Ab dem Jahr 2017 erweitert die NRW.BANK ihr Engagement durch die Auslobung des NRW.BANK.Kunstpreises.

Gewinner des ersten NRW.BANK.Kunstpreis stehen fest

Vorstandsvorsitzender Eckhard Forst und NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen übergeben 33.000 Euro Preisgelder

Düsseldorf/Münster, 18. Oktober 2017

Die fünf Gewinner des NRW.BANK.Kunstpreis 2017 stehen fest. Der Preis wurde heute zum ersten Mal von der Förderbank für Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf vergeben – Schirmherr ist Ministerpräsident Armin Laschet. Insgesamt überreichten NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und NRW.BANK-Vorstandsvorsitzender Eckhard Forst Preisgelder in Höhe von 33.000 Euro. Die Auswahl der Preisträger traf eine Jury aus Fachexperten – nominiert wurden die jungen Künstler von ihren Hochschulen.

 

In der Kategorie „Malerei & Grafik“ gewann Julian Reiser (29) von der Kunstakademie Münster, mit seinem Werk Fiat I-III. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

In der Sparte „Skulptur & Installation“ entschied sich die Jury für René Haustein (29) von der Kunstakademie Münster mit seiner Installation quinitilliquinquaquinquagintaquingentillion. Der Preis ist ebenfalls mit 10.000 Euro dotiert.

Den Preis in der Kategorie „Foto & Medienkunst“ teilen sich Masako Kato (37), ebenfalls von der Kunstakademie Münster, mit ihrem Video Wartezeit und Heiko Schäfer (34) von der Kunstakademie Düsseldorf, mit seiner Buch-Arbeit Travailler avec les chariot bobines. Die Preise sind mit je 5.000 Euro dotiert.

 

Über den Publikumspreis freute sich Elizaveta Podgornaia (26) von der Folkwang Universität der Künste, Essen. Er ist mit 3.000 Euro dotiert.

 

„Unser Kunstkonzept zielt schon seit vielen Jahren darauf ab, den künstlerischen Nachwuchs in unserem Land zu stärken“, sagt Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK. „Diese Förderung haben wir nun mit dem NRW.BANK.Kunstpreis weiter ausgebaut. Denn es sind oft die jungen Talente, die mit frischen Ideen die Zukunft gestalten, andere Perspektiven eröffnen und neue Wege beschreiten – in der Kunst wie im Leben.“

Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW sagte: „Der Kunstpreis der NRW.BANK bestärkt Nachwuchskünstler auf ihrem künstlerischen Weg weiterzugehen. Es ist ein wichtiges Signal, dass die NRW.BANK diese jungen Künstler in dieser Startphase fördert und ihren Übergang von den Kunsthochschulen in die Selbstständigkeit unterstützt.“

 

Kristina Scepanski, Direktorin Westfälischer Kunstverein und Mitglied der Jury: „Der NRW.BANK.Kunstpreis bietet den Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, an einem Wettbewerb teilzunehmen und gleichzeitig ihre Werke unter den realen Bedingungen einer Kunstausstellung vor Publikum zu präsentieren. Gleichzeitig eröffnet die Bewertung der Originalwerke in einem Ausstellungskontext uns Fach-Juroren vielfältigere Diskussionseben. Das ist ein Mehrwert für alle Seiten.“

Weitere Informationen zum NRW.BANK.Kunstpreis

Kunsthochschulen in NRW. Teilgenommen haben die Kunstakademien Düsseldorf und Münster sowie die Folkwang Universität der Künste in Essen. Teilnehmen durften Studierende und Absolventen, deren Abschluss nicht länger als sechs Monate zurücklag.

Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine Jury, der verschiedene namhafte Experten angehörten:

  • Andreas Beitin, Direktor Ludwig Forum Aachen
  • Rita Kersting, Stellvertretende Direktorin Museum Ludwig Köln
  • Dieter Kiessling, Fotograf und ehemaliger Rektor Kunsthochschule Mainz
  • Kristina Scepanski, Direktorin Westfälischer Kunstverein Münster
  • Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender NRW.BANK
 

Der NRW.BANK.Kunstpreis wird ab sofort jedes Jahr ausgelobt – die dazugehörige Ausstellung findet im Wechsel in Düsseldorf und Münster statt.

Zur Ausstellung

Die Ausstellung zum NRW.BANK.Kunstpreis mit den Werken aller Nominierten befindet sich im Hauptgebäude der NRW.BANK, Kavalleriestraße 22, Düsseldorf. Sie startet ab sofort und läuft bis zum 10. November 2017. Sie ist öffentlich zugänglich und dienstags bis freitags von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Führungen finden am 24. und 26. Oktober sowie am 7. und 9. November jeweils um 18:00 Uhr statt. An diesen Tagen ist die Ausstellung bis 20:00 Uhr geöffnet.

  

Bild-Download: Die Preisträger des NRW.BANK.Kunstpreis 2017 (v. l.): NRW.BANK-Vorstandsvorsitzender Eckhard Forst, René Haustein (Kategorie Skulptur & Installation), Direktorin Westfälischer Kunstverein und Jury-Mitglied Kristina Scepanski, Heiko Schäfer (Kategorie Foto & Medienkunst), Julian Reiser (Kategorie Malerei & Grafik), Masako Kato (Foto & Medienkunst) und NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.[JPG, 10,52 MB ]

Weitere Bilder der Preisverleihung finden Sie in der Bildergalerie[JPG, 37,21 KB ]

Jurybegründungen

Julian Reiser

Julian Reiser erprobt in seiner dreiteiligen Serie Fiat, lat. für „es werde“, automatisierte Malprozesse, indem er einer 3D-Fräse mit selbst gebautem Pinselaufsatz das Malen auf den je 1qm großen ungrundierten Leinwänden überlässt. Mit Filzstift oder Ölfarbe entstehen monochrom-schwarze geometrische Formen, die sich akkurat übereinander staffeln und zugleich die Kontur der maßgefertigten Rahmen vorgeben. Es gelingt ihm, Malerei-immanente Fragen nach Genie und Handwerklichkeit mit aktuellen Tendenzen der Automatisierung in Gesellschaft und Arbeitsleben zu verknüpfen. Reisers Gemälde zeichnen sich dadurch aus, dass sie eben nicht nur reines Abbild dieser Beobachtungen sind, sondern vielmehr die inhaltlich thematisierten Prozesse von Technologisierung sowie digitaler Bildverwertung und -verarbeitung verkörpern. Diese gelungene Verquickung von Inhalt und Formgebung, von Konzept und Ausführung stellt eine äußerst zeitgemäße Malereiposition dar, die die Jury für unbedingt auszeichnungswürdig hält.

 

René Haustein

In der Sparte „Skulptur & Installation" hat sich die Jury für die Arbeit quinitilliquinquaquinquagintaquingentillion von René Haustein ausgesprochen, da er auf innovative Weise materielle Transformationsprozesse sicht- und vor allem hörbar macht. Der Ton, als klassisches Material der Bildhauer, wird nicht in seiner eigentlichen materiellen Beschaffenheit für die plastische Gestaltung von Formen verwendet, sondern als geradezu dadaistischer 'Produzent' von Sound: Unter Wasser getaucht und mit Mikrofon und Verstärker ausgestattet, generiert das Material unterschiedlichste Geräusche, die ein vielfältiges Assoziationsfeld bieten, das von maschinellen, über tierische bis hin zu menschlichen Klängen reicht. Der prozessuale wiederkehrende Ablauf von sich im Wasser auflösendem, tonproduzierenden Material und wieder zu festen Formen werdend, stellt darüber hinaus ein existentielles Motiv dar.

 

Masako Kato

Mit eigenartiger Sensibilität komponiert Masako Kato einen simplen Raum, in den Figuren eindringen, die zugleich zielgerichtet und verwirrt auf zwei Türen zuströmen und dahinter verschwinden. Die aus Fotos von Vogelrümpfen und Personen-Torsi farbig collagierten Figuren werden von Männern empfangen, die ebenso wie der Raum mit Bleistift gezeichnet sind. Das ruckelige, ein bisschen traumhafte, kurze Animationsvideo Wartezeit bezieht sich mit seinen sachlichen und irrealen Elementen auf einen Amtsalltag zwischen existentieller Bedeutung und Routine. „Eine Angelegenheit zu betrachten und sie als Fragestellung zur menschlichen Natur zu übersetzen, ist der Kern meiner künstlerischen Arbeit.“

  

Heiko Schäfer

Der Künstler Heiko Schäfer wird für seine Fotoarbeit Travailler avec les chariot bobines ausgezeichnet. Das Projekt entstand in einem Zeitraum von drei Jahren in der Stadt Calais in Nordfrankreich und thematisiert eines der traditionsreichsten in Calais ausgeübten Handwerke - die Produktion von Spitzenstoffen. Das Fotobuch zeigt die äußerst aufwändige Vorbereitung der Spulen für die Kettfäden, die sogenannten „Chariot bobines“, die zur Produktion von Spitzenstoffen in Webstühle eingesetzt werden. Das Fotobuch überzeugt sowohl durch das zugrundeliegende künstlerische Konzept als durch die adäquate fotografische Dokumentation der hochkomplexen handwerklichen Abläufe.

  

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Gesatzki

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