Genug von Einzelkämpfern hatte die Stadt Dortmund: Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat Einrichtungen wie Entsorgungsbetriebe, Ämter, Verbraucherberatung, kommunale Energieversorger sowie Industrie- und Handelskammer, das Handwerk und einzelne interessierte Bürger zusammengeführt, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen – im „Konsultationskreis Energieeffizienz und Klimaschutz“ (KEK) sollen die Klimaprojekte und Aktivitäten rund ums Thema Energie gebündelt und begleitet werden. Der KEK will dabei als Moderator und Koordinator unterstützend zur Seite stehen. Mit zwölf Projekten kooperiert der KEK bereits.
Impulsgeber und Koordinator
„Der KEK ist Impulsgeber, Ideen- und Projektplattform für die Akteure, und die Teilnehmer wirken als Multiplikatoren in Wirtschaft und Bürgerschaft“, sagt Michaela Bonan, Geschäftsführerin des KEK. Unter der Leitung der Stadt Dortmund stimmt der KEK die einzelnen Projekte untereinander ab. Auf diese Weise lassen sich überflüssige Doppelungen vermeiden, spezifisches Fachwissen kann gleich an mehreren Stellen sinnvoll genutzt werden. Das Besondere: „Das Ganze funktioniert ohne zusätzliches Budget“, wirbt Michaela Bonan, die dem KEK durchaus eine Vorbildfunktion zuspricht: „Auch in der ärmsten Kommune ist Personal vorhanden, das sich in einem solchen Konsultationskreis austauschen kann.“
Transparente Zusammenarbeit
Daran, dass dies ein guter Ansatz ist, glaubt auch die NRW.BANK: Bei ihrem dritten Ideenwettbewerb zeichnete sie den KEK aus. „Dieser Wettbewerb spricht gezielt Kommunen im Land an, die durch innovative Ansätze auffallen“, erläutert Dr. Jörg Hopfe, der Öffentliche Kunden der NRW.BANK betreut. „Und in Dortmund überzeugte uns, dass durch das Engagement aller relevanten Akteure eine sehr hohe Transparenz und Berechenbarkeit gewährleistet ist.“
Insgesamt wurden für den Ideenwettbewerb unter dem Motto „Zukunft entsteht hier - gestalten statt verwalten“ 87 Projekte in den drei Wettbewerbskategorien „Gründen & Wachsen”, „Entwickeln & Schützen” sowie „Wohnen & Leben“ eingereicht. Die Gewinner dürfen sich nicht nur über eine Trophäe und Urkunde freuen: „Darüber hinaus dürfen sie an einem Ideen-Mining an der Universität Münster teilnehmen“, so Dr. Jörg Hopfe.
Gestalten statt verwalten
Michaela Bonan freut sich über den Preis: „Für uns bedeutet diese Auszeichnung in erster Linie Anerkennung.“ Doch auch sie hat Anerkennung zu vergeben: „Ohne das Engagement vor allem der Bürgerinnen und Bürger kann man ein solches Projekt nicht umsetzen.“ So möchte sie das Ideen-Mining mit der Universität Münster vor allem nutzen, um sich dem Thema der Bürgerbeteiligung auch auf wissenschaftlicher Basis zu nähern. „Unser Projekt ist ein ständig laufender Prozess, bei dem wir stetig dazulernen und neue Konzepte entwickeln, die mit einfließen“, erläutert Michaela Bonan.
Eines der wichtigsten Projekte, die der KEK begleitet, ist dabei das Handlungsprogramm Klimaschutz 2020 in Dortmund: Bis zum Jahr 2020 will die Stadt Dortmund 40 Prozent Kohlendioxid im Vergleich zu 1990 einsparen – bis 2040 sollen es gar 80 Prozent weniger sein. Um dies zu erreichen, sollen dem Handlungsprogramm nach Altbauten energetisch saniert werden, erneuerbare Energien ausgebaut und der Umgang mit Strom effektiver gestaltet werden. Der KEK hilft, indem er alle wichtigen Akteure in diese Prozesse mit einbezieht und Öffentlichkeit herstellt: Auf diese Weise soll eine breite Akzeptanz für die kommenden Maßnahmen sichergestellt werden.

