NRW-Bauminister Michael Groschek und NRW.BANK-Vorstandsmitglied Dietrich Suhlrie über soziale Wohnraumförderung
Der Niederfeldsee in Essen-Altendorf wurde eigens für das „Uferviertel“ angelegt (Bild: NRW.BANK / Lokomotiv)

Interview

//„So flexibel und rentabel wie der freifinanzierte Wohnungsbau“

Die soziale Wohnraumförderung hat ihr bestes Ergebnis seit Jahren erzielt. Es gelang ihr, Anreize für Investitionen in die Schaffung sozialen Wohnraums zu verstärken, den Bau sozialer Mietwohnungen weiter anzukurbeln und zusätzlichen Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. Ein Gespräch mit NRW-Bauminister Michael Groschek und NRW.BANK-Vorstandsmitglied Dietrich Suhlrie.

NRW-Bauminister Michael Groschek (Bild: MBWSV / Ralph Sondermann) Michael Groschek: „Fast 4.600 neue Mietwohnungen können gebaut, weitere 3.100 Wohnungen konnten umgebaut oder modernisiert werden." (Bild: MBWSV / Ralph Sondermann)
NRW.BANK-Vorstandsmitglied Dietrich Suhlrie (Bild: NRW.BANK / Kolja Matzke) Dietrich Suhlrie: „Die NRW.BANK hat 2015 insgesamt knapp 830 Millionen Euro Fördermittel für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gewährt." (Bild: NRW.BANK / Kolja Matzke)

Wie war das Wohnungsbaujahr 2015 in Nordrhein-Westfalen?

Michael Groschek: Der Wohnungsbau ist kräftig in Schwung gekommen. Besonders die Mietwohnungsbauförderung hat deutlich zugelegt. Und vor allem dort, wo bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist, wie in den Boomstädten Nordrhein-Westfalens, wird durch unsere Förderung neuer bezahlbarer Wohnraum entstehen. Beeindruckende Steigerungen gab es zudem bei den investiven Bestandsmaßnahmen, und zwar ganz besonders bei den energetischen Maßnahmen. Auch die  Förderung von Studentenwohnheimen konnte deutlich gesteigert werden.

 

In Zahlen gesprochen?

Dietrich Suhlrie: Die NRW.BANK vergab 2015 Mittel der sozialen Wohnraumförderung in Höhe von 669 Millionen Euro – 27,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt haben wir damit Neubau, Erwerb und Modernisierung von fast 9.200 Wohnungen und Heimplätzen gefördert.

Michael Groschek: Mithilfe dieser Mittel werden fast 4.600 neue Mietwohnungen gebaut und 3.100 weitere Wohnungen konnten umgebaut oder modernisiert werden.

 

All das trotz eines schwierigen Zinsumfelds – wie war das möglich?

Dietrich Suhlrie: Der Bedarf für günstigen Wohnraum ist groß. In den wachsenden Städten zum Beispiel entlang der Rheinschiene ist das Thema bereits seit einigen Jahren ganz oben auf der Agenda. Zusätzlich hat der Zuzug von Flüchtlingen natürlich Impulse gegeben. Die Kommunen und Investoren wollen jetzt handeln. Außerdem wurden die Förderkonditionen stark verbessert und die Tilgungsnachlässe noch einmal deutlich erhöht.

Michael Groschek: Dies hat den sozialen Wohnungsbau in NRW für Investoren attraktiv gemacht. Private Anleger und Wohnungsunternehmen investieren deshalb wieder stärker in den Bau und die Modernisierung sozialen Wohnraums. Unsere wohnungswirtschaftlichen Partner im Bündnis für Wohnen haben die verbesserten Rahmenbedingungen sehr gelobt.

 

Thema Flüchtlinge – wie hat die Wohnraumförderung darauf reagiert?

Michael Groschek: Wir haben im Sommer ein neues Programm zur Schaffung von Wohnraum für Flüchtlinge gestartet und bis Jahresende mit insgesamt 79 Millionen Euro mehr als 1.000 Wohnungen gefördert – in weniger als sechs Monaten.

Dietrich Suhlrie: Mit unserem Programm NRW.BANK.Flüchtlingsunterkünfte haben wir außerdem rund 18.000 Plätze für die Erstunterbringung von Flüchtlingen gefördert – mit rund 160 Millionen Euro. Zusammen mit den eben genannten 669 Millionen Euro der sozialen Wohnraumförderung ergibt sich für 2015 also eine Gesamtförderung von knapp 830 Millionen Euro für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, inklusive der Unterbringung von Flüchtlingen.

 

Wie geht es in diesem Jahr weiter?

Michael Groschek: Das Thema Flüchtlinge wird uns weiterhin beschäftigen, ebenso wie die Quartiersentwicklung und die energetische Sanierung der Bestände – um nur wenige Themen zu nennen. Der Schwerpunkt der sozialen Wohnraumförderung in NRW wird aber weiterhin die Förderung des Mietwohnungsbaus sein. Dazu haben wir die Förderkonditionen auch noch einmal verbessert: Dass die Tilgungsnachlässe nun zum Teil als Eigenkapital angerechnet werden können, ist für viele Investoren ein ganz wichtiges Plus.

Dietrich Suhlrie: Es gibt bereits Signale aus der Wohnungswirtschaft und aus den Kommunen, die darauf hindeuten, dass auch 2016 ein sehr erfolgreiches Jahr der Wohnraumförderung wird. Die Nachfrage ist weiterhin hoch. Das wollen wir durch noch transparentere, einfachere und schnellere Prozesse unterstützen. Gemeinsam mit dem Ministerium, dem Städtetag NRW und dem Landkreistag haben wir das Projekt „Optimierung der Förderpraxis“ gestartet. Mithilfe des Projekts sollen Hemmnisse in den Förderverfahren erkannt und abgebaut werden, um die Förderung noch attraktiver und einfacher zu machen.

 

Wo steht die soziale Wohnraumförderung heute?

Dietrich Suhlrie: Innerhalb der NRW.BANK ist die Wohnraumförderung eine feste und gewichtige Größe – der größte Förderbereich der Bank. Und auch auf dem Wohnungsmarkt haben wir die soziale Wohnraumförderung fest etabliert. In dieser Richtung arbeiten wir weiter. Die NRW.BANK wird auch in den kommenden Jahren ausreichende Finanzmittel für die soziale Wohnraumförderung zur Verfügung stellen. Dies stellen wir durch unsere Planung sicher.

Michael Groschek: In Nordrhein-Westfalen ist der soziale Wohnungsbau heute genauso modern, flexibel und rentabel wie der freifinanzierte Wohnungsbau. Gemeinsam mit unseren Partnern im Bündnis für Wohnen wollen wir den Mietwohnungsbau nun richtig ankurbeln. Unsere Wohnungsbauoffensive, die ich im Herbst letzten Jahres gestartet habe, wird den Wohnungsbau im Land voranbringen.

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