperationspartner der Veranstaltung sind der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) e. V. und das Private Equity-Forum NRW e. V.

Auf der Konferenz erfolgt auch in diesem Jahr wieder ein Start-up-Pitch, der vom Private Equity-Forum NRW e. V. ausgerichtet wird: Drei Start-ups präsentieren dem Publikum ihre Geschäftsideen. Dem Gewinner winkt ein Preisgeld.

Folgend das Hygienekonzept der 16. Private Equity-Konferenz NRW:

Programm der 16. Private Equity-Konferenz NRW

Journalist, Moderator, Coach

Der gebürtige Potsdamer begann seine Karriere zunächst beim Radio und wechselte anschließend zum Fernsehen. Beim Sender n-tv war er als Moderator und Chef vom Dienst tätig. Mittlerweile ist er Geschäftsführender Gesellschafter der Multimedia-Agentur Fimeco GmbH.

Registrierung / Networking Coffee

Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und Schirmherr der 16. Private Equity-Konferenz NRW

Vorstandsmitglied der NRW.BANK 

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

Prof. Dr. Harald Welzer, Soziologe

Prof. Dr. Harald Welzer, Soziologe

Dr. Max Odefey, Partner GENUI

Dr. Ernesto Garnier, CEO und Gründer EINHUNDERT Energie GmbH

Wolfgang Lubert, Private Equity-Forum NRW e. V.

Start-up-Finalisten

Networking / Kaffee und Kuchen

Dr. Bernd Klosterkemper, Partner Ananda Ventures GmbH

Nils Engelking, Geschäftsführer Egoditor GmbH

Christoph Jost, Managing Partner Flex Capital Management GmbH

Christoph Büth, Leiter Bereich Eigenkapitalfinanzierungen, NRW.BANK

Prof. Dr. Dr. hc. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts

Wolfgang Lubert, Private Equity-Forum NRW e. V.

Leiter Bereich Eigenkapitalfinanzierungen, NRW.BANK

Get-together / Abendveranstaltung

Referenten

VentureCapital Magazin Special

Hier finden Sie eine Auswahl der Sonderausgabe des "VentureCapital Magazins Special" zur diesjährigen Private Equity-Konferenz NRW. Die gesamte Ausgabe können Sie sich auch gerne hier herunterladen.

 

Interview: „Die Inflation wird in den kommenden Jahren weiter angeheizt“

Die Globalisierung ist eine Herausforderung für Politik und Unternehmen geleichermaßen. die aktuelle geopolitische Lage erschwert die Situation zusätzlich. Prof. Dr. Dr. Clemens Fuest, Vorstand des ifo Instituts, wagt einen Blick in die Zukunft.

Porträt Prof. Dr. Dr. h. c. Clemens Fuest
Prof. Dr. Dr. h. c. Clemens Fuest ist Präsident des ifo Instituts.

VentureCapital Magazin: Die Einbindung in die globale Arbeitsteilung und  den internationalen Handel sind wichtige Grundpfeiler für die deutsche Wirtschaft und den Wohlstand. Was hat sich durch den Konflikt in der Ukraine verändert oder wird sich noch verändern?

Fuest: Der Ukraine-Konflikt wird die Wirtschaftsbeziehungen zu Russland für viele Jahre massiv beschädigen. Der Handel mit Russland macht nur 2 % des deutschen Außenhandels aus, aber für die Energieversorgung spielt das Land eine wichtige Rolle. Deutschland wird gemeinsam mit anderen Ländern fossile Brennstoffe verstärkt aus anderen Nationen importieren. Das wird die Energiekosten steigern, allerdings auch den Druck, erneuerbare Energien auszubauen.

VentureCaptial Magazin: Ein verkeilter Superfrachter im Suezkanal oder die Abhängigkeit von Kabelbäumen aus der Ukraine legten beispielsweise Teile der Autoindustrie lahm. Haben wir uns – in erster Linie aus monetären Gründen - zu abhängig von einzelnen Bezugsquellen oder Regionen gemacht?

Fuest: Gerade die deutsche Wirtschaft profitiert sehr von der internationalen Arbeitsteilung. Dass es dabei auch bisweilen zu Friktionen kommt, ist unvermeidlich, spricht aber nicht gegen die Arbeitsteilung. Sicherlich muss man die Abwägung zwischen Kostensenkungen durch Massenproduktion und Just-in-time-Lieferungen einerseits und Resilienz durch Diversifizierung der Lieferanten ständig neu justieren.

VentureCapital Magazin: Wie abhängig sind wir von Rohstoffimporten aus Russland? Was bedeutet die Umstellung auf mögliche neue Energiequellen für die bereits heute signifikant steigenden Inflationszahlen?

Fuest: Abhängig sind wir vor allem von der Gasversorgung aus Russland. Das russische Gas durch solches aus anderen Quellen oder andere Energieträger zu ersetzen oder zumindest Strukturen aufzubauen, die es uns erlauben, falls nötig auf russisches Gas zu verzichten, wird teuer. Die Inflation wird dadurch in den kommenden Jahren weiter angeheizt.

VentureCapital Magazin: Welche Maßnahmen können wir gegen die erwarteten massiven Preissteigerungen auf den internationalen Märkten ergreifen?

Fuest: Man kann wenig tun. Manche Staaten senken Steuern auf Benzin oder Gas, aber das schafft die erhöhten Kosten der Energieimporte nicht aus der Welt. Derartige Maßnahmen schaden eher, weil sie die Preise weiter in die Höhe treiben. Besser ist es, den am härtesten getroffenen Haushalten und Unternehmen Transfers zukommen zu lassen, die Preise aber nicht anzutasten.

VentureCapital Magazin: Erwarten Sie, dass viele Unternehmen Teile der Produktion aus sicherheitspolitischen Gründen nach Deutschland oder in die EU zurückholen? 

Fuest: Viele Unternehmen werden geopolitische und andere Risiken sicher neu bewerten; sie werden darauf aber nicht notwendigerweise reagieren, indem sie die Produktion nach Deutschland oder Europa verlagern. Sie werden die Produktions-standorte eher international diversifizieren. Die Politik ergreift derzeit Maßnahmen, um eine Produktionsverlagerung zu erreichen, beispielsweise durch hohe Subventionen für die Ansiedlung von Chipfabriken. Das kann durchaus zu einem sehr teuren Subventionswettlauf führen.

VentureCapital Magazin: Zumindest die westliche Welt präsentiert sich derzeit als eingeschworene Einheit. Wie gefährdet sehen Sie die Handelsbeziehungen zu China?

Fuest: China ist sowohl für Deutschland als auch für die EU der wichtigste Handelspartner. Unterstützte es in der aktuellen Lage Russland, würde das die Wirtschaftsbeziehungen zum Westen gefährden. China selbst wäre der größte Verlierer. Deshalb rechne ich nicht damit, aber ausschließen kann man nichts. 

VentureCapital Magazin: Welche Entwicklungen erwarten Sie an den Weltbörsen im Jahr 2022?

Fuest: Finanzmärkte haben die Eigenschaft, verfügbare Informationen sehr schnell zu verarbeiten und einzupreisen. Deshalb ist es kaum möglich, vorherzusagen, ob die Börsen in nächster Zeit steigen oder fallen werden. Es liegt auf der Hand, dass viel vom weiteren Verlauf des Kriegs abhängen wird. Wegen der bestehenden politischen Instabilitäten wäre ich nicht überrascht, wenn die Volatilität hoch bleibt.

VentureCapital Magazin: Trotz Ukraine-Krieg, Inflation, Fachkräftemangel und der Herausforderungen durch den Klimawandel sind die Auftragsbücher deutscher Unternehmen besser gefüllt denn je. Was stimmt Sie sonst in diesen schwierigen Zeiten positiv?

Fuest: Mich stimmt positiv, dass die EU-Staaten, das Vereinigte Königreich, Japan, die USA und viele andere Demokratien in dieser Krise gemeinsam gehandelt haben. Gemeinsam verfügen sie über hinreichend militärische und wirtschaftliche  Macht, um die Freiheit zu verteidigen.

VentureCapital Magazin: Vielen Dank für das Gespräch.

Kommentar: Mit nachhaltigem Wirtschaften die Welt retten?

Es gibt nichts schönzureden: Als Teil der globalisierten Handelsökonomie stehen wir vor dem Scherbenhaufen unserer Wirtschaftspraktiken. Der Klimawandel bedroht unsere Existenz. Soziale Ungerechtigkeit hat zur gesellschaftlichen Spaltung und zu politischen Leadern wie Trump, Bolsonaro oder Orbán geführt. Und während sich die Lieferkettenkrise seit Corona verfestigt hat, führt uns die russische Führung aufs Schrecklichste vor Augen, wie weit wir in unseren globalen Wertschöpfungsketten von „ESG-Konformität“ entfernt sind.

Porträt Dr. rer. pol. Ernesto Garnier
Dr. rer. pol. Ernesto Garnier ist Gründer und Geschäftsführer von EINHUNDERT Energie GmbH.

Es wird nicht mehr reichen, die Augen zu verschließen und zu warten, bis irgendwann wieder alles beim Alten ist. Wir erleben eine Zeitenwende. Und es ist deutlich zu spüren, dass grundlegende Veränderungen notwendig sind. Nachhaltiges Wirtschaften – mit Bezug auf Ökologie, Menschlichkeit und Zuverlässigkeit – ist spätestens jetzt zur existenziellen Aufgabe der Menschheit geworden. Es bleiben wenige Jahre, um die Wirtschaft substanziell nachhaltiger zu gestalten. Die Ressourcenintensität der Produkte muss drastisch reduziert werden. Konsumsteigernde Geschäftsmodelle müssen durch konsumreduzierende ersetzt und lokale, Closed Loop-Lieferketten etabliert werden. Zudem muss die Fotovoltaik- und Windkraftrevolution innerhalb von wenigen Jahren realisiert werden, um uns von fossilen Brennstoffen zu lösen.

Wirtschaftsleistung und Klimaziele in Einklang bringen

Dieser Wandel ist für Deutschland besonders komplex. Wie kein zweites westliches Land profitieren wir vom Export ressourcenintensiver Industriegüter. Der Status quo ist gesellschaftlichem Wohlstand und wirtschaftlicher Stärke zu verdanken. Überfällige strukturelle Veränderungen werden deshalb immer wieder verschleppt. Zum Beispiel ist die sogenannte Energieproduktivität – also erreichtes BIP in Euro pro eingesetzter Einheit Endenergie – zwischen 2008 und 2020 jährlich nur um 1,4% gestiegen. Eine Steigerung jenseits der 2% wären laut Umweltbundesamt notwendig gewesen, um die Wirtschaftsleistung stärker in Einklang mit den Klimazielen zu bringen.

Nachhaltige neue Generation

Eine große Chance liegt in der neuen Generation an Unternehmern, die von der Idee des Wandels angetrieben sind. Im Windschatten von Fridays for Future wagen immer mehr Talente den Weg in die Gründung nachhaltiger Unternehmen, und es folgen Leistungsträger, die sich nach einigen Jahren in etablierten Unternehmen die Sinnfrage stellen. Oft wechseln sie zu jungen Cleantech- oder Climatetechunternehmen. Eine Studie von StepStone Anfang 2021 ergab, dass fast jeder Zweite bei einem Jobwechsel gezielt nach nachhaltigen Unternehmen sucht und jeder Dritte dafür sogar weniger Gehalt in Kauf nehmen würde.

Unternehmen an der Wende

Gerade mit Blick auf die Energiewende können nur neue Unternehmen die Treiber der Veränderung sein. Etablierte Energieversorger haben in ihren Bilanzen erhebliche Anlagevermögen, welche in einer nachhaltigen Wirtschaft an Wert verlieren: fossile Kraftwerke, kaum digitalisierte Energienetze, starre IT-Architekturen. Diese Faktenlage führt zwangsläufig dazu, dass etablierte Energieunternehmen als Late Adopter agieren. Die Sorge vor Stranded Assets ist schlicht zu groß. Es braucht also möglichst viele kompetente Unternehmer, die unvorbelastet eine klimaneutrale und nachhaltige Infrastruktur in den Massenmarkt bringen. Dazu gehören im Kontext der Energiewende etwa Fotovoltaik- und Windkraftanlagen, aber auch Systeme zur intelligenten Steuerung der Stromnetze oder Services für den Rollout effizienter Wärmepumpen.

Fazit

Doch wie viel unternehmerische Energie auch vorhanden ist – niemand kann zaubern. Entscheidend sind daher auch die politischen Rahmenbedingungen für den Wandel. Das gilt besonders für die Energiewende, aber auch für die Transition zur nachhaltigen Wirtschaft insgesamt. Es bleibt zu hoffen, dass wir gesellschaftlich und politisch aus den aktuellen Krisen genug Veränderungsbereitschaft ziehen, um einen neuen Rahmen zu setzen. Wir sind es unseren Kindern, Enkeln, den Ukrainern und auch anderen Opfern von Rohstoffkriegen schuldig.

Download: VentureCapital Magazin Special

  1. VentureCapital Magazin Special: Private Equity – Partner für die Herausforderungen des Mittelstands [PDF, 11,3 MB]

    Anlässlich der 16. Private Equity-Konferenz NRW hat das VentureCapital Magazin eine Sonderausgabe veröffentlicht.

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