Dacharten und Dämmung
Korkboden
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Serie: Nachhaltiges Bauen - Teil 7

//Wohnen: Gut gedeckt – auf das richtige Dach kommt es an

Dächer schützen nicht nur einfach vor Wind und Wetter, sie prägen auch den Charakter von Gebäuden. Außerdem spielen sie beim Energieverbrauch eine entscheidende Rolle. Doch welche Dachform ist passend, welche Materialien gibt es und wie wird zweckmäßig gedämmt? Viele Fragen, die sich dem Hauseigentümer stellen. In erster Linie muss ein Dach gefallen, schließlich ist es eine dauerhafte Investition. Aber neben ästhetischen Kriterien treten Argumente wie Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Bei der Entscheidung für ein Dach sind Bauherren nicht ganz frei. Bauordnungen der Länder sowie Bebauungspläne und Gestaltungssatzungen der Gemeinden können bereits bestimmte Dächer vorgeben oder ausschließen. Auch Baustil und örtliche Lage eines Hauses schränken die Auswahl ein. An Rhein und Ruhr sind Reetdächer eher selten und  in eine historische Stadtkernumgebung passen Flachdächer eher schlecht ins Gesamtbild. Weitere ausschlaggebende Kriterien für Dachkonstruktionen sind die klimatischen Bedingungen. In regnerischen Gegenden sind steile Dachneigungen besonders zweckmäßig. In schneereicheren Gebieten sollten Schneefänge angebracht werden. Dachflächen sollten von der Ausrichtung zur Sonne und Neigung auch zur Installation von Solaranlagen genutzt werden können. Der gewünschte Wohnkomfort, das verwendete Material und die jeweiligen Energie-Eigenschaften spielen schließlich auch eine gewichtige Rolle – gerade unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten.

Der Klassiker: das Walmdach - Foto: Christian Schwier/Fotolia Der Klassiker: das Walmdach - Foto: Christian Schwier/Fotolia
Flachdächer können als Terrassenfläche oder zur Begrünung genutzt werden. Foto: flytime/Fotolia Flachdächer können als Terrassenfläche oder zur Begrünung genutzt werden. Foto: flytime/Fotolia
Für den Energieverbrauch eines Hauses spielt die Wärmedämmung des Daches eine entscheidende Rolle. Foto: Vibe Images/Fotolia Für den Energieverbrauch eines Hauses spielt die Wärmedämmung des Daches eine entscheidende Rolle. Foto: Vibe Images/Fotolia

Vielfältige Variationen

Können Bauherren großzügig planen, stehen sie vor einer großen Auswahl: ein klassisches Walmdach, das weit verbreitete Satteldach, ein Zeltdach oder Pultdach im anspruchsvollen Design, ein wohnraumfreundliches Mansarddach oder vielleicht sogar ein begrüntes Flachdach – dies sind nur einige der zahlreichen Dachkonstruktionen, aus denen sich auch Mischformen entwickelt haben. Aus der Dachform folgt häufig automatisch der verwendete Baustoff. Nicht alle Materialen eignen sich für jede Art der Eindeckung. Ebenso spielen gesundheitliche und wohnklimatische Faktoren eine Rolle.

Für schlichte und funktionale Konstruktionen eignen sich besonders Dachziegel oder -steine, die in Deutschland nach wie vor am häufigsten verwendet werden. Der Werkstoff ist Ton, der gute Eigenschaften für den Feuchtigkeitsaustausch hat, außerdem Innenbereiche gegen schädliche Umwelteinflüsse wie Strahlung oder Gase schützt. Dachsteine bestehen hauptsächlich aus Sand, Wasser und Zement. Sie weisen durch hohe Witterungsbeständigkeit eine lange Lebensdauer auf.

Ein ökologisch und gesundheitlich unbedenklicher Naturstein ist Schiefer. Für Dachdeckungen eignet sich dieses Material besonders, weil es lange haltbar, leicht zu bearbeiten und individuell formbar ist. Deshalb wird Schiefer gern für architektonisch anspruchsvolle Dachkonstruktionen genutzt.

Für nahezu wartungsfreie Dacheindeckungen eignet sich Titanzink, das nicht korrodiert und extrem lange hält. Mit Titanzink eingefasste Dachgauben, Kamine und Giebel sind wasser- und winddicht. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Material gut für individuelle Gestaltungen geeignet ist, zum Beispiel um Muster oder Strukturen zu formen.

Flachdächer werden vollkommen wasserundurchlässig abgedichtet und nicht gedeckt. Dementsprechend kommen hierfür andere Materialien zum Einsatz, üblicherweise Stahlbetondecken die mit Bitumen abgedichtet und mit einer Kiesschicht bedeckt werden. Flachdächer sind vielfältig nutzbar als Fläche für Dachterrassen oder zur Begrünung.

Gute Dämmung spart Energie

Durch eine fachgerechte Dachdämmung verbessert sich das Wohnklima, denn die Häuser bleiben im Winter warm, und im Sommer wird Hitze abgewiesen. Durch die Isolationswirkung muss in kälteren Perioden weniger geheizt werden und im Sommer sind keine stromintensiven Klimaanlagen nötig.

„Über schlecht isolierte Dächer verlieren Gebäude viel Wärme, eine optimierte Dachdämmung hingegen senkt spürbar den Energieverbrauch des Hauses“, weiß Dirk Mobers von der EnergieAgentur.NRW.  Das Dämmmaterial wird unterhalb, zwischen oder auf den Dachsparren angebracht. Wenn die Dachkonstruktion von innen zugänglich ist, wird in der Regel eine Zwischensparrendämmung gewählt, bei der die Wärmedämmung zwischen die Sparren eingebracht wird. Reicht die Sparrendicke nicht aus, um die gewünschte Dämmwirkung zu erreichen, kann der Sparren „aufgedoppelt“oder die Dämmung durch eine Untersparrendämmung ergänzt werden. Diese verkleinert jedoch den Wohnraum unter dem Dach. „Wichtig ist es bei den gedämmten Dachkonstruktionen, eine Luftdichtigkeit herzustellen, damit keine feuchtwarme Luft aus den Wohnräumen in die Dämmung eindringt und dort Wasser auskondensiert, welches zur Schimmelbildung führen kann“, so Dirk Mobers. Die Luftdichtdigkeit wird durch eine entsprechende Folie hergestellt. Sehr gute Dämmeigenschaften und keinerlei Wohnraumverlust zeichnet die Aufsparrendämmung aus, die jedoch deutlich mehr kostet.

Grundsätzlich können bei Dächern die gleichen Materialien wie bei anderen Wärmedämmmaßnahmen eingesetzt werden. Bei der Untersparrendämmung eignen sich besonders Dämmplatten, die leicht zu befestigen sind und oft schon auf der Rückseite eine Verkleidung enthalten. Für die Zwischensparrendämmung werden vor allem Dämmwollen verwendet, die einfach zwischen den  Sparren zu befestigen sind. Für die Aufsparrendämmung kommen oft Systeme aus Hartschaum zum Einsatz.

Gebräuchliche Materialien sind geschäumte Kunststoffe wie zum Beispiel Polystyrol  und Polyurethan. Alternativen sind anorganische Dämmstoffe wie Stein- und Glaswolle, Silikat-Platten und geschäumtes Glas. Naturdämmstoffe bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holzfasern oder -wolle. Ebenso gibt es tierische und pflanzliche Fasern wie Schafwolle, Kokosfasern, Hanffasern, Flachsfasern, Kork, See- und Wiesengras sowie Schilfrohr(-Matten). Außerdem eignet sich Recyclingmaterial wie Zellulose aus Altpapier als Dämmstoff. Je nach Eigenschaften werden die Materialien als Platten, Matten, gerollt, als Flocken oder Schaum hergestellt.

_____________________________________________________________

Serie Nachhaltiges Bauen

Teil 1: Was umfasst nachhaltiges Bauen?
Teil 2: Leicht- und Massivbauweise im Vergleich
Teil 3: Holz, Lehm & Co.: Vor- und Nachteile von ökologischen Baustoffen
Teil 4: Gebäude intelligent dämmen
Teil 5: Umweltfreundliche Materialien für den Innenausbau
Teil 6: Dicke Luft muss nicht sein – Tipps für gutes Raumklima
Teil 7: Gut gedeckt – auf das richtige Dach kommt es an
Teil 8: Heizenergien der Zukunft

_____________________________________________________________

Förderung für Energieeffizienz

Für Maßnahmen zur Gebäudesanierung, die Verbesserung der Energieeffizienz für selbst genutzten Wohnraum und Steigerung der Ressourceneffizienz bietet die NRW.BANK Fördermöglichkeiten an. Einen Überblick zu Voraussetzungen und Konditionen der jeweiligen Programme können Sie sich online im Menü Förderlotse unter den „Förderthemen“ in den Bereichen „Umwelt und Energie“ und „Wohnen“ verschaffen. Oder fragen Sie bei Ihrer Hausbank nach Fördermitteln in Kooperation mit der NRW.BANK.

Logo Serie Nachhaltig bauen

Serie

Die Serie „Nachhaltiges Bauen“ gibt einen Überblick über ressourcenschonendes und energieeffizientes Bauen und Sanieren. Welche bewährten, wiederentdeckten und neuen Baustoffe sind zeitgemäß? Wie lassen sich Folge- und Nutzungskosten berechnen? Wann hilft eine Dämmung, wann schadet sie? Was für verschiedene Typen von Energieeffizienzhäusern gibt es? Wie fördert die NRW.BANK die Bauherren? Antworten auf diese und andere Fragen liefert Ihnen die NRW.BANK in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW in dieser Serie.

Förderprogramme und -produkte für Maßnahmen im Bereich regenerativer Energien:

Energieeffizient Bauen KfW Bankengruppe

Fördermöglichkeiten für Ihr Vorhaben finden

Ich suche Fördermöglichkeiten für
im Bereich

Eine vollständige Übersicht der Auswahlkriterien bietet Ihnen die Suche auf der Seite  Förderlotse

Serie: Nachhaltiges Bauen - Teil 1

Wohnen: Was umfasst nachhaltiges Bauen?

Solar- und Photovoltaik-Anlage (c) BSW-Solar/Viessmann Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Die Serie „Nachhaltiges Bauen“ gibt einen Überblick über ressourcenschonendes und energieeffizientes Bauen und Sanieren. Welche bewährten, wiederentdeckten und neuen Baustoffe sind zeitgemäß? Wie lassen sich Folge- und Nutzungskosten berechnen? Wann hilft eine Dämmung, wann schadet sie? Was für verschiedene Typen von Energieeffizienzhäusern gibt es? Wie fördert die NRW.BANK die Bauherren? Antworten auf diese und andere Fragen liefert Ihnen die NRW.BANK in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW in dieser Serie.

Weiterlesen

Serie: Nachhaltiges Bauen - Teil 2

Wohnen: Leicht- und Massivbauweise im Vergleich

Die meisten Wohngebäude sind in Massivbauweise konstruiert – aber die Leichtbauweise wird zusehends beliebter. Foto: Bernd_Leitner/Fotolia.com Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Welche Bauweise ist für umweltschonendes und energieeffizientes Bauen eigentlich besser? Massiv- oder Leichtbau? Ein eindeutiges Urteil fällt für Wohngebäude schwer. Für „leichte“ Holzhäuser spricht zum Beispiel, dass hierfür ein nachwachsender Rohstoff verwendet wird, der eine neutrale CO₂-Bilanz aufweist. Bei der Massivbauweise hingegen wirken die lange Lebensdauer und die Stabilität nachhaltig, auch in Sachen Wärmespeicherung und Schallschutz gibt es hier Vorteile. Beide Konstruktionsweisen haben spezifische ökologische Stärken und Schwächen.

Weiterlesen

Serie: Nachhaltiges Bauen - Teil 3

Holz, Lehm & Co.: Vor- und Nachteile von ökologischen Baustoffen

Holzhaus Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Ziegel und Mauersteine sind nach wie vor die wichtigsten Baustoffe. Bei knapp 45 Prozent aller im Jahr 2010 fertiggestellten Wohn- und Wirtschaftsgebäude in Deutschland wurden überwiegend diese Materialien verwendet. Aber schon 16 Prozent der Häuser bestehen hauptsächlich aus Holz. Und durch den Trend zum nachhaltigen Bauen erfreuen sich auch andere natürliche Rohstoffe wachsender Beliebtheit. Welche Eigenschaften zeichnen sie aus? Wo liegen die Vor- und Nachteile? Welche Rolle spielen die klimatischen Voraussetzungen?

Weiterlesen

Serie: Nachhaltiges Bauen - Teil 4

Wohnen: Gebäude intelligent dämmen

Holzhaus Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Heizkosten sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Moderne Heizungen schaffen Abhilfe. Doch vor allem mit der Dämmung von Außenwänden, Dach und Kellerdecke sowie dem Austausch von Fenstern lassen sich Energiekosten senken. Bei der Auswahl des Dämmstoffs für die verschiedenen Anwendungsfälle sind Faktoren wie Wärmeleit- und Wärmespeicherfähigkeit, Feuchteresistenz, Brandverhalten und Gesamtenergiebilanz zu beachten.

Weiterlesen

Serie: Nachhaltiges Bauen - Teil 5

Wohnen: Der perfekte Baustoff ist gesund und umweltverträglich

Korkboden Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Natürlich, ökologisch und stilvoll soll er sein – der perfekte Baustoff für den Innenausbau. Für Wände, Böden, Treppen, Türen oder Decken eines Hauses kommen die unterschiedlichsten Materialien in Betracht: textile, hölzerne, elastische oder mineralische. Der Trend bei der Wahl eines Werkstoffs: Umwelt- und Gesundheitskriterien spielen eine immer größere Rolle.

Weiterlesen

Serie: Nachhaltiges Bauen - Teil 6

Wohnen: Dicke Luft muss nicht sein – Tipps für gutes Raumklima

Bei der Wahl von Farben und Tapeten ist auf Inhaltsstoffe wie Lösungsmittel und Pigmente achten. Foto: chaoss/Fotolia Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Alles im Lack? Für ein gesundes und wohltuendes Raumklima spielt die richtige Auswahl von Lacken, Farben, Tapeten und Kleister eine große Rolle. Diese sollten aus natürlichen Materialien hergestellt sowie schadstofffrei sein – aus gutem Grund.

Weiterlesen

Serie: Nachhaltiges Bauen - Teil 8

Wohnen: Heizenergien der Zukunft

Holzpellets Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Fossile Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas gehen absehbar zur Neige. Außerdem belasten sie, wie auch Braun- und Steinkohle, bei der Strom- und Wärmeerzeugung die Umwelt, vor allem durch Emission des Treibhausgases CO₂. Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch aus wirtschaftlichen Erwägungen gewinnen alternative Energiequellen an Bedeutung. Die Auswahl ist mittlerweile groß.

Weiterlesen

Ihre Anfrage

* Pflichtfelder Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers/der Empfänger werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und anschließend gelöscht.

Feedback

Ihre Bewertung der Seite

Haben Sie ein Anliegen und möchten lieber persönlich in Kontakt mit der NRW.BANK treten? Dann nutzen Sie bitte unsere Kontaktmöglichkeiten.