Burkhard Drescher, Geschäftsführer der InnovationCity Management GmbH
Ich bin sicher, wir können das von uns gesteckte Ziel erreichen“, so Burkhard Drescher, seit September 2011 Geschäftsführer der InnovationCity Management GmbH. „Vorausgesetzt, uns gelingt es, die Menschen zu bewegen.“ Und genau das traut man ihm zu. In den 1990er Jahren war Burkhard Drescher zuerst als Stadtdirektor, dann als Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen maßgeblich an der Entwicklung der Neuen Mitte Oberhausen beteiligt. Damit gelang es ihm, eine Stadt, die nach dem Ende des Bergbaus unter dem Strukturwandel zu leiden hatte, in ein ernstzunehmendes Touristenziel zu verwandeln. „Gerade die Ruhrgebietsstädte brauchen ein Alleinstellungsmerkmal, um auch nach der Ära der Montanindustrie bestehen zu können“, ist er überzeugt.
Und Burkhard Drescher ist einer, der anpackt: Aus 77 Projekten, mit denen sich Bottrop beim Initiativkreis Ruhr beworben hatte, wurden unter seiner Ägide stolze 100. Herzstück ist der Bereich Wohnen. „Dabei geht es nicht nur um Neubauten, bei denen sich eine energetische Bauweise vergleichsweise leicht umsetzen lässt“, so Burkhard Drescher. „In erster Linie wollen wir auch Hausbesitzer überzeugen, in energetische Sanierungen zu investieren.“ Denn schließlich gebe es attraktive Fördermöglichkeiten, zudem schone man die Umwelt und steigere nicht zuletzt den Wert der Immobilie.
Dennoch herrscht in Sachen Informationspolitik noch Nachholbedarf: Nach der ersten Euphorie, die in der Stadt zu spüren war, hat sich in Bottrop im Jahr Eins nach dem Zuschlag Ernüchterung breitgemacht. „Gerade im Ruhrgebiet brauchen die Leute etwas, was sie sehen und anfassen können, um sich zu begeistern“, ist Burkhard Drescher überzeugt. „In diesem Jahr beginnen die ersten Baustellen, dann sehen die Menschen, dass sich etwas tut.“
Aus demselben Grund hat die InnovationCity einen Modellhaus-Wettbewerb ausgeschrieben. „Wir suchen ein Geschäftshaus, ein Reihenhaus unter Denkmalschutz und ein Einfamilienhaus“, so Burkhard Drescher. Besitzer solcher Häuser können sich bewerben, die InnovationCity Management GmbH übernimmt die kompletten Material- und Technikkosten einer energetischen Sanierung. „Nur den Handwerker muss man dann noch selbst bezahlen“, so Drescher.
Des Weiteren setzt er auf eine Informationsoffensive: Mit 30 geschulten Studenten wurde im Winter eine Haus-zu-Haus-Beratung durchgeführt. Ein weiteres Projekt zur aufsuchenden Beratung will die NRW.BANK ins Rollen bringen: „Wir beauftragen NRW.URBAN, Hausbesitzer nach der Zukunftsfähigkeit ihrer Immobilie zu befragen“, so Werner Kindsmüller von der NRW.BANK. Neben energetischen Aspekten soll es dabei auch um Themen wie Barrierefreiheit und das Zusammenlegen von Wohnraum gehen. „Die Leute nehmen erst Geld in die Hand, wenn ganzheitliche Konzepte für die Zukunft ihres Hauses vorliegen“, ist Werner Kindsmüller überzeugt.
Eine kostenfreie, ausführliche Energieberatung gibt es zudem seit letztem Herbst im Zentrum für Information und Beratung (ZIB). Dieses Angebot wurde von Anfang an gut angenommen: Die Gesprächstermine der zwei Energieberater sind stets drei Wochen im Voraus ausgebucht.
Innovation ist gut, smart sein ist besser: Darum will sich Bottrop nun auch noch den Titel „Smart City“ sichern: Zusammen mit den Städten Breda (Niederlande) und Modena (Italien) sowie der Universität von Nottingham (Großbritannien) hat Bottrop im Dezember ein entsprechendes Konzept bei der EU eingereicht. Zentraler Baustein des Konzepts ist die Sanierung von Stadtquartieren. Und da ist Bottrop dank InnovationCity ja nun Experte.