Mülheimer Wohnungsbau Genossenschaft baut erstmals in Mülheim-Saarn eigens für ein generationenübergreifendes Wohnprojekt mit speziellen Angeboten für Bewohner
Dr. Yvonne Boenke, Martina Kirfel und Frank Esser von der Mülheimer Wohnungsbau Genossenschaft (Bild: NRW.BANK)

Wohnen

//Gemeinsam selbstbestimmt wohnen

Saarn ist ein lebendiges und beliebtes Viertel im Süden der Ruhrgebietsstadt Mülheim. Dort errichtet die Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft (MWB) unter dem Namen „Gartenhöfe Saarn“ einen Komplex mit drei Gebäuden für generationenübergreifendes Wohnen. Bei der Finanzierung setzt das Unternehmen auch Fördermittel der NRW.BANK ein. Dabei konnte die NRW.BANK auf günstige Refinanzierungsmittel der Bank des Europarates (CEB) zurückgreifen.

In Mülheim entstehen die „Gartenhöfe Saarn“, ein Wohnkomplex mit drei Gebäuden und begrüntem Innenhof (Bild: NRW.BANK) In Mülheim entstehen die „Gartenhöfe Saarn“, ein Wohnkomplex mit drei Gebäuden und begrüntem Innenhof (Bild: NRW.BANK)
Bild: The Council of Europe Development Bank (CEB) Bei der Finanzierung der Gartenhöfe Saarn konnte die NRW.BANK auf Refinanzierungsmittel der Bank des Europarates (CEB) zurückgreifen (Bild: The Council of Europe Development Bank)

Unter dem Motto „Individuell wohnen – gemeinsam leben“ entwickelte MWB ein Wohnkonzept für die Bedürfnisse junger und älterer Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Gemischte Bewohnerstrukturen sind für die Wohnungsbaugenossenschaft nichts Neues. „In unseren Häusern wohnen seit jeher mehrere Generationen unter einem Dach“, erklärt Frank Esser, Vorstandsvorsitzender von MWB. „Mit den Gartenhöfen gehen wir aber einen Schritt weiter und bieten erstmals den Hausgemeinschaften über den eigentlichen Wohnraum hinaus speziell zugeschnittene Leistungen.“

Rundgang auf der Baustelle (von links): Projektleiterin Martina Kirfel, MWB-Vorstandsvorsitzender Frank Esser und Dr. Yvonne Boenke, Leiterin des Vereins „Mülheimer Nachbarschaft“ (Bild: NRW.BANK) Rundgang auf der Baustelle (von links): Projektleiterin Martina Kirfel, MWB-Vorstandsvorsitzender Frank Esser und Dr. Yvonne Boenke, Leiterin des Vereins „Mülheimer Nachbarschaft“ (Bild: NRW.BANK)

Bereits im Jahr 2002 hat MWB begonnen, ihre Mitarbeiter zu qualifizieren, damit sie die Bedürfnisse älterer Mieter besser berücksichtigen können. Der nächste Schritt war 2009 die Gründung des Vereins „Mülheimer Nachbarschaft“. Geleitet wird der Verein von Dr. Yvonne Boenke, einer Mitarbeiterin der MWB. „Für uns bedeutet ,gelebte Nachbarschaft’, den Menschen geselliges Miteinander und gegenseitige Unterstützung im unmittelbaren Wohnumfeld zu ermöglichen. Dafür bieten wir neben Beratungen, Pflegedienstkooperationen, der Vermittlung von Dienstleistungen und einem Apotheken-Service auch gemeinsame Aktivitäten wie Nachbarschaftsfeste, Stammtische und Ausflüge in gemischten Altersgruppen an“, erklärt sie.

Jürgen Jankowski von der Wohnraumförderung der NRW.BANK lobt die Mitwirkungsmöglichkeiten für die Bewohner der „Gartenhöfe Saarn“ (Bild: NRW.BANK) Jürgen Jankowski von der Wohnraumförderung der NRW.BANK lobt die Mitwirkungsmöglichkeiten für die Bewohner der „Gartenhöfe Saarn“ (Bild: NRW.BANK)

Mieter gestalten mit

Jeder Interessent, der eine der 46 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen in den „Gartenhöfen Saarn“ mieten möchte, muss dem Verein beitreten. „Darin sehen wir keine echte Hürde. Der Monatsbeitrag ist mit zwei Euro sehr gering und eröffnet auch Kontakte zu Menschen, die nicht in MWB-Häusern wohnen, sich aber ebenfalls an den Vereinsaktivitäten beteiligen möchten“, ist Frank Esser überzeugt. Eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft ist die zweite Voraussetzung, um im Mehrgenerationenquartier einzuziehen. „Dadurch werden die Mieter Miteigentümer des Unternehmens, können mitbestimmen, profitieren auch vom wirtschaftlichen Erfolg und sichern sich ein lebenslanges Wohnrecht“, so der MWB-Vorstand über die Vorteile. „Und es ist für beide Seiten verbindlicher.“

Für Jürgen Jankowski von der Wohnraumförderung der NRW.BANK ist dieser dreistufige Partizipationsprozess – von der Mitgliedschaft im Nachbarschaftsverein über die Zeichnung der Genossenschaftsanteile beim Rohbaubeginn bis hin zur Anteilszeichnung beim Abschluss des Dauernutzungsvertrags – ein Alleinstellungsmerkmal: „Bei welchem Mehrgenerationenhaus kann man sonst schon im Vorfeld bei Ausstattungsmerkmalen wie Fliesen, Badarmaturen und Bodenbelägen sowie beim Wohnungszuschnitt mitbestimmen?“

Mit- und Selbstorganisation sind ohnehin wichtige Merkmale dieses Projekts. Der Bezug ist für Frühjahr 2015 geplant und die künftigen Mitbewohner arbeiten bereits vorher am späteren Zusammenleben. „Ein zentraler Gemeinschaftsbereich in der U-förmigen Anlage ist der große Garten in der Mitte. Diesen gestalten die Mitbewohner selbst und beraten darüber in einer moderierten Arbeitsgruppe“, ergänzt Martina Kirfel, Projektleiterin und Architektin. Ebenso erarbeiten die zukünftigen Mieter ihre eigene Hausordnung.

Viele Treffpunkte

Die variablen Grundrisse der untereinander mit breiten Laubengängen verbundenen Wohnungen ermöglichen individuelle Anpassungen, auch wenn sich später Bedürfnisse aufgrund der Lebensumstände einmal ändern sollten. Neben dem Garten steht den Bewohnern noch ein großer Gemeinschaftsraum zur Verfügung. „Dies ist ein Treffpunkt für alle Mieter. Dort können sie zusammen essen, spielen, tanzen, feiern – was immer sie möchten. Die Nutzung des Raumes organisieren sie ebenfalls selbst“, so Dr. Yvonne Boenke.

„Die Wohnungen wurden bislang schon sehr gut nachgefragt. Wir haben eine ausgewogene Mischung aus Singles, Paaren und Familien. Auch die Altersstruktur ist gemischt“, freut sich die Leiterin des Vereins „Mülheimer Nachbarschaft“. Einige Wohnungen sind frei finanziert, andere werden mit Kreditmitteln aus dem Programm ,Förderung von Mietwohnraum – Mietwohnungen Neubau’ gefördert. „Für uns hat das zwei Vorteile: Die NRW.BANK war bereit, bei diesem Darlehen im Rang gegenüber anderen Gläubigern zurückzutreten und wir können auch für kleinere Geldbeutel etwas bieten“, resümiert MWB-Vorstandsvorsitzender Frank Esser.

Stand: 23. März 2015

 

Im Süden von Mülheim an der Ruhr entstehen die „Gartenhöfe Saarn“, ein Wohnprojekt für Menschen unterschiedlicher Generationen und verschiedener Herkunft

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