Energieberater hilft Heizkosten uns Strom sparen
Energieberater Dipl.-Ing. Lars Motzkau (Bild: NRW.BANK)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Wohnen

//Der Energieberater – das unbekannte Wesen

Wer sein Haus sanieren will oder gar einen Neubau plant, steht vor einem Dickicht schier unendlicher Möglichkeiten, wenn es darum geht, möglichst viel an Heizkosten und Strom zu sparen. Energieberater können da Licht ins Dunkel bringen. Dipl.-Ing. Lars Motzkau zeigt im Gespräch auf, wie Energieberater arbeiten.

Herr Motzkau, wie wird man Energieberater?

Lars Motzkau: Es gibt verschiedene Bildungswege. So können Architekten und Ingenieure durch entsprechende Fortbildungen die notwendigen Fachkenntnisse erwerben. Ein Handwerksmeister ist praktisch orientiert. Er kann sich mit entsprechender Weiterbildung zum „Energieberater des Handwerks“ qualifizieren.

Aber bei einem Handwerker laufe ich doch Gefahr, dass er mir nur Maßnahmen aus seinem Bereich empfiehlt: Ein Dachdecker empfiehlt mir die Abdichtung des Dachs, ein Heizungsmonteur eine neue Heizung …

Lars Motzkau: Ein Energieberater muss sich fachübergreifend auskennen. Zudem ist er zur Unabhängigkeit verpflichtet.

Was macht einen guten Energieberater aus?


Lars Motzkau: Sein breit gefächertes Wissen. Er muss in der Lage sein, die einzelnen Gewerke zusammenzubringen. Zudem muss er die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen im Auge behalten und sich stets weiterbilden. Das gilt vor allem auch für die rasante technische Entwicklung: Wenn ich heute ein Haus nach dem Neubaustandard baue, den die aktuell geltende Energieeinsparverordnung EnEV 2009 vorschreibt, dann ist das schon wieder ein Altbau, wenn mit einer der nächsten EnEV-Novellen ein neuer Standard in Kraft tritt.

Aber nicht jeder Kunde kann oder will sich gleich einen modernen Neubau leisten …


Lars Motzkau: Daher ist es die Aufgabe eines Energieberaters, die Wünsche des Kunden dessen Bedürfnissen anzupassen. Der Energieberater muss in der Lage sein zu erkennen, wie man das Beste aus den Möglichkeiten herausholt, die der Kunde hat. Das fängt damit an, erklären zu können, wie man richtig heizt, und kann bis zu einer Totalsanierung gehen, die zum Beispiel für ein Einfamilienhaus mehr als 100.000 Euro kosten kann. Dabei muss man natürlich auch langfristig bedenken, dass diese vergleichsweise hohe Investitionssumme letzten Endes eine immense Wertsteigerung für die Immobilie bedeutet.

Muss in einem Energieberater dann nicht auch ein Stück weit ein Finanzberater stecken?


Lars Motzkau:
Er sollte sich mit den Finanzierungsmöglichkeiten auskennen und sich auch dort ständig auf den neuesten Stand bringen. Die Förderbanken bieten für eine energetische Sanierung gute Finanzierungskonditionen. Somit wäre es fast unverantwortlich, diese nicht in Anspruch zu nehmen.

Angenommen, eine Komplettsanierung steht an: Inwieweit begleitet ein Energieberater den Prozess? Oder reicht eine telefonische Beratung, in der mir der Berater alle Schritte erläutert?

Lars Motzkau: Am Anfang steht immer eine Startberatung, gern auch telefonisch, die dem Kunden die Hemmschwelle nehmen soll. Hier kann schon eine grobe Auswertung des Gebäudes erfolgen, die als Orientierungshilfe dienen soll. Die detaillierte Planung vor Ort findet dann statt, wenn klar ist, was der Kunde ausgeben will und was er selbst mit der Immobilie vorhat. Wenn der Kunde beispielsweise plant, später einmal eine Dämmung vorzunehmen, wäre es sicher nicht sinnvoll, zunächst die Heizungsanlage auszutauschen.

… weil ein ungedämmtes Haus eine leistungsstärkere Anlage braucht als ein gedämmtes?


Lars Motzkau: Genau. Die besten Sanierungen sind die, bei denen man hinterher möglichst wenig Heizenergie aus fossilen Energieträgern aufwenden muss. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Energiekosten in nächster Zeit steigen werden. Somit spare ich am meisten Geld, wenn ich gar keine Wärme erzeugen muss.

Gut, Sie fahren also zum Kunden, schauen sich das Objekt an, sagen ihm, was zu tun ist … und damit ist Ihr Job getan?

Lars Motzkau: Das kann so laufen, wenn der Kunde nicht mehr will. Besser ist es aber, sich ein schriftliches Konzept erarbeiten zu lassen, in dem mehrere mögliche Varianten gegenübergestellt sind. Auch während des Prozesses der Sanierung empfiehlt es sich, einen Energieberater als Fachplaner zur Seite zu haben. Denn die beste Dämmung nützt wenig, wenn sie nicht nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik eingebaut worden ist.

Aber damit entstehen wieder zusätzliche Kosten für den Bauherren …

Lars Motzkau: Durch die Überwachung der fachgerechten Ausführung werden Baumängel und teure Bauschäden vermieden. Die Höhe der anfallenden Kosten für eine Bauüberwachung ist wesentlich geringer als die Behebung eventueller Sanierungsschäden. Somit ist die Auswahl eines geeigneten Energieberaters die Grundlage für eine gelungene energetische Modernisierung.

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