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Die Digitalisierung verändert alles – und Nordrhein-Westfalen gestaltet den Wandel mit.

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Digital und kurzgefasst

Breitband für den Kreis Düren

Mit der Digitalisierung steigt kontinuierlich die Menge der Daten, die ausgetauscht wird. Leistungsfähige Datennetze bis in die entlegensten Winkel NRWs sind deshalb eine wichtige Voraussetzung, damit die Unternehmen in NRW wettbewerbsfähig bleiben. Den Breitbandausbau voranzutreiben hat sich unter anderem Stephan Fuß zur Aufgabe gemacht: 1990 gründete er SOCO Network Solutions, später noch die Marke DN-CONNECT. Er hat sich auf die Breitbandversorgung der bislang schlecht angebundenen Ortschaften im Kreis Düren spezialisiert. Mittlerweile hat SOCO bereits 90 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und damit 40 Orte an schnelle Internet-Leitungen angeschlossen. Für die Investitionen griff er auch auf das Programm NRW.BANK.Breitband zurück. Weitere Siedlungen und Gewerbegebiete sollen folgen.

Wie digitale Gründungen finanziert werden

Als Förderbank ist die NRW.BANK gefragt, die digitale Wende mit unterschiedlichen Finanzierungslösungen mitzugestalten. Neben dem Breitbandausbau unterstützt sie Unternehmen mit Angeboten, die von der Beratung über klassische Förderdarlehen bis hin zu Eigenkapitalfinanzierungen reichen.
Mit dem NRW.SeedCap hat die NRW.BANK ein Beteiligungsprogramm geschaffen, das Startkapital für digitale Gründungen bereitstellt und Aktivitäten der Business Angels flankiert. Außerdem fördert die NRW.BANK Unternehmen der digitalen Wirtschaft mit Risikokapital über den NRW.BANK.Venture Fonds, den NRW.BANK.Kreativwirtschaftsfonds und die NRW.BANK.Seed.Fonds.Initiative. Institutionen wie die win NRW.BANK Business Angels Initiative vermitteln Investoren, die nicht nur mit Kapital, sondern auch durch Know-how und ihre Netzwerke zum Erfolg der Gründer beitragen. Start-ups mit technologischem Kern berät das NRW.BANK.Venture Center über weitere Möglichkeiten zur Finanzierung und Unterstützung.

STARTPLATZ für Gründer

In Köln und Düsseldorf bietet STARTPLATZ der rheinischen Gründer- und Start-up-Szene einen Ort für innovative Ideen und Austausch. Das Zentrum für Gründer vereint Co-Working, Wissensvermittlung und Netzwerk. Angehende Unternehmer können hier zu günstigen Konditionen einen Arbeitsplatz mieten und werden so Teil des Start-up-Systems. Auf diese Weise können sie ihr vorhandenes Wissen in Workshops und Vorträgen erweitern sowie kostenlose Expertensprechstunden in Anspruch nehmen. Der Zugang zur Community versetzt sie außerdem in die Lage, sich in kurzer Zeit selbst ein Netzwerk aufzubauen. „Mit STARTPLATZ haben wir eine Plattform geschaffen, in der Synergien entstehen“, sagt Lorenz Gräf, Geschäftsführer von STARTPLATZ.
Start-ups aus NRW haben übrigens die Möglichkeit, sich für ein STARTPLATZ-Gründerstipendium zu bewerben. Dieses wird mehrmals im Jahr vergeben und bietet den Gewinnern drei Monate lang einen Arbeitsplatz im Co-Working-Bereich, Coaching und Beratung durch Experten sowie kostenlose Workshops.

Digitale Sprachanalyse

Mithilfe einer ausgefeilten Software analysiert das Aachener Unternehmen Psyware GmbH geschriebene und gesprochene Worte – und kann daraus mit einer Treffsicherheit von bis zu 90 Prozent Charaktereigenschaften und die aktuelle Befindlichkeit einer Person ableiten. Möglich macht dies eine Datenbank, die mithilfe der Merkmale von 5.000 Probanden aufgebaut wurde und in der Sprach- und Textproben psychologischen Diagnosen zugeordnet sind. Einsatzmöglichkeiten sind das Recruiting von neuen Mitarbeitern, das betriebliche Gesundheitsmanagement oder der Kundendialog.

Onlinehandel wird stationär

Der Präsident des Bundesverbands Onlinehandel (BVOH), Oliver Prothmann, ist sich sicher: „Wer ein Ladenlokal auf Basis der Daten und Abläufe seines Onlinehandels aufbauen will, hat es leichter als ein klassischer Gründer, weil auf vorhandene Informationen über Verhalten und Entscheidungen der Konsumenten aufgebaut werden kann.“ Gutes Beispiel dafür ist Chronext aus Köln, ein Online-Marktplatz für Luxusuhren, an dem unter anderem der NRW.BANK.Kreativwirtschaftsfonds beteiligt ist. Nachdem ihr Geschäft 2015 so richtig in Schwung kam – mehr als 500 Händler und 11.000 Kunden sind auf der Plattform registriert – eröffneten die Gründer Philipp Man und Ludwig Wurlitzer Ende 2015 ihr erstes Ladenlokal: in London. Weitere stationäre Niederlassungen sollen folgen.

Digital gestresst

Den Facebook-Status aktualisieren, den Weg per App suchen oder eine Präsentation mit einem Klick der ganzen Welt senden – die Digitalisierung macht vieles im Leben einfacher. Doch die permanente Erreichbarkeit kann privat und beruflich auch in Stress ausarten. Richtig abzuschalten und sich zu erholen ist nur schwer möglich. Dr. Jörg Lauprecht, Inhaber einer Praxis für Herz- und Sportmedizin in Essen, warnt deshalb: „Ich habe junge Patienten, die ein beträchtliches Schlafdefizit aufweisen, weil sie davon abhängig sind, in den sozialen Medien präsent zu sein.“ Sein Rat: „Selbstbewusst entscheiden, wie lange und in welchem Umfang wir die Möglichkeiten von Smartphone & Co. nutzen.“ Gleichwohl: Gesundheitsfördernd, so Lauprecht, können spezielle Apps sein, die zu mehr Bewegung und gesünderem Essen anregen.

Digitaltechnik unterstützt klimagerechten Stadtumbau

Seit dem Start der InnovationCity Ruhr im Jahr 2010 konnten in dem Bottroper Pilotgebiet insgesamt rund 100.000 Tonnen CO2 eingespart werden – ungefähr so viel, wie ein Waldgebiet in der Größe der Stadt (etwa 100 Quadratkilometer) pro Jahr absorbieren kann. Digitale Technologien machen innovative Ansätze für klimaschonende Energieversorgung möglich: Daten zum technischen Stand und zur Ausrüstung von Gebäuden werden zentral erfasst und ausgewertet, Energieverbrauchsdaten dienen zur gezielten energetischen Sanierung. Vorrangig wird die regenerative Energieerzeugung vorangetrieben und mithilfe intelligenter Vernetzung an den tatsächlichen Verbrauch angeglichen. In rund 300 Einzelmaßnahmen werden zukunftsorientierte und nachhaltige Strategien entwickelt, um bis 2020 die CO2-Emissionen in Bottrop um die Hälfte gegenüber 2010 zu reduzieren. Ein Innovationshandbuch bündelt die Ergebnisse und gibt konkrete Handlungsempfehlungen für Kommunen.

Digitale Technik macht Studieren leichter

Unweit der RWTH Aachen entsteht mit „Kawo 3“ eine moderne, digital vernetzte Wohnanlage für Studierende. Ab 2017 beherbergt das Studierendenwerk Aachen hier 344 Studierende mit erstklassigem Komfort und begrünten Innenhöfen. Digitale Technik macht das Leben leichter: Im Waschsalon wird künftig bargeldlos mit dem Studierendenausweis gezahlt. Zudem erhalten die Mieter Zugang zum wissenschaftlichen Hochleistungsnetz Eduroam. Die digitale Gebäudeleittechnik erlaubt es dem Gebäudemanagement, den Verbrauch von Wasser, Strom und Gas aktuell im Blick zu behalten und unmittelbar per Fernsteuerung zu regulieren. Nach der Fertigstellung versorgt „Kawo 3“ mit seinem digital gesteuerten Blockheizkraftwerk auch benachbarte Wohnanlagen.

Bei der Finanzierung der Wohnanlage setzt das Studierendenwerk Aachen mit Unterstützung der NRW.BANK Mittel aus dem Programm Förderung von Wohnraum für Studierende – Wohnheimplätze für Studierende ein.

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