Hightech-Textilien filtern kostbares Wasser aus der Wüstenluft, Wohn- und Arbeitsräume werden geräuschlos und ohne Luftzug gekühlt – Innovationen aus Nordrhein-Westfalen werden in der ganzen Welt erfolgreich eingesetzt. Ein Schlüssel zum Erfolg ist „Open Innovation“: eine offene Unternehmenskultur, Vernetzung und Kooperationen.

Siegfried Timmler von der TTC Timmler Technology GmbH
Siegfried Timmler von der TTC Timmler Technology GmbH

„Viele der in NRW forschenden und produzierenden Betriebe gehören in ihren Bereichen zur Weltspitze“, sagt Klaus Appelt, Leiter des Stabsbereichs Innovation und Umwelt bei der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid und Sprecher Industrie, Forschung, Innovation und IT für die IHK NRW. „Wachsen können Unternehmen aber nur in einem innovationsfreundlichen Umfeld. Die Vorgehensweise der ‚Open Innovation’ fördert Kreativität und lässt Ideen entstehen. Unternehmen sollten sich auch nach außen öffnen, Netzwerke und Cluster bilden – ohne Angst, dass Ideen abfließen.“ Die Digitalwirtschaft sei laut Appelt ein Beispiel für den Erfolg von „Open Innovation“: Die Branche glänze mit einem jährlichen Wachstum von etwa acht Prozent. Kooperationen und offener Austausch seien dort ganz selbstverständlich.

Kühlung ohne Luftstrom

Der Unternehmer Siegfried Timmler aus Flamersheim bei Köln tauscht sich seit Jahrzehnten mit Wissenschaftlern, Architekten und Ingenieuren aus. So ist ein Experten-Netzwerk entstanden, auf dessen Basis das Team um Timmler die „Stille Schwerkraftkühlung“ entwickelte.
Neben Hightech-Lösungen im Bereich LED-Beleuchtung und Rost-Design leistet die TTC Timmler Technology GmbH auch in der Klimatechnik Pionierarbeit: Mit ihr können Wohn- und Arbeitsräume ohne Geräusche und störenden Luftzug gekühlt werden – bei einer Energieersparnis von bis zu 70 Prozent.

Pionierarbeit in Sachen Klimatechnik

Viele Fernseh- und Tonstudios weltweit setzen die Technik ein, und auch die Architektenkammer Singapur verdankt ihr gutes Raumklima einer Anlage aus dem Hause Timmler. Derzeit arbeitet Timmler daran, das System für tropische und subtropische Klimazonen zu optimieren. Die NRW.BANK unterstützt das Unternehmen bei diesem anspruchsvollen Vorhaben und auf seinem Wachstumskurs mit einem NRW.BANK.Universalkredit.

 

Wasser für die Wüste

Höchsten Ansprüchen wird auch ein weiteres Unternehmen aus NRW in den Bergen Marokkos gerecht, wo am Rand der Sahara derzeit die größte und effektivste Nebelfang-Anlage der Welt entsteht. Die 1.600 Quadratmeter Spezialgewebe für den „CloudFisher“ wurden von der Essedea GmbH & Co. KG aus Wassenberg entwickelt und produziert. Für diese visionäre Projekt hat Essedea gemeinsam mit der WasserStiftung, weiteren Partnern und mit Unterstützung der TU München intensiv geforscht und das Textil in jahrelangen Tests perfektioniert.

Die umfangreichen Aktivitäten machten eine Erweiterung am Firmensitz in Wassenberg erforderlich. Für die Finanzierung von weiteren Grundstücksflächen und einer Maschine stellte die NRW.BANK mehrere Universalkredite zur Verfügung. Mit der Nebelfang-Anlage in Marokko werden nun täglich bis zu 35.000 Liter Wasser gewonnen – genug, um damit 14 Dörfer und ihre rund 700 Einwohner sowie 7.000 Nutztiere zu versorgen.

Basis für Innovation

Heinz-Willy Essers, Geschäftsführer der Essedea und der Unternehmensgruppe Essers, betont die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit als Basis für Innovation: „Wir arbeiten mit Chemikern, Physikern, Bionikern und Umwelttechnikern zusammen. Dabei machen wir uns frei von Spezialistentum und verbinden das jeweils Beste aus verschiedenen Disziplinen, um daraus Lösungen für die Umwelt und den Menschen zu entwickeln.“

Klaus Appelt fasst zusammen: „Innovationsmanagement als Wachstumstreiber steht und fällt mit der Bereitschaft zum Dialog, zum Austausch über Grenzen hinweg. Man muss heute nicht genau wissen, was die Zukunft bringt. Man muss nur Lust auf sie haben.“

 

Stand 9. August 2018

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