Materialengpässe bremsen Aufschwung der NRW-Wirtschaft

NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima April 2021

Die Stimmung der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen hat sich trotz anhaltendem Lockdown weiter aufgehellt. Den dritten Monat in Folge ist das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im April gestiegen. Jedoch verliert der wirtschaftliche Aufschwung vorläufig an Fahrt. Der Grund: wachsende Versorgungsengpässe bei den Industrie- und Baufirmen.
 
Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist im April um 0,6 auf 11,5 Saldenpunkte gestiegen. Im Vergleich zum März, wo es mit 10,9 Punkten deutlich nach oben ging, fällt das Plus nun eher verhalten aus. Während die befragten Unternehmen ihre aktuelle Lage noch besser beurteilten als im Vormonat, waren sie mit Blick auf ihre künftigen Geschäfte weniger zuversichtlich. Nichtsdestotrotz ging es für das Geschäftsklima in Nordrhein-Westfalen nun schon das dritte Mal in Folge nach oben. Volkswirte interpretieren dies gemeinhin als Zeichen einer konjunkturellen Trendwende.
 
„Grund für den erneuten Anstieg des Geschäftsklimas sind in erster Linie hohe Auftragseingänge und starke Umsätze im produzierenden Gewerbe“, sagt Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK. „Die dynamische Entwicklung der Produktion äußert sich bei einigen Firmen inzwischen in Nachschubproblemen, was das Wachstum temporär etwas abschwächt. Der Aufschwung wird aller Voraussicht nach aber weitergehen.“
 
Industrie fehlen Vorprodukte
Im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima auf den höchsten Wert seit Mai 2018. Die Industrieunternehmen berichteten von gut laufenden Geschäften dank einer starken Nachfrage. Im Zuge dessen legte die Kapazitätsauslastung von 80,9% auf 84,6% zu. Sie liegt damit erstmals seit knapp zwei Jahren wieder über dem langfristigen Durchschnitt. Allerdings klagt fast die Hälfte der Unternehmen über Engpässe bei Vorprodukten. So viele wie noch nie seit Beginn der Befragung im Jahr 1991. Die optimistischen Erwartungen der Firmen erhielten dadurch einen Dämpfer.
 
Baufirmen klagen über zu wenig Material
Materialknappheit ist auch im Bauhauptgewerbe ein Thema. Fast ein Viertel der Baufirmen berichtet über einen Mangel an Rohstoffen und Vormaterialien. Ungeachtet dessen stieg auch hier die Kapazitätsauslastung im ersten Quartal an, was für eine gesteigerte Nachfrage und einen konjunkturellen Aufschwung spricht. Die Erwartungen der Baufirmen sind weiterhin von Skepsis geprägt, obwohl der Pessimismus etwas nachließ. Mit ihrer aktuellen Lage waren sie dagegen etwas weniger zufrieden. Insgesamt verbesserte sich auch im Bauhauptgewerbe das Geschäftsklima.
 
Automobilhändler machen gute Geschäfte
Im Handel erholte sich das Geschäftsklima ebenfalls weiter. Zurückzuführen ist das insbesondere auf die gut laufenden Geschäfte der Händler. Nicht zuletzt vor allem die Automobilhändler bewerten ihre aktuelle Lage noch besser als im Monat zuvor. Mit Blick auf die kommenden sechs Monate nahm hingegen der Pessimismus wieder zu. Die Stimmung im Großhandel ist dabei weiterhin besser als im Einzelhandel.
 
Weiter schlechte Stimmung im Gastgewerbe
Einen leichten Stimmungsdämpfer gab es hingegen im Dienstleistungssektor. Die befragten Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage zwar nicht mehr ganz so pessimistisch. Ihre Erwartungen an die kommende Entwicklung schraubten sie jedoch nach unten. Während die Logistikbranche vom anhaltenden Aufschwung in der Industrie profitiert, ist die Stimmung zum Beispiel im Gastgewerbe weiterhin schlecht. Die Branche leidet besonders stark unter dem Lockdown.

NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima April 2021: Materialengpässe bremsen Aufschwung der NRW-Wirtschaft

Hintergrund
Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Hierfür werden monatlich etwa 1.500 Unternehmen aus dem Bundesland zu ihrer aktuellen Geschäftslage und ihren Zukunftserwartungen befragt. Ihre Antworten werden exklusiv für die NRW.BANK ausgewertet.

Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.
 
 
Über die NRW.BANK
Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. Sie unterstützt ihren Eigentümer, das Land NRW, bei dessen struktur- und wirtschaftspolitischen Aufgaben. In ihren drei Förderfeldern „Wirtschaft“, „Wohnraum“ und „Infrastruktur/Kommunen“ setzt die NRW.BANK ein breites Spektrum an Förderinstrumenten ein: von zinsgünstigen Förderdarlehen über Eigenkapitalfinanzierungen bis hin zu Beratungsangeboten. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit allen Banken und Sparkassen in NRW zusammen. In ihrer Förderung berücksichtigt die NRW.BANK auch bestehende Angebote von Bund, Land und Europäischer Union.

Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.nrwbank.de/
 
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Düsseldorf/Münster, 6. Mai 2021

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