Rund 400.000 Wohnungen müssen bis 2020 gebaut werden laut einer Studie der NRW.BANK
In NRW müssen bis 2020 rund 400.000 Wohnungen gebaut werden (Grafik: NRW.BANK)

Wohnungsmarktbeobachtung

//Große Nachfrage nach Wohnraum für Flüchtlinge

Der Bedarf an Wohnraum in Nordrhein-Westfalen steigt – auch durch Flüchtlinge. Bis zum Jahr 2020 müssen 400.000 Wohnungen gebaut werden, um die Nachfrage zu befriedigen. 280.000 Wohnungen davon sind auf die regionale demografische Entwicklung zurückzuführen. 120.000 Wohnungen werden für Flüchtlingshaushalte gebraucht. Das ist das Ergebnis einer 2016 vorgelegten Modellrechnung der Wohnungsmarktbeobachtung der NRW.BANK und des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.

Methodische Angaben zur Studie

Als Grundlage der Modellrechnung „Regionale Wohnungsneubaunachfrage und Baulandbedarf infolge der Zuwanderung von Flüchtlingen nach Nordrhein-Westfalen sowie der demografischen Entwicklung bis 2020“ dienten eigene Berechnungen der Wohnungsmarktbeobachtung der NRW.BANK über tatsächliche und erwartete Zuwanderung in den Jahren 2015 beziehungsweise 2016. Statistische Bevölkerungsvorausberechnungen von IT.NRW wurden für die Aussagen zur demografischen Entwicklung genutzt.

Infografik: Wohnungsneubaubedarf in NRW bis 2020 Infografik: Wohnungsneubaubedarf in NRW bis 2020 (für die vollständige und vergrößerte Anzeige bitte auf die Lupe klicken)

Die Modellrechnung geht von 250.000 Flüchtlingen mit Bleibeperspektive aus, denen im Schnitt eine weitere Person durch Familiennachzug folgt. Dementsprechend benötigen mittelfristig bis zu 500.000 Flüchtlinge eine Wohnung. Wenn durchschnittlich 2,5 Personen in einem Haushalt leben, so ergibt sich ein Bedarf von 200.000 Wohnungen. 80.000 Wohnungen können laut Modellrechnung aus dem Leerstand mobilisiert werden, sodass letztlich 120.000 Wohnungen in Nordrhein-Westfalen fehlen.

Schrumpfung und Wachstum auf den Wohnungsmärkten

„Die Wohnungsmärkte bleiben regional extrem heterogen“, erklärt Melanie Kloth von der Wohnungsmarktbeobachtung. Je nach Annahme, ob die Flüchtlinge dort bleiben, wo sie nach Landesschlüssel auf die Kommunen verteilt werden, oder ob sie dorthin ziehen, wo bereits viele ihrer Landsleute ansässig sind, ergibt sich ein unterschiedliches Bild. In sechs beziehungsweise sieben Kreisen und kreisfreien Städten besteht kein quantitativer Neubaubedarf, in allen anderen Kreisen und Städten wächst der Wohnungsmarkt. „Die Bandbreite liegt zwischen einer Schrumpfung um über zwei Prozent und einem Wachstum von 11 Prozent in den nächsten fünf Jahren“, sagt Melanie Kloth.

Flächenbedarf von 15.000 Fußballfeldern

Der notwendige Neubau in relativ kurzer Zeit ist nur erreichbar, wenn verdichtet gebaut wird. Die Studie ordnet den Kreisen und kreisfreien Städten für den durch Flüchtlinge entstehenden zusätzlichen Bedarf drei Neubau-Bebauungsdichten zu: 50, 65 oder 80 Wohneinheiten pro Hektar. Die Berechnung für die demografisch bedingte Neubaunachfrage fußt auf den im Landesentwicklungsplan angegebenen Richtwerten 20, 30 und 40 Wohneinheiten je Hektar. Zusammen ergibt sich in NRW ein Bedarf von rund 11.000 Hektar Wohnbauland bis zum Jahr 2020. Das entspricht einer Fläche von rund 15.000 Fußballfeldern. Melanie Kloth: „Der Unterschied zwischen den Varianten ist in der Landessumme sehr gering, regional aber zum Teil sehr bedeutend.“

Förderung von Wohnraum für Flüchtlinge

Die NRW.BANK unterstützt im Rahmen ihrer sozialen Wohnraumförderung auch den Bau von Wohnungen für Flüchtlinge. Investoren profitieren dabei von äußerst günstigen, flexiblen und rentablen Konditionen inklusive Tilgungsnachlässen. Gefördert wird hochwertiger Wohnraum in sozial gemischten Quartieren, der auch anderen Berechtigten zur Verfügung steht, sofern der Bedarf an Wohnraum für Flüchtlinge wieder sinken sollte.

Stand: 14. April 2016

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