negativen Bereich. Die Einkommenserwartungen haben sich
zuletzt weiter eingetrübt. Auch der Zuwachs der realen Umsätze
im Einzelhandel schwächte sich im zweiten Halbjahr ab.
Die Schwäche der deutschen Wirtschaft wirkte sich im Jahres-
verlauf zunehmend deutlich auf den Arbeitsmarkt aus. Das Wachs-
tum der Erwerbstätigkeit kam erstmals seit fast zwanzig Jahren
(abgesehen vom Coronajahr 2020) zum Erliegen und im August
wurde zum ersten Mal seit Februar 2015 wieder die Marke von
drei
Millionen Arbeitslosen überschritten. Die Arbeitslosenquote
stieg im Jahresdurchschnitt um 0,3 Prozentpunkte auf 6,3%. Laut
Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im Jahresdurchschnitt
2,948 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, 161.000 mehr
als 2024. Das ist der höchste Jahreswert seit 2013. Allerdings
zögerten trotz des anhaltenden Stellenabbaus viele Unternehmen
damit, die Personaldecke vollständig an die angespannte wirt-
schaftliche Lage anzupassen. Die Betriebe sicherten vielmehr in
einem ähnlichen Umfang wie im Vorjahr ihre Beschäftigung durch
konjunkturell bedingte Kurzarbeit. Auch der Arbeitsmarkt in
NRW stand 2025 weiter unter Druck. Zwar blieb die Gesamtzahl
der Beschäftigten stabil und nach einem Spitzenwert im August
(die Grenze von 800.000 arbeitslos gemeldeten Menschen wurde
erstmals seit 2010 wieder überschritten) ging gegen Ende des
Jahres die Zahl der Arbeitslosen wieder leicht zurück. Doch insbe-
sondere in der Industrie sank die Zahl der Stellen und damit der
Mitarbeiter deutlich. Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeits losig-
keit bei 7,8% und damit auf dem höchsten Wert seit 2015.
Die Verbraucherpreisinflation ging in der ersten Jahreshälfte 2025
leicht zurück. Nachdem die Teuerungsrate das Stabilitätsziel der
EZB von 2% in den Monaten Juni und Juli erreichte, legte sie ab
dem Sommer allerdings wieder zu. Im September lag sie mit dem
Jahreshöchstwert von 2,4% über dem EZB-Ziel, sank aber bis
Dezember auf ein Jahrestief von 1,8%. Der Preisauftrieb bei
Lebensmitteln schwächte sich im vierten Quartal ab und lag im
Dezember bei 0,8%. Der Rückgang der Energiepreise hielt an
und verstärkte sich zum Jahresende auf eine Rate von −1,3%.
Haupttreiber der Teuerung blieben die Dienstleistungspreise, die
seit September wieder kräftiger zulegten und im vierten Quartal
Monat für Monat mit einer Rate von 3,5% gegenüber dem Vor-
jahres wert stiegen. Die Kerninflationsrate ohne die volatilen
Energie- und Lebensmittelpreise blieb im Dezember entsprechend
mit 2,4% deutlich erhöht und spiegelte die hartnäckigen Preis-
steigerungen im Dienstleistungssektor wider. Im Jahresdurch-
schnitt 2025 stagnierte die Teuerungsrate in Deutschland und
lag wie schon im Jahr 2024 bei 2,2%.
2.1.2 Finanzmärkte
Im ersten Halbjahr 2025 setzte die Europäische Zentralbank
(EZB) die im Jahr 2024 begonnene Lockerung ihrer Geldpolitik
fort. Im Januar, März, April und im Juni senkte sie die Leitzinsen
je um 0,25 Prozentpunkte. Der EZB-Einlagensatz, offiziell seit
2024 der zentrale Steuerungszinssatz der EZB, ging damit auf
2,0% und der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,15% zurück. In
der zweiten Jahreshälfte wurde die Geldpolitik verstetigt und die
Leitzinsen auf dem neuen Niveau beibehalten.
Parallel zur Lockerung der Leitzinsen verfolgte die EZB ihren
Kurs der Bilanznormalisierung weiter, indem sie die in ihren
Ankaufprogrammen Asset Purchase Programme (APP) und
Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) fällig
werdenden Tilgungsbeträge nicht wieder reinvestierte. Die im
Rahmen des APP gehaltenen Vermögenswerte – dessen aktive
Phase bereits 2023 beendet wurde – verringerten sich von
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