Elektromobilität Modellregion Nordrhein-Westfalen: Rhein-Ruhr-Region profitiert vom Förderprogramm
Dr. Michael Knappe, Leiter der Abteilung Produktentwicklung der NRW.BANK. (Bild: NRW.BANK)

Umwelt & Energie

//„Die Zukunft gehört der Elektromobilität“

Die Rhein-Ruhr-Region ist Teil des Förderprogramms „Modellregion Elektromobilität“. Dr. Michael Knappe, Leiter der Abteilung Produktentwicklung der NRW.BANK, über das Engagement der Förderbank für Elektromobilität.Ein wesentlicher Baustein ist das gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen aufgelegte Programm NRW.BANK.Elektromobilität.

Elektrofahrzeuge sind sauber und leise – aber es gibt eine Reihe anderer Probleme. Sie stecken zum Beispiel in Sachen Reichweite noch in den Kinderschuhen. Was macht Sie zuversichtlich, dass diese Herausforderungen gerade in Nordrhein-Westfalen gelöst werden?

 

Dr. Michael Knappe: Wir bieten hier ideale Voraussetzungen: Wir haben eine leistungsstarke Forschungslandschaft, die in Deutschland, vielleicht sogar in Europa, ihresgleichen sucht. Wir haben eine Reihe von innovativen Automobilherstellern, Zulieferern und Technologiefirmen. Gemeinsam teilen wir die Überzeugung, dass Alternativen zu Benzin- und Dieselantrieben gefunden werden müssen. Auf dem Weg dahin können die Unternehmen jetzt mit unserer Unterstützung rechnen. Und nicht zuletzt können in Nordrhein-Westfalen alle Anwendungen rund um Elektromobilität in der Praxis erprobt werden: im Pkw-Bereich, im öffentlichen Personennahverkehr, bei den Speditionen. Unser Land ist durch die hohe Verkehrsdichte für Modellversuche zur Elektromobilität geradezu prädestiniert.

 

Gibt es bereits erfolgversprechende Modellversuche?

 

Dr. Michael Knappe: Oh ja! Zum Beispiel gibt es einen Versuch, bei dem ein großer Paket- und Express-Dienstleister mit Elektrolieferfahrzeugen unter anderem in Köln und Düsseldorf unterwegs ist. In diesem Projekt, das übrigens auch im Rahmen des Förderprogramms „Modellregion Elektromobilität“ durchgeführt wird, wurden bisher rundum gute Erfahrungen gemacht.

 

Die Förderung ist der Schlüssel zum Erfolg?

 

Dr. Michael Knappe: Der Schlüssel ist die Innovationsstärke der Unternehmen in unserem Bundesland, die forschen und entwickeln, die mit Leidenschaft ihre Visionen und Ideen umsetzen. Aber es gibt in Nordrhein-Westfalen eine sehr wirkungsvolle und flexible Förderstruktur, die sicherstellt, dass öffentliche Unterstützung dort ankommt, wo sie auf fruchtbaren Boden fällt. Unser gemeinsam mit dem Land aufgelegtes Programm NRW.BANK.Elektromobilität ist dabei ein wesentlicher Baustein.

 

Was genau wird mit diesem Programm gefördert?

 

Dr. Michael Knappe: Klimaschutz, Zukunftstechnologie und Arbeitsplätze in einer Zukunftsbranche. Unser Förderprogramm wird langfristig einen Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Umweltschutz leisten. Gleichzeitig wollen wir, dass Nordrhein-Westfalen der bedeutendste Wirtschaftsstandort für Elektrofahrzeuge wird. Wir unterstützen Zukunftstechnologien im Bereich Batterietechnik, Fahrzeugtechnik, Karosseriebau und technische Infrastruktur. Nordrhein-Westfalen ist da jetzt schon auf einem guten Weg: In allen Bereichen wurden ermutigende Fortschritte erzielt, die sich im Praxistest bewährt haben oder die gerade erprobt werden.

 

Was ist das Besondere an dem Programm NRW.BANK.Elektromobilität?

 

Dr. Michael Knappe: Die NRW.BANK kooperiert eng mit dem Land. Die fachliche Prüfung der Anträge auf ein Förderdarlehen liegt im Landesministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr. Die Kreditprüfung wiederum übernehmen die Kolleginnen und Kollegen der NRW.BANK. Die Zusammenarbeit in dieser Form ist einmalig und ausgesprochen wirksam. Alleinstellungsmerkmal des Programms sind die besonders günstigen Darlehen. Bis zu 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben können finanziert werden. Mit unseren eigenen Mitteln reduzieren wir den Zinssatz um 2 Prozentpunkte. Wir können über das Programm Projekte mit bis zu 5 Millionen Euro finanzieren, zwei tilgungsfreie Jahre inklusive.

 

Wer kann die Förderungen in Anspruch nehmen?

 

Dr. Michael Knappe: Eigentlich alle, die nachweislich der Elektromobilitätsbranche angehören. Antragsberechtigt sind Existenzgründer genauso wie Freiberufler oder mittelständische Unternehmen. Außerdem kommunale Unternehmen, etwa Stadtwerke. Die uns bislang vorliegenden Anträge kommen bisher allerdings ausschließlich von Unternehmen, die bereits längere Zeit erfolgreich am Markt aktiv sind.

 

Es gibt noch keine Neugründungen zu verzeichnen?

 

Dr. Michael Knappe: Nein. Aber das muss ja nicht so bleiben. Um es genau zu sagen: Es sind ganz klar auch Start-ups aufgerufen, sich mit ihren Ideen zu melden. Wir würden uns sehr wünschen, mit dem Programm auch Existenzgründungen initiieren zu können. Das Verfahren ist übrigens denkbar einfach und läuft für die Antragsteller über ihre Bank oder Sparkasse, die alle Unterlagen an uns weiterleitet.

 

Welche Rolle wird Elektromobilität in zehn Jahren in NRW spielen?

 

Dr. Michael Knappe: Das Ziel ist klar umrissen: Bis 2020 sollen in Deutschland eine Million Elektrofahrzeuge zugelassen sein, 250.000 davon in Nordrhein-Westfalen. Dafür brauchen wir eine flächendeckende Infrastruktur mit E-Zapfsäulen, Hersteller leistungsfähiger Batterien und Fahrzeuge sowie Unternehmen und Privatleute, die sich von den Vorteilen der Elektrofahrzeuge überzeugen lassen. Dabei ist unser Förderprogramm sicherlich nur ein Baustein im Hinblick auf die von uns unterstützten Zukunftstechnologien und die umfassende Förderung alternativer Energien. Ich bin fest davon überzeugt: In unserem Land gehört die Zukunft der Elektromobilität.

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