Verein in Bielefeld begründet ein Gemeinschaftsprojekt für ein Mehrgenerationenhaus im neu gebauten Quartier im Pauluscarrée
Die „Hausgemeinschaft im Pauluscarrée“ trifft sich auf der Baustelle (Bild: NRW.BANK)

Wohnen

//Buntes Leben im Pauluscarrée

Familien mit Kindern, Singles und Senioren – alle wohnen unter einem Dach und unterstützen sich gegenseitig: Mehrgenerationenhäuser finden immer mehr Zuspruch bei Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft. Auch im Bielefelder Pauluscarrée – einem neu gebauten Quartier, teilweise gefördert durch die NRW.BANK – werden Mitglieder eines Mehrgenerationenprojekts bald ein Gebäude beziehen.

„Die Menschen werden immer älter und das gesellschaftliche Zusammenleben wird vielfältiger. Nicht nur Familienmitglieder können füreinander da sein, auch unter Nachbarn ist ein vertrauensvolles und herzliches Klima möglich“, ist Bruni Scheibe überzeugt. Sie ist eine Mitinitiatorin des Vereins „Hausgemeinschaft im Pauluscarrée“, dessen Mitglieder voraussichtlich im Herbst 2014 einen Neubau im Bielefelder Pauluscarrée beziehen werden.

Noch steht hier ein Bauwagen, bald aber das neue Zuhause für die „Hausgemeinschaft im Pauluscarrée“ (Bild: NRW.BANK) Noch steht hier ein Bauwagen, bald aber das neue Zuhause für die „Hausgemeinschaft im Pauluscarrée“ (Bild: NRW.BANK)
Die zukünftigen Bewohner des Mehrgenerationenhauses treffen sich regelmäßig, um ihr späteres Zusammenleben vorzubereiten (Bild: NRW.BANK) Die zukünftigen Bewohner des Mehrgenerationenhauses treffen sich regelmäßig, um ihr späteres Zusammenleben vorzubereiten (Bild: NRW.BANK)

Das Gelände liegt zentral, etwa zehn Gehminuten entfernt von der Bielefelder Innenstadt und dem Hauptbahnhof. Das gesamte Areal, eine frühere Industriebrache, wurde als Klimaschutzsiedlung durch die pb planen + bauen Bauabwicklungs GmbH aus Bünde entwickelt. Im gesamten Quartier sind insgesamt 122 Wohneinheiten entstanden, unter anderem ein 24-Familien-Wohnhaus für das Mehrgenerationenprojekt. Dafür nutzt das Unternehmen auch Wohnraumfördermittel der NRW.BANK. „Ich begrüße sehr, dass durch solche Projekte innerstädtische Flächen wieder nutzbar gemacht werden. Die Stadt muss weniger Flächen versiegeln und spart Infrastrukturkosten, um andere Standorte neu zu erschließen“, so Karl-Friedrich Hofmann vom Bereich Wohnraumförderung. „Auch die Bewohner haben geringere Fahrzeiten und -kosten durch die Innenstadtnähe“, fügt der Experte für Raumplanung hinzu.

Treffpunkt Gemeinschaftsraum

„Eine gute Infrastruktur, die zudem sozial und kulturell attraktiv ist, war für uns wichtig bei der Standortwahl“, erklärt Christine Buchmann, eine weitere Mitgründerin der Gemeinschaft. Ebenso wichtig ist ihnen die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Für die Mobilität sind auf dem Gelände zudem zwei Car-Sharing-Plätze geplant. Neben Einkaufsmöglichkeiten gibt es auch ein Kino und ein Theater in der Nähe.

Das viergeschossige Gebäude für die Gemeinschaft besteht aus 24 barrierearmen Wohneinheiten zwischen 50 und 120 Quadratmetern. Das Haus wird einen zentralen Zugang haben und über Laubengänge verfügen. Die Wohnungen können über variable Grundrisse flexibel an veränderte Lebensbedingungen angepasst werden. „Dem Miteinander dient der zentrale, 120 Quadratmeter große Gemeinschaftsraum“, erklärt Bruni Scheibe. Dieser Bereich wird mit Küchenzeile, Sanitärbereich, Büro und sogar Gästezimmer eingerichtet. „Die Kinder bekommen dort ihren eigenen Bereich, den sie selbst gestalten können. Es wird das gemeinsame ,Wohnzimmer’, wo wir nachmittags Kaffee trinken, am Wochenende frühstücken, gemeinsam Fußball oder Tatort gucken, singen, spielen oder tanzen können“, freut sich Bruni Scheibe. „Der Gemeinschaftsbereich wird auch den Nachbarn im Quartier offenstehen“, fügt Christine Buchmann hinzu.

Möglichst bunt

Die Hausgemeinschaft entstand bei einem offenen Wohnprojektetreff der Stadt Bielefeld, an dem Bruni Scheibe und Christine Buchmann teilnahmen. „Dort trafen wir zwei weitere Frauen, die sich ebenfalls für gemeinschaftliche Wohnformen interessierten. Wir überlegten uns, dass wir jetzt noch andere Menschen nachbarschaftlich unterstützen können, beispielsweise bei der Kinderbetreuung. Eines Tages werden wir vielleicht von ihnen in vertrauter Umgebung Hilfe benötigen“, erklärt Bruni Scheibe. Außerdem wollen sie alle gern mit Kindern und Erwachsenen unterschiedlichen Alters zusammenleben und aus dieser Atmosphäre Energie schöpfen.

Wichtige Vorbereitungen

Die Vereinsmitglieder lassen sich professionell unterstützen durch eine erfahrene Projektbegleiterin. „Martina Buhl hilft uns bei formalen Projektschritten, bei der Gruppenbildung und gibt wichtige Außenimpulse“, erklärt Bruni Scheibe. Solche Projektbegleitungen werden vom Bauministerium ein Jahr lang gefördert.

Bis die Gemeinschaft einzieht, wird die Zeit genutzt, um gemeinsame Leitlinien für das spätere Zusammenleben zu entwickeln. „Das ist wichtig, weil wir das später mit Leben füllen müssen“, erklärt Christine Buchmann. Außerdem trifft sich die Hausgemeinschaft regelmäßig zu Seminaren oder auf der Baustelle – manchmal nur, um die Vorfreude auf das neue Zuhause gemeinsam zu feiern.

Die Errichtung des Gebäudes für die „Hausgemeinschaft im Pauluscarrée“ wurde gefördert mit:

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