Marketingkampagne Studierzimmer der Stadt, Hochschulen und des Studentenwerks in Münster zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums für Studierende und Erstsemester
Gabriele Regenitter, Leiterin des Amts für Wohnungswesen der Stadt Münster (Bild: NRW.BANK)

Wohnen

//Wie Investoren Wohnraum für Studierende schaffen

Wer den Namen Münster hört, denkt vielleicht an die zigtausend Fahrradfahrer, die dort unterwegs sind. Vor allem aber prägen die vielen Studierenden das Bild der Stadt. Rund ein Fünftel der Einwohner ist an der Universität oder Fachhochschule eingeschrieben. Preiswerter Wohnraum ist deshalb in Münster heiß begehrt. Mit Unterstützung der NRW.BANK schufen die Stadt und das Studentenwerk viele Unterkünfte für Studierende. Seit dem Frühjahr 2013 werden verstärkt private Bauherren und wohnungswirtschaftliche Investoren umworben.

Es gab Zeiten, da übernachteten Studierende zu Semesterbeginn auf der Schlosswiese in einem Zeltlager, weil sie keine Zimmer fanden, geschweige denn bezahlbare. Zwar kommt das nicht mehr vor, dennoch ist der Wohnungsmarkt alles andere als entspannt.  „Die Aussetzung der Wehrpflicht, die Abschaffung der Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen und insbesondere doppelte Abiturjahrgänge in mehreren Bundesländern wirken sich in Münster aus“, sagt Gabriele Regenitter, die das Amt für Wohnungswesen in Münster leitet. „Aufgrund des Hochschulpakts NRW werden von 2012 bis 2015 zusätzlich 7.386 Studienplätze geschaffen. Auch etwa 5.500 zusätzliche Masterstudienplätze bis 2020 sind noch zu berücksichtigen.“ Eine Herausforderung für die Uni und die Fachhochschule sowie den lokalen Wohnungsmarkt.

Das Studentenwerk Münster investierte bereits in Neubauten von Wohnquartieren für Studierende (Bild: NRW.BANK) Das Studentenwerk Münster investierte bereits in Neubauten von Wohnquartieren für Studierende (Bild: NRW.BANK)
Mit einem Flashmob auf dem Prinzipalmarkt in Münster machten Nachwuchsakademiker auf die Wohnungsnot aufmerksam (Bild: AStA der Universität Münster) Mit einem Flashmob auf dem Prinzipalmarkt in Münster machten Nachwuchsakademiker auf die Wohnungsnot aufmerksam (Bild: AStA der Universität Münster)
Im Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“ entwickeln Vertreter der Hochschulen, der Studentenausschüsse, des Studentenwerks, der Stiftung Bürger für Münster sowie der Städte Münster und Steinfurt Lösungen gegen die Wohnraumknappheit (Bild: Presseamt der Stadt Münster) Im Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“ entwickeln Vertreter der Hochschulen, der Studentenausschüsse, des Studentenwerks, der Stiftung Bürger für Münster sowie der Städte Münster und Steinfurt Lösungen gegen die Wohnraumknappheit (Bild: Presseamt der Stadt Münster)

Knapp 56.000 Studierende besuchen derzeit die beiden Hochschulen der Stadt. Das Studentenwerk bietet ungefähr 5.600 Wohnheimplätze an. In den vergangenen Jahren wurden die beiden größten Quartiere für Studierende in Münster grundlegend modernisiert, wofür insgesamt fast 45 Millionen Euro Wohnungsbaufördermittel eingesetzt wurden. „Die städtische Wohn+Stadtbau GmbH hat im Jahr 2014 mit dem Bau einer Wohnanlage für 98 Studierende begonnen. Hierfür bekommen wir 4,3 Millionen Euro Fördermittel von der NRW.BANK“, fügt Gabriele Regenitter hinzu. „Das reicht aber immer noch nicht, vor allem nicht für Erstsemester, die neu in die Stadt kommen.“

Arbeitskreis bündelt Kräfte

Das Amt für Wohnungswesen gründete deshalb einen Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“. Dort entwickeln Vertreter der Hochschulen, der Studentenausschüsse, des Studentenwerks sowie der Stadtverwaltungen aus Münster und Steinfurt als weiterem Standort der Fachhochschule ein Bündel unterschiedlicher Maßnahmen, um die Lage am Wohnungsmarkt zu entspannen. „Bis 2015 fehlen aufgrund zusätzlicher Studienplätze etwa 2.000 Wohneinheiten für Studierende in Münster“, prognostiziert Gabriele Regenitter. „Deshalb brauchen wir zusätzlich kleinteilige Angebote in gemischten Wohngebieten und im privaten Umfeld.“

Als Kernprojekt entwickelte der Arbeitskreis die Marketingkampagne „Studierzimmer“ – mit Erfolg. Infolgedessen boten viele Münsteraner ihre leer stehenden Zimmer zeitweise oder dauerhaft zum Vermieten an. „Die gesamte Kampagne sorgte für zusätzliche studentische Wohnungs- und Zimmerangebote, die bis zu diesem Zeitpunkt zumindest teilweise dem örtlichen Wohnungsmarkt nicht zur Verfügung standen. Letztlich konnte die zum Kampagnenstart eingerichtete Online-Wohnbörse des AStA der Universität Münster in 2013 insgesamt 1.289 Angebote aus Münster und auch aus den Umlandgemeinden verzeichnen", sagt Gabriele Regenitter.

Verschiedene Förderangebote für Investoren

Die Stadt Münster erwartet künftig auch höhere Privatinvestitionen. Für private Bauherren und wohnungswirtschaftliche Investoren wird der studentische Wohnungsmarkt zusehends attraktiver. „,Betongold’ für studentisches Wohnen liegt bei Investoren im Trend“, freut sich Gabriele Regenitter. Das Land NRW fördert die Errichtung von Studentenwohnheimplätzen sowie Miet- und Gruppenwohnungen für Studierende mit günstigen Darlehenskonditionen. Wie überzeugend diese sind, können Interessierte im Förderrundbrief zum studentischen Wohnraum 2014 nachlesen. Darin sind alle wichtigen Infos wie auch Finanzierungsbeispiele zusammengefasst.

Allein in Münster sind mit Fördermitteln des Landes 491 Wohneinheiten privater Anbieter im Jahr 2012 entstanden, 2013 waren es ungefähr 500. Die errichteten Gebäude zeichnen sich durch Zukunftsfähigkeit aus, die bei der Förderung generell eine große Rolle spielt: Gefördert werden flexible, gemischte Wohnprojekte für Studierende, die barrierefrei sein müssen und aktuell oder später auch für andere Zielgruppen nutzbar sein können. Damit sollen neben der Verbesserung der Wohnraumsituation für Studierende auch neue Impulse für Stadtquartiere gesetzt werden und insbesondere der Hochschulstandort Nordrhein-Westfalen gestärkt werden.

Stand: 26. März 2015

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