Bergbauflächen in Parklandschaft verwandeln: Entwicklungskonzept „Im Westen was Neues“ in Hamm
Wo einst der Bergbau zuhause war, spielen heute Kinder.

Infrastruktur

//Infrastruktur: Bürgerfreundlicher Strukturwandel in Hamm

Der Westen von Hamm ist vom Strukturwandel stark betroffen. Wo einst der Bergbau zu Hause war, liegen heute ganze Flächen brach. Das Entwicklungskonzept „Im Westen was Neues“ soll bis 2014 ehemalige Bergbauflächen in eine Parklandschaft verwandeln. Vorbildlich ist dabei die Einbindung der Bürger. Beim NRW.BANK.Ideenwettbewerb gab es dafür einen Preis in der Kategorie „Wohnen und Leben“.

Stadtentwicklungsprojekte werden in der Regel in der Stadtverwaltung zusammen mit Planungsbüros erarbeitet und dann der Öffentlichkeit präsentiert. „Im Westen was Neues“ geht einen offeneren Weg – bereits vor der Planung war eine aktive Mitwirkung erwünscht. 2008 begann diese, nachdem die Stadt Hamm keinen Zuschlag für die Landesgartenschau 2014 erhielt. In Arbeitsgruppen tauschen sich seitdem Bürger aus und entwickeln gemeinsam Ideen, die sie dann umsetzen. „Die Bürger schätzen, dass sie etwas bewegen können, wenn sie aktiv mitarbeiten“, meint Projektleiter Andreas Mentz. Im Januar 2011 erhielten die Stadt Hamm und – stellvertretend für alle Bürgerinnen und Bürger, die sich bisher eingebracht haben – auch Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Arbeitsgruppen und des Beirats den „Bundespreis Soziale Stadt 2010“ in Berlin. Auch beim NRW.BANK.Ideenwettbewerb gab es eine Auszeichnung in der Kategorie „Wohnen und Leben“.

Infrastruktur: Luftaufnahme des Geländes der Zechenbrache „Schacht Franz“ Noch eine Brache, bald ein Bürgerpark: das Gelände der Zeche Franz in Hamm. Foto: Stadt Hamm/Hans Blossey

Zechenbrache „Schacht Franz“

Im Mittelpunkt des Projektes steht die Zechenbrache „Schacht Franz“, die in Zukunft als Stadtteilpark genutzt werden soll. Die Fläche ist Teil des Hammer Stadtteils Herringen. Seit 2002 ist der 1040 Meter tiefe Schacht Franz verfüllt, Experten sprengten das Gebäude 2003. Durch Brücken über die Lippe und den Datteln-Hamm-Kanal entstehen dort Wegverbindungen zu angrenzenden Landschaftsräumen der Stadtteile im Norden und Süden, die Fläche soll begrünt und mit Attraktionen ausgestattet werden. Die unterschiedlichen Höhen im Gelände, es gibt Wälle und Halden, können Besucher über Treppen und Rampen bewältigen. 
 

Über 100 Projektideen

Eine wichtige Rolle spielen bei der Raumgestaltung Bedürfnisse der Stadtteilbewohner, insbesondere die der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien. Über 100 Projektideen gab es, viele davon werden bereits umgesetzt. Ob ein „Ort der Bergbaugeschichte“, ein „Ort der interreligiösen Begegnung“, Kinderspielplätze oder Liegewiesen mit Grillstellen – die Ideen sind vielfältig. „Beispielhaft ist ein Funsportbereich, der aus einer Werkstatt entstanden ist, die wir mit Jugendlichen durchgeführt haben“, erklärt Andreas Mentz. In Zukunft spielen in dem Park Kinder, grillen Familien oder nutzen Mountainbike-Fans einen Parcours.

Vorbild für andere Kommunen

Früh die Bürger mit ins Boot holen, macht sich bezahlt. Das zeigt „Im Westen was Neues“ deutlich. Alle Ratsbeschlüsse gingen bislang einstimmig durch, was zu einer zügigen Projektabwicklung führt.
Die Bürger sind zufrieden und haben das Gefühl, dass ihre Wünsche ernst genommen werden. Der Austausch in Arbeitsgruppen stärkt die Stadtteil-Gemeinschaft und liefert somit einen wichtigen zwischenmenschlichen Beitrag. Bürger gestalten gemeinsam ihr Lebensumfeld, werten ihre Lebensqualität auf. Das Projekt kann Vorbild für andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen sein. Dort gibt es ähnliche Herausforderungen, die in den nächsten Jahren bewältigt werden müssen. Von „Im Westen was Neues“ können sie lernen.

Fördermöglichkeiten für Ihr Vorhaben finden

Ich suche Fördermöglichkeiten für
im Bereich

Eine vollständige Übersicht der Auswahlkriterien bietet Ihnen die Suche auf der Seite  Förderlotse

Kommunen

Ausstellungsprojekt „Unser Lüner SchauKasten“ im NRW.BANK.Ideenwettbewerb ausgezeichnet

Warenhaus Hertie in Lünen.

2008 meldete die Warenhauskette Hertie Insolvenz an. 54 Filialen werden aufgelöst. Auch in Lünen schloss Hertie 2009 nach 40 Jahren den Standort und hinterließ ein 17.000 Quadratmeter großes, fünfgeschossiges Haus, mitten in der Innenstadt. Die Lüner füllten das brach liegende Gebäude mit Kreativität.

Weiterlesen

Kommunen

Beim Ideen-Mining Lösungen für kommunale Probleme finden

Ein Tag, ein Team – einhundert Ideen

Nach Ideen graben. So lautet die Übersetzung von Ideen-Mining. Seit 2003 gräbt die Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) der Westfälischen Wilhelms-Universität danach – in Kreativworkshops.

Weiterlesen

Kommunen

NRW.BANK zeichnet Ideen kreativer Kommunen aus

Preisträger NRW.BANK.Ideenwettbewerb

„Zukunft entsteht hier“ – unter diesem Motto startete die dritte Auflage des NRW.BANK.Ideenwettbewerbs für Kommunen. Bis zum 30. April konnten Kreise, Städte und Gemeinden innovative Konzepte für die Gestaltung des Zusammenlebens einreichen – jetzt stehen die Gewinner fest. Am 1. Juli wurden in der NRW.BANK die Preise verliehen.

Weiterlesen

 

Notwendige kommunale Investitionen im Fokus wirtschaftlicher Betrachtungen

Schlaglöcher machen den schlechten Zustand der Straßeninfrastruktur sichtbar

Der Winter 2010/2011 hat durch Frost und Schnee zahlreiche Schlaglöcher in den Straßen hinterlassen und so den schlechten Zustand der Straßeninfrastruktur für die Bürger spürbar gemacht. Aber nicht nur die Straßen rufen nach Erneuerung, auch die kommunale Hochbauinfrastruktur ist vielfach nicht auf einem zeitgemäßen technischen Stand und mitunter sanierungsbedürftig.

Weiterlesen

Ihre Anfrage

* Pflichtfelder Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers/der Empfänger werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und anschließend gelöscht.

Feedback

Ihre Bewertung der Seite

Haben Sie ein Anliegen und möchten lieber persönlich in Kontakt mit der NRW.BANK treten? Dann nutzen Sie bitte unsere Kontaktmöglichkeiten.