Verein in Bielefeld begründet ein Gemeinschaftsprojekt für ein Mehrgenerationenhaus im neu gebauten Quartier im Pauluscarrée
Die „Hausgemeinschaft im Pauluscarrée“ trifft sich auf der Baustelle (Bild: NRW.BANK)

Wohnen

//Buntes Leben im Pauluscarrée

Familien mit Kindern, Singles und Senioren – alle wohnen unter einem Dach und unterstützen sich gegenseitig: Mehrgenerationenhäuser finden immer mehr Zuspruch bei Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft. Auch im Bielefelder Pauluscarrée – einem neu gebauten Quartier, teilweise gefördert durch die NRW.BANK – haben Mitglieder eines Mehrgenerationenprojekts ein Gebäude bezogen.

„Die Menschen werden immer älter und das gesellschaftliche Zusammenleben wird vielfältiger. Nicht nur Familienmitglieder können füreinander da sein, auch unter Nachbarn ist ein vertrauensvolles und herzliches Klima möglich“, ist Bruni Scheibe überzeugt. Sie ist eine Mitinitiatorin des Vereins „Hausgemeinschaft im Pauluscarrée“, dessen Mitglieder 2015 einen Neubau im Bielefelder Pauluscarrée bezogen haben.

Die Südseite der „Hausgemeinschaft im Pauluscarrée“ (Bild: Hausgemeinschaft im Pauluscarrée) Die Südseite der „Hausgemeinschaft im Pauluscarrée“ (Bild: Hausgemeinschaft im Pauluscarrée)
Gemeinsame Pflanzaktion unter Anleitung eines Garten- und Landschaftsbauers (Bild: Hausgemeinschaft im Pauluscarrée) Gemeinsame Pflanzaktion unter Anleitung eines Garten- und Landschaftsbauers (Bild: Hausgemeinschaft im Pauluscarrée)

Das Gelände liegt zentral, etwa zehn Gehminuten entfernt von der Bielefelder Innenstadt und dem Hauptbahnhof. Das gesamte Areal, eine frühere Industriebrache, wurde als Klimaschutzsiedlung durch die pb planen + bauen Bauabwicklungs GmbH aus Bünde entwickelt. Im gesamten Quartier sind insgesamt 122 Wohneinheiten entstanden, unter anderem ein 24-Familien-Wohnhaus für das Mehrgenerationenprojekt. Dafür nutzt das Unternehmen auch Wohnraumfördermittel der NRW.BANK. „Ich begrüße sehr, dass durch solche Projekte innerstädtische Flächen wieder nutzbar gemacht werden. Die Stadt muss weniger Flächen versiegeln und spart Infrastrukturkosten, um andere Standorte neu zu erschließen“, so Karl-Friedrich Hofmann vom Bereich Wohnraumförderung. „Auch die Bewohner haben geringere Fahrzeiten und -kosten durch die Innenstadtnähe“, fügt der Experte für Raumplanung hinzu.

Treffpunkt Gemeinschaftsraum

„Eine gute Infrastruktur, die zudem sozial und kulturell attraktiv ist, war für uns wichtig bei der Standortwahl“, erklärt Christine Buchmann, eine weitere Mitgründerin der Gemeinschaft. Ebenso wichtig ist ihnen die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Für die Mobilität sind auf dem Gelände zudem zwei Car-Sharing-Plätze eingerichtet. Neben Einkaufsmöglichkeiten gibt es auch ein Kino und ein Theater in der Nähe.

Im Oktober 2015 sind die Mieter in das 24-Familien-Wohnhaus eingezogen. (Bild: Hausgemeinschaft im Pauluscarrée) Im Oktober 2015 sind die Mieter in das 24-Familien-Wohnhaus eingezogen. (Bild: Hausgemeinschaft im Pauluscarrée)

Das viergeschossige Gebäude für die Gemeinschaft besteht aus 24 barrierearmen Wohneinheiten zwischen 50 und 120 Quadratmetern. Das Haus hat einen zentralen Zugang über Laubengänge. Die Wohnungen können über variable Grundrisse flexibel an veränderte Lebensbedingungen angepasst werden. „Dem Miteinander dient der zentrale, 120 Quadratmeter große Gemeinschaftsraum“, erklärt Bruni Scheibe. Dieser Bereich ist mit Küchenzeile, Sanitärbereich, Büro und sogar Gästezimmer eingerichtet. „Die Kinder haben dort ihren eigenen Bereich, den sie selbst gestalten. Es ist das gemeinsame ,Wohnzimmer’, in dem wir nachmittags Kaffee trinken, am Wochenende frühstücken, gemeinsam Fußball oder Tatort gucken, singen, spielen oder tanzen“, freut sich Bruni Scheibe. „Der Gemeinschaftsbereich steht auch den Nachbarn im Quartier offen", fügt Christine Buchmann hinzu.

Möglichst bunt

Die Hausgemeinschaft entstand bei einem offenen Wohnprojektetreff der Stadt Bielefeld, an dem Bruni Scheibe und Christine Buchmann teilnahmen. „Dort trafen wir zwei weitere Frauen, die sich ebenfalls für gemeinschaftliche Wohnformen interessierten. Wir überlegten uns, dass wir jetzt noch andere Menschen nachbarschaftlich unterstützen können, beispielsweise bei der Kinderbetreuung. Eines Tages werden wir vielleicht von ihnen in vertrauter Umgebung Hilfe benötigen“, erklärt Bruni Scheibe. Außerdem wollen sie alle gern mit Kindern und Erwachsenen unterschiedlichen Alters zusammenleben und aus dieser Atmosphäre Energie schöpfen.

Wichtige Vorbereitungen

Die Vereinsmitglieder lassen sich professionell unterstützen durch eine erfahrene Projektbegleiterin. „Martina Buhl hilft uns bei formalen Projektschritten, bei der Gruppenbildung und gibt wichtige Außenimpulse“, erklärt Bruni Scheibe. Solche Projektbegleitungen werden vom Bauministerium ein Jahr lang gefördert.

Inzwischen ist ist das interkulturelle Projekt unter dem Motto „so bunt wie möglich“ in das Modellprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Gemeinschaftlich wohnen, selbstbestimmt leben“ aufgenommen worden. Darüber werden bis 2019 bundesweit 29 Projekte gefördert, die zeigen, wie gemeinschaftliches Wohnen für unterschiedliche Zielgruppen geöffnet und zugleich ein Beitrag zum Zusammenhalt im Wohnumfeld geleistet werden kann.

Stand: 8. Februar 2017

Die Errichtung des Gebäudes für die „Hausgemeinschaft im Pauluscarrée“ wurde gefördert mit:

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