„Die Menschen wissen und verstehen, dass wir jetzt etwas tun müssen, dass wir nicht mehr abwarten können“, erklärt Baudezernent Markus Baier. Rund 6.000 Arbeitsplätze hat die Stadt an den südlichen Ausläufern des Teutoburger Walds zu bieten, davon allein 3.000 im Gesundheitssektor und fast 1.300 Arbeitsplätze im Bereich Glas. Das Durchschnittsalter in Bad Driburg wird bis 2025 auf 42 Jahre steigen. Bis zum Jahr 2025 wird für Bad Driburg lediglich ein Minus der Einwohnerzahl von fünf Prozent vorhergesagt. „Wir können Rahmenbedingungen schaffen, um die Entwicklung abzumildern und daraus entstehende Probleme im Vorfeld zu bekämpfen“, erklärt Markus Baier. Hinzu kommt, dass die Kurgastzahlen rückläufig sind und die Nähe zu Paderborn dem Einzelhandel in der Stadt zusetzt. „Noch halten sich die Leerstände im Rahmen, aber das Ziel muss sein, mehr Touristen und Kurgäste ins Stadtzentrum zu locken“, so Markus Baier. Im Jahr 2008 wurde Bad Driburg als bester Touristikstandort in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen.
Einzelhandel ins Zentrum
Zu diesem Zweck entwickelte die Stadtverwaltung ein Handlungskonzept, das die Zukunft der Stadt sichern soll. „Aktives Stadtzentrum“ lautet der Titel. „Das heißt“, erklärt Markus Baier, „dass wir den Handel wieder ins Zentrum holen wollen.“ Dabei setzt Bad Driburg auf ein qualitativ hochwertiges Angebot. Die Finanzierung hat die Stadt zusammen mit der NRW.BANK auf die Beine gestellt, die Mittel stammen aus der Städtebauförderung des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen dieses Konzepts sollen bis zum Jahr 2015 Maßnahmen mit einem Volumen von insgesamt zehn Millionen Euro umgesetzt werden, davon fünf Millionen Euro für die Sanierung und Entwicklung der Lange Straße, die zu einem guten Teil Fußgängerzone ist. Die Bauarbeiten sind im vollen Gange. Parallel wurde ein „Touristisches Leitkonzept“ auf die Beine gestellt, das die Verbindung von Gesundheitsleistungen und Touristik stärken soll. Neue Aktionen in der Öffentlichkeitsarbeit gehören genauso dazu wie mehr kulturelle Angebote und zusätzliche regionale Kooperationen.
Auch was die Baupolitik angeht, beschreitet Bad Driburg neue Wege: Statt den Bau von Eigenheimen in Neubaugebieten zu fördern, lenkt die Verwaltung die Gelder so um, dass das „Wohnen im Bestand“ attraktiver wird. Bis zu 9.000 Euro können Familien erhalten, die in die Kernstadt und die Ortskerne der Dörfer ziehen. Damit wird deutlich, dass es Markus Baier nicht nur um Touristen und Kurgäste geht. Im Mittelpunkt stehen die Bürger Bad Driburgs. Ihnen will Baier langfristig eine vollständige Infrastruktur erhalten: „Wenn wir zukunftsfähig bleiben wollen, müssen wir Familien viel bieten.“
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Bad Driburg
Im 12. Jahrhundert entstanden in Bad Driburg die ersten Glashütten, die maßgeblich das Wohl des Ortes begleiteten. Ab dem späten 18. Jahrhundert entwickelte sich zudem der Badebetrieb, im Jahr 1919 kam der Titel „Bad“ zum Stadtnamen hinzu. Seine Blüte erlebte Bad Driburg als Kurort in den 1950er-Jahren. Zuletzt übernachteten in Bad Driburg rund 750.000 Kurgäste und Urlauber.

