Damit bei Regen Überflutungen von Straßen oder Kellern möglichst verhindert werden, muss ein Kanalsystem in kürzester Zeit enorme Mengen an Niederschlagswasser aufnehmen können. Weil die Kapazitäten der Kanalisation begrenzt sind, kommen in Mischsystemen – also wenn Schmutzwasser, Fremd- und Regenwasser zusammen abgeleitet werden – Regenüberlaufbecken ins Spiel. Diese speichern das mit Regenwasser stark verdünnte Mischwasser zwischen – so wie im Ortsteil Bösingfeld der Gemeinde Extertal.
Hubertus Fricke und Jens Plöger (v. l.) von den Wirtschaftsbetrieben Extertal prüfen die Wasserqualität.
Reines Wasser für die Exter
Das im Regenüberlaufbecken gesammelte Wasser stammt aus der Mischwasserkanalisation. Bis vor einigen Jahren war es aufgrund der mangelnden Kapazitäten der Kanalisation erforderlich, das stark verdünnte Schmutzwasser bei starkem Regen in die Exter abzugeben. „Dabei handelte es sich zwar um einen völlig legalen Vorgang“, berichtet Hubertus Fricke, Leiter der Wirtschaftsbetriebe Extertal, „ dennoch stellte dies eine Belastung für die Exter dar. Aus diesem Grund wurde in den Jahren 2004 bis 2005 ein sogenannter Retentionsbodenfilter angelegt.“ Hinter diesem Fachbegriff verbirgt sich ein flaches Becken – in Bösingfeld ungefähr so groß wie ein Fußballplatz – das auf den ersten Blick wie ein Schilfrohrfeld aussieht. Eine besondere Bodenschicht filtert das Wasser, so dass es in gereinigtem Zustand in die Exter eingeleitet werden kann.
In Bösingfeld wurde ein Retentionsbodenfilter angelegt – eine besondere Bodenschicht filtert das Wasser.
Extertal leistet wichtigen Beitrag
Die aus dem Wasser abgelagerten Sedimente wirkten sich jedoch nachteilig auf den Kläreffekt des Bodenfilters aus – er wurde sozusagen verstopft. Abhilfe wurde deshalb 2009 mit einem Filterbeckenüberlauf geschaffen, der zu 50 Prozent aus Mitteln des „Investitionsprogramm Abwasser NRW" (IPA) gefördert wurde. Bis 2011 unterstützte das Land Nordrhein-Westfalen mit dem Förderprogramm IPA Investitionen in den Erhalt der abwassertechnischen Infrastruktur zum Schutz der Gewässer und der Umwelt. 2012 wurde es durch das Programm „Ressourceneffiziente Abwasserbeseitigung NRW“ (ResA) abgelöst.
Der Filterbeckenüberlauf sorgt nun dafür, dass das Wasser insbesondere bei starken Niederschlägen nur zeitlich begrenzt dem Bodenfilter zugeführt wird. So wird verhindert, dass das Mischwasser zu lange im Bodenfilterbecken steht und dieses deshalb erneut verstopft.
Mit der von der NRW.BANK geförderten Maßnahme leistet die Gemeinde Extertal einen wichtigen Beitrag für eine bessere Wasserqualität der Exter.
