Regine Bukowski-Knuppertz, Bereichsleiterin Wohnraumförderung bei der NRW.BANK, über Förderung im sozialen Wohnungsbau
Regine Bukowski-Knuppertz, Bereichsleiterin Wohnraumförderung bei der NRW.BANK (Bild: NRW.BANK)

Wohnraumförderung

//Wohnraumfördermittel des Landes NRW auf 1,1 Milliarden Euro aufgestockt

Die demografische Entwicklung und die hohe Zahl von Zuwanderern sorgen dafür, dass sich in zahlreichen Gemeinden in Nordrhein-Westfalen der Mangel an bezahlbarem Wohnraum verschärft. Um dem entgegenzusteuern, gibt es die soziale Wohnraumförderung. Damit mehr Menschen in NRW von der Förderung im sozialen Wohnungsbau profitieren, sind die Fördermittel für das die Jahre 2016 und 2017 von jeweils von 800 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden aufgestockt worden. Im Gespräch erklärt Regine Bukowski-Knuppertz, Bereichsleiterin Wohnraumförderung der NRW.BANK, die Hintergründe.

Frau Bukowski-Knuppertz, zum Start ins Jahr 2014 wurden für die nächsten vier Jahre ein Gesamtförderbetrag von 3,2 Milliarden Euro und damit 800 Millionen pro Jahr für die soziale Wohnraumförderung bereitgestellt. Warum werden die Mittel nun aufgestockt?

Regine Bukowski-Knuppertz: Die Kommunen haben schon in den ersten Monaten dieses Jahres festgestellt, dass die für die soziale Wohnraumförderung vorgesehenen Mittel durch bereits gestellte Anträge gebunden waren. Daher hat die Landesregierung die Fördermittel um 300 Millionen Euro aufgestockt. Damit kann die NRW.BANK 700 Millionen Euro allein für den sozialen Mietwohnungsbau bereitstellen und noch stärker auf die Bedürfnisse des Wohnungsmarkts und der Investoren reagieren.

 

Was hat zu der hohen Nachfrage geführt?

Regine Bukowski-Knuppertz: Die Städte wachsen durch Zuwanderung aus der Region wie aus dem Ausland gleichermaßen. Gleichzeitig führt die Einkommensentwicklung dazu, dass immer mehr Haushalte auf preisgünstige Wohnungen angewiesen sind. Wir gehen davon aus, dass mittlerweile jeder zweite Haushalt berechtigt ist, eine geförderte Wohnung zu beziehen. Mittelfristig wird zudem der Zuzug von Flüchtlingen die Nachfrage noch einmal deutlich ansteigen lassen. Die Nachfrage ist aber auch deshalb hoch, weil die Förderkonditionen sehr attraktiv sind.

 

Was macht das Förderangebot so attraktiv?

Regine Bukowski-Knuppertz: Um die Baukostensteigerung durch die erhöhten Anforderungen der EnEV 2016 auszugleichen, wurden die Fördersätze zum Jahresanfang um rund 7 Prozent erhöht. Zusätzlich wurden die Tilgungsnachlässe auf die Grundpauschale auf bis zu 35 Prozent angehoben. Die Tilgungsnachlässe reduzieren die Restschuld und führen so zu einer geringeren Belastung für Investoren. Ein wichtiger Anreiz für Investoren ist auch die Anrechnung der Hälfte des Tilgungsnachlasses auf die Eigenkapitalquote. Die Investoren müssen somit deutlich weniger Eigenleistung in ein Projekt einbringen. Zudem können in Städten mit einem extrem angespannten Wohnungsmarkt, zum Beispiel entlang der Rheinschiene, auch Gebäude mit bis zu sieben Geschossen anstatt fünf gefördert werden. Investoren können die – vergleichsweise sehr teuren Baugrundstücke – damit noch besser ausnutzen.

 

Wohnungspolitik ist in vielen Regionen des Landes auch Wohnungsbestandspolitik. Welche Anreize gibt es hier?

Regine Bukowski-Knuppertz: Die qualitative Erhaltung des Wohnungsbestandes ist für uns eine dauerhafte und wichtige Aufgabe, für die wir verschiedene Förderangebote anbieten. Jährlich 150 Millionen Euro sind für Investitionen in den Bestand reserviert. Da geht es um energetische Sanierung, um Barrierefreiheit, Denkmalschutz und die Aufwertung von extrem dicht bebauten Siedlungen aus den 1960er- und 70er-Jahren. Die NRW.BANK unterstützt zudem die Gemeinschaftsinitiative des Bauministeriums „Besser wohnen – Energetische Sanierung plus“. Ziele der Initiative sind die energetische Sanierung, die bauliche Erneuerung der Quartiere, die Steigerung der Wohnqualität und die Sicherung günstiger Mieten. Im letzten Jahr konnten sechs Quartiere mit einem Investitionsvolumen von mehr als 120 Millionen Euro auf den Weg gebracht werden. Auch in diesem Jahr sollen landesweit mehrere Projekte initiiert werden. Dafür konnten sich Unternehmen bewerben und so von den Beratungsleistungen des Landes und den Mitteln der Wohnraumförderung profitieren.

 

Welche Bereiche fallen noch in das Wohnraumförderprogramm?

Regine Bukowski-Knuppertz: Weitere 50 Millionen Euro sind für studentischen Wohnraum vorgesehen. 80 Millionen Euro stehen zudem für den Neubau oder Ersterwerb von selbstgenutztem Eigentum bereit. Damit können wir als NRW.BANK in allen Bereichen des öffentlich geförderten Wohnungsbaus Fördermaßnahmen anbieten.

 

Stand: 8. August 2016

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