Elisabeth Sander ist eine Dame, die Dinge nicht gerne auf die lange Bank schiebt, und sich, wie sie selber sagt, „als ehemalige Buchhalterin in Finanzdingen gut auskennt“. Grund genug für die Dortmunderin, sofort aktiv zu werden, als ihr Lebensgefährte nur noch mit großer Mühe die häusliche Treppe bewältigen konnte. Bereits vor 20 Jahren hatte sie ein KfW-Darlehen für den Einbau energiesparender Maßnahmen genutzt. Jetzt beantragte die gut informierte Seniorin bei ihrer Sparkasse einen Zuschuss für Erwerb und Einbau eines Treppenliftes. Nach wenigen Wochen wurden die Mittel genehmigt und die Investition wurde vorgenommen. Elisabeth Sander: „Jetzt können wir weiterhin in unserer Wohnung bleiben.“
Spezialistin für Wohnraumfinanzierung bei der NRW.BANK Sandra Notz empfiehlt: „Interessenten sollten sich bei Planung und Durchführung Rat bei Fachhandwerkern, Architekten oder Sachverständigen holen."Vom Programm „Altersgerecht Umbauen“ profitieren
Die Fördermittel für das KfW-Programm werden über die NRW.BANK zu den Sparkassen und von dort zu den Antragstellern geleitet. „Die Nachfrage nach diesem Angebot ist derzeit noch nicht sehr groß, weil die Offerte relativ neu am Markt ist“, erläutert Sandra Notz, Spezialistin Wohnraumfinanzierung bei der NRW.BANK, und fügt hinzu: „In den Köpfen vieler Menschen hat es sich bislang noch nicht durchgesetzt, dass altersgerecht Umbauen eine Vorsorgemaßnahme für eine längere Zukunft in der eigenen Wohnung ist.“
Jeder Haus- und Wohnungsbesitzer kann Kredite oder einen Zuschuss beantragen, um sein Objekt so umzugestalten, dass es sich möglichst barrierefrei nutzen lässt. Das gilt nicht nur für bauliche Veränderungen, die Senioren das Leben erleichtern. Auch Jüngere, wie zum Beispiel das Ehepaar mit dem Kinderwagen, dürfen profitieren. Denn „altersgerecht“ heißt tatsächlich „für alle Altersstufen geeignet“.
Alfred Berger überwindet die Treppen.Eine Vielzahl von förderfähigen Maßnahmen
Öffentliche Fördermittel gibt es für ein ganzes Bündel von Initiativen. Dazu gehören zum Beispiel der Einbau von Aufzügen, Gegensprechanlagen und Türverbreiterungen, der Umbau von Sanitäranlagen und Haustechnik sowie der Bau von Stellplätzen. Achtung: Der Antrag auf staatliche Unterstützung ist vor Beginn der Arbeiten bei der Hausbank einzureichen. Außerdem sind die Maßnahmen von einem Fachunternehmen auszuführen – sonst gibt’s kein Geld.
Die NRW.BANK-Expertin Sandra Notz empfiehlt: „Um die vorgeschriebene Umsetzung der Förderbausteine zu gewährleisten und die darin enthaltenen technischen Vorgaben erfüllen zu können, sollten sich Interessenten bei Planung und Durchführung Rat bei Fachhandwerkern, Architekten oder Sachverständigen holen.“ Die Chancen, dass ein Antrag bewilligt wird, stehen gut. Sandra Notz: „Durch eine gute Vorbereitung und die Zusammenarbeit mit den Banken vor Ort werden die meisten Fälle zugesagt.“ Und Elisabeth Sander aus Dortmund weiß aus eigener Erfahrung: „Sie schaffen sich mit altersgerechten Umbauten ein ganzes Stück Lebensqualität.“



