NRW-Konjunktur kühlt sich ab

NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima Februar 2020

Die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft hat sich im Februar leicht eingetrübt. Die Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Lage schlechter als im Vormonat und blicken zunehmend skeptisch in die Zukunft. Dabei gab es deutliche Branchenunterschiede. Während der Handel den stärksten Rückgang verbuchte, hellte sich das Klima in der Industrie sogar leicht auf. Die jüngste Corona-Ausbreitung war zum Zeitpunkt der Umfrage für die Befragten noch nicht absehbar. 


Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist im Februar den zweiten Monat in Folge gefallen, von zuvor 10,0 auf 8,1 Saldenpunkte. Die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen beurteilten vor allem ihre aktuelle Geschäftslage mit 19,7 statt 23,2 Zählern deutlich schlechter als noch im Vormonat. Zugleich nahm auch ihre Skepsis, was die Geschäftsperspektiven für die kommenden Monate angeht, um 0,5 Saldenpunkte auf -2,9 leicht zu. 

Den stärksten Rückgang verbuchte der Handel, der sowohl mit seiner aktuellen Lage als auch mit seinen zukünftigen Geschäftsaussichten weniger zufrieden war als noch im Vormonat. Vor allem die Einzelhändler berichteten über nachlassende Geschäfte. Auch im Bauhauptgewerbe sank das Geschäftsklima um einen auf 15,2 Saldenpunkte, lag damit aber immer noch auf einem hohen Niveau.  Vor allem die Unternehmen des gewerblichen und öffentlichen Hochbaus verbuchten im Februar weniger Geschäft als noch im Vormonat und schraubten zudem ihre Geschäftserwartungen für die nächsten Monate zurück. Dagegen hellte sich die Stimmung im Wohnungs- und Tiefbau leicht auf. Bei den Dienstleistern trübten sich vor allem die Geschäftserwartungen ein, die auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren fielen. 

Einzig im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima. Die Industrieunternehmen waren im Februar bezogen auf ihre Zukunftsperspektiven weniger skeptisch als noch im Vormonat. Ihre aktuelle Lage schätzten sie per saldo aber wieder als eher ungünstig ein. 

Die Coronavirus-Ausbreitung war zum Zeitpunkt der Umfrage, die das ifo-Institut zwischen dem 6. Februar und dem 21. Februar durchführte, noch nicht im vollen Umfang absehbar. Die befragten Manager wussten noch nicht, dass in Norditalien wegen der Erkrankung ganze Städte in Quarantäne gestellt und auch in Deutschland Großveranstaltungen aus Sicherheitsgründen ausgesetzt werden würden. 

Wie sich Unterbrechungen in den internationalen Wertschöpfungsketten auf die exportabhängige Industrie in NRW auswirken, wird der nächste Befragungsturnus zum NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima zeigen.


Hintergrund:
Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Hierfür werden monatlich etwa 1.500 Unternehmen aus dem Bundesland zu ihrer aktuellen Geschäftslage und ihren Zukunftserwartungen befragt. Ihre Antworten werden exklusiv für die NRW.BANK ausgewertet. Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.


Über die NRW.BANK
Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. Sie unterstützt ihren Eigentümer, das Land NRW, bei dessen struktur- und wirtschaftspolitischen Aufgaben. In ihren drei Förderfeldern „Wirtschaft“, „Wohnraum“ und „Infrastruktur/Kommunen“ setzt die NRW.BANK ein breites Spektrum an Förderinstrumenten ein: von zinsgünstigen Förderdarlehen über Eigenkapitalfinanzierungen bis hin zu Beratungsangeboten. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit allen Banken und Sparkassen in NRW zusammen. In ihrer Förderung berücksichtigt die NRW.BANK auch bestehende Angebote von Bund, Land und Europäischer Union.

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Düsseldorf/Münster, 4. März 2020

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