Im Sommer 2009 hatte die Gelsenkirchener Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (ggw) die Bauruine des Hasseler Möbelhofs am Eingangstor zum Stadtteil Hassel, dem Hasseler Tor, für 77.000 Euro ersteigert. Nur knapp zwei Jahre lagen anschließend zwischen Entwicklung des Bauprojekts und dem Einzug der Mieter in das 1.700 Quadratmeter große, dreieinhalb geschossige Wohn- und Geschäftshaus. Entstanden sind in dem Eckhaus 21 barrierefreie Seniorenwohnungen und eine Wohngruppe für demenzkranke Senioren. Zudem hat sich der örtliche Krankenpflegedienst „Sozialer Hilfsdienst Gelsenkirchen“ im Erdgeschoss eingemietet.
Seniorengerechtes Wohnen an der Gelsenkirchener Dillbrinkstraße. (c) Gelsenkirchener Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (ggw)
Weniger, älter, bunter – der demografische Wandel
„Der Neubau an der Dillbrinkstraße steht für die Ausrichtung unserer Gesellschaft auf den Wandel in der Gesellschaft“, erklärt ggw-Geschäftsführer Harald Förster. „Senioren sind die einzige wachsende Bevölkerungsgruppe und um ihren Bedürfnissen entgegen zu kommen wollen wir zehn bis 15 Prozent unseres Wohnungsbestandes seniorengerecht und barrierefrei gestalten.“ Stefan Eismann, Leiter Bewirtschaftung bei der ggw ergänzt: „Der Umstand, dass wir vom Start weg eine Vollvermietung des Objektes erreichen konnten, zeigt den großen Bedarf nach Wohnraum speziell für ältere Ein- und Zwei-Personenhaushalte.“
Mit dem Bau der Seniorenwohnanlage reagiert die ggw auf den demografischen Wandel. Das Wohnraumkonzept erlaubt es Bewohnern und Angehörigen, ihre Dienstleister und andere Versorger frei auszuwählen und weiterhin so selbstbestimmt wie möglich zu leben. Denn laut der Publikation „Demografischer Wandel in Nordrhein-Westfalen“ des ILS, des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, sind wesentliche Merkmale des demografischen Wandels die Abnahme der Geburtenrate, eine zunehmende Lebenserwartung und eine mehr oder weniger hohe Zuwanderung aus dem Ausland, kurz zusammengefasst mit den Adjektiven „weniger, älter, bunter“. Laut ILS werden diese Prozesse nach allen vorliegenden Prognosen auch weiter anhalten.
Das seniorengerechte Wohnen ist um einen Standort reicher
Das 2,8-Millionen-Euro-Projekt verwirklichte die städtische Wohnungsbautochter mit der Sparkasse und der Unterstützung der NRW.BANK, die ein Wohnungsbaudarlehen in Höhe von 1,2 Millionen Euro zur Errichtung der 21 barrierefreien Wohnungen zur Verfügung stellte. „Das Grundstück mit der Bauruine war ein städtebaulicher Makel im Eingangsbereich zur Buerschen Innenstadt“, berichtet Reinhard Lohmann von der Abteilung Mietwohnraumförderung der NRW.BANK. „Daraus wurde durch das Engagement der ggw in kürzester Zeit das repräsentative ‚Hasseler Tor‘. Das immer mehr an Bedeutung gewinnende Segment ‚seniorengerechtes Wohnen‘ ist damit um einen Standort reicher.“
