Reinhard Lohmann von der Abteilung Mietwohnraumförderung der NRW.BANK.Die Wohnsiedlung an der Kopernikusstraße 6 - 14 entstand als eine der größten Hochhaussiedlungen in Gelsenkirchen. 1,5 Kilometer von der Gelsenkirchener City entfernt, entstand 1972 der so genannte Tossehof als eine typische Großwohnsiedlung im Stile jenes Jahrzehnts – Hochhäuser mit bis zu 15 Geschossen, gestaffelten Baukörpern und großflächigen Freiräumen. Bei seiner Eröffnung verfügte der Tossehof über 1.400 Mietwohnungen und rund 100 Einfamilienhäuser. Er bot rund 3.300 Menschen ein Zuhause.
Im Laufe der Jahrzehnte verfiel der Wohnkomplex – es entstand ein erheblicher Instandsetzungs- und Modernisierungsstau. Immer mehr Wohnungen und gewerbliche Flächen im Ladenzentrum blieben leer. „Die Siedlung war, trotz ihrer günstigen Lage im Grünen und am Rande der City, als ein sozialer Brennpunkt anzusehen. Die gesellschaftlichen Probleme entstanden nicht zuletzt durch die Ausgrenzung von sozial schwachen Familien, hohe Arbeitslosigkeit und einen erheblichen Anteil von Bewohnern mit Migrationshintergrund“, erklärt Reinhard Lohmann von der Abteilung Mietwohnraumförderung der NRW.BANK.
Modellprojekt für attraktives Wohnen
Im Rahmen eines „Integrierten Handlungskonzepts“ begann die Gelsenkirchener Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH (ggw) 2008 mit dem Abbruch von ganzen Wohngeschossen des Tossehofes. 117 Wohnungen wurden abgetragen, 19 neue Wohnungen entstanden in den Staffelgeschossen. Alle 103 Bestandswohnungen der viergeschossigen Wohnanlage konnten modernisiert und energetisch saniert werden.
Zudem wurden vorhandene Grünflächen, Spiel- und Parkplätze neu gestaltet. Es entstanden neue Treffpunkte, Aufenthaltsräume und verbesserte Wegebeziehungen.
Zur Information, Ansprache und Beteiligung der Mieter im Wohnquartier wurde ein Quartiersmanagement eingerichtet.
Stadterneuerung in Gelsenkirchen: Die Wohnsiedlung Tossehof (c) Stadt Gelsenkirchen: Klaus RechnitzDie „Marke Tossehof“
Die Imageverbesserung ist ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtprojekts. Die „Marke Tossehof“ soll zukünftig das Image einer „Gartenstadt“ tragen, die von einem toleranten Miteinander verschiedener Generationen und Nationalitäten geprägt wird.
Insgesamt betrug das Fördervolumen der NRW.BANK für diese Maßnahmen knapp über 4,4 Millionen Euro. Bis 2012 soll die städtebauliche Umbaumaßnahme abgeschlossen sein und der Tossehof Modellprojekt für attraktives Wohnen werden.
„Mit dem neuen Tossehof ist ein richtiges Schmuckstück entstanden. Das konnte ich beim Bewohnerfest feststellen: ein attraktiver Ort mit hoher Wohn- und Lebensqualität. Dafür spricht auch die Vollvermietung der 103 Wohnungen“, sagt Reinhard Lohmann.






