Extertal: biologische Abwasserreinigung durch Bodenfilter
Eine Schneckenpumpe transportiert Schmutzwasser in der Zentralkläranlage in Extertal

Infrastruktur

//Volle Filterleistung für die Exter

Ein goldener Wellenbalken im Wappen der Gemeinde Extertal im Nordosten Nordrhein-Westfalens an der Grenze zu Niedersachsen versinnbildlicht die namensgebende Exter. Der 26 Kilometer lange Fluss, der in die Weser mündet, wurde bei starkem Regen in der Vergangenheit immer wieder mit Schmutzwasser belastet. Mit Unterstützung der NRW.BANK konnte die 12.000-Einwohnergemeinde Extertal das Problem lösen.

Damit bei Regen Überflutungen von Straßen oder Kellern möglichst verhindert werden, muss ein Kanalsystem in kürzester Zeit enorme Mengen an Niederschlagswasser aufnehmen können. Weil die Kapazitäten der Kanalisation begrenzt sind, kommen in Mischsystemen – also wenn Schmutzwasser, Fremd- und Regenwasser zusammen abgeleitet werden – Regenüberlaufbecken ins Spiel. Diese speichern das mit Regenwasser stark verdünnte Mischwasser zwischen – so wie im Ortsteil Bösingfeld der Gemeinde Extertal.

Hubertus Fricke und Jens Plöger (v. l.) von den Wirtschaftsbetrieben Extertal prüfen die Wasserqualität. Hubertus Fricke und Jens Plöger (v. l.) von den Wirtschaftsbetrieben Extertal prüfen die Wasserqualität.

Reines Wasser für die Exter

Das im Regenüberlaufbecken gesammelte Wasser stammt aus der Mischwasserkanalisation. Bis vor einigen Jahren war es aufgrund der mangelnden Kapazitäten der Kanalisation erforderlich, das stark verdünnte Schmutzwasser bei starkem Regen in die Exter abzugeben. „Dabei handelte es sich zwar um einen völlig legalen Vorgang“, berichtet Hubertus Fricke, Leiter der Wirtschaftsbetriebe Extertal, „ dennoch stellte dies eine Belastung für die Exter dar. Aus diesem Grund wurde in den Jahren 2004 bis 2005 ein sogenannter Retentionsbodenfilter angelegt.“ Hinter diesem Fachbegriff verbirgt sich ein flaches Becken – in Bösingfeld ungefähr so groß wie ein Fußballplatz – das auf den ersten Blick wie ein Schilfrohrfeld aussieht. Eine besondere Bodenschicht filtert das Wasser, so dass es in gereinigtem Zustand in die Exter eingeleitet werden kann.

In Bösingfeld wurde ein Retentionsbodenfilter angelegt – eine besondere Bodenschicht filtert das Wasser. In Bösingfeld wurde ein Retentionsbodenfilter angelegt – eine besondere Bodenschicht filtert das Wasser.

Extertal leistet wichtigen Beitrag

Die aus dem Wasser abgelagerten Sedimente wirkten sich jedoch nachteilig auf den Kläreffekt des Bodenfilters aus – er wurde sozusagen verstopft. Abhilfe wurde deshalb 2009 mit einem Filterbeckenüberlauf geschaffen, der zu 50 Prozent aus Mitteln des „Investitionsprogramm Abwasser NRW" (IPA) gefördert wurde. Bis 2011 unterstützte das Land Nordrhein-Westfalen mit dem Förderprogramm IPA Investitionen in den Erhalt der abwassertechnischen Infrastruktur zum Schutz der Gewässer und der Umwelt. 2012 wurde es durch das Programm „Ressourceneffiziente Abwasserbeseitigung NRW“ (ResA) abgelöst.

Der Filterbeckenüberlauf sorgt nun dafür, dass das Wasser insbesondere bei starken Niederschlägen nur zeitlich begrenzt dem Bodenfilter zugeführt wird. So wird verhindert, dass das Mischwasser zu lange im Bodenfilterbecken steht und dieses deshalb erneut verstopft.

Mit der von der NRW.BANK geförderten Maßnahme leistet die Gemeinde Extertal einen wichtigen Beitrag für eine bessere Wasserqualität der Exter.

Der Filterbeckenüberlauf der Gemeinde Extertal wurde gefördert über das:

Fördermöglichkeiten für Ihr Vorhaben finden

Ich suche Fördermöglichkeiten für
im Bereich

Eine vollständige Übersicht der Auswahlkriterien bietet Ihnen die Suche auf der Seite  Förderlotse

Kommunen

Ausgezeichnet: Wie sich Stadtlohn freischwimmt

Alles andere als ein Sprung ins kalte Wasser ist für die Stadt Stadtlohn das neue Energiekonzept fürs Schwimmbad Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Alles andere als ein Sprung ins kalte Wasser ist für die Stadt Stadtlohn das neue Energiekonzept fürs Schwimmbad. Denn die Investition in ein Blockheizkraftwerk (BHKW) tätigt ein örtlicher Landwirt, den Nutzen haben die Bürger. Damit kann sich die Kommune in Sachen Frei- und Hallenbad finanziell freischwimmen. Für das vorbildliche Projekt gab es beim „NRW.BANK.Ideenwettbewerb für Kommunen 2011“ eine Auszeichnung.

Weiterlesen

Infrastruktur

Infrastruktur: Bürgerfreundlicher Strukturwandel in Hamm

Wo einst der Bergbau zuhause war, spielen heute Kinder.

Der Westen von Hamm ist vom Strukturwandel stark betroffen. Wo einst der Bergbau zu Hause war, liegen heute ganze Flächen brach. Das Entwicklungskonzept „Im Westen was Neues“ soll bis 2014 ehemalige Bergbauflächen in eine Parklandschaft verwandeln. Vorbildlich ist dabei die Einbindung der Bürger. Beim NRW.BANK.Ideenwettbewerb gab es dafür einen Preis in der Kategorie „Wohnen und Leben“.

Weiterlesen

Kommunen

InnovationCity: Stadt der Zukunft wird sichtbar

In Bottrop wird ein komplettes Stadtquartier mit 70.000 Einwohnern klimafreundlich saniert. Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Nach der Euphorie durch den prestigeträchtigen Titel „InnovationCity“ werden in Bottrop nun die Ärmel hochgekrempelt. Schließlich soll in der Ruhrgebietsstadt innerhalb von zehn Jahren der CO2-Ausstoß um 50 Prozent verringert werden. Dafür wird weltweit erstmals ein komplettes Stadtquartier mit 70.000 Einwohnern klimafreundlich saniert.

Weiterlesen

Infrastruktur

Fremdwassersanierung in Bochum

Dipl.-Ing. Thorsten Pacha von der Stadt Bochum

Unsere Kanalisation ist dafür da, das eingeleitete Regen- und Schmutzwasser aufzunehmen und abzutransportieren. Problematisch wird es, wenn Wasser auf unerwünschte Weise in die Kanalisation gelangt, etwa durch schadhafte Kanäle. Dieses sogenannte Fremdwasser kann einer der Gründe sein, die eine Kanalsanierung erforderlich machen. Denn Fremdwasser erhöht insgesamt das Abwasseraufkommen und belastet somit Anlagen zur Ableitung wie etwa Pumpwerke unnötig. Bochum hat bei der Planung entsprechender Sanierungsmaßnahmen für den nördlichen, an Herne grenzenden Stadtteil Riemke Unterstützung von der NRW.BANK erhalten.

Weiterlesen

Ihre Anfrage

* Pflichtfelder Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers/der Empfänger werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und anschließend gelöscht.

Feedback

Ihre Bewertung der Seite

Haben Sie ein Anliegen und möchten lieber persönlich in Kontakt mit der NRW.BANK treten? Dann nutzen Sie bitte unsere Kontaktmöglichkeiten.