InnovationCity Klimastadt Bottrop als Pilotprojekt
Elektroauto mit Ladestation (Foto: InnovationCity Ruhr)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Umwelt & Energie

//InnovationCity: Bottrop wird mustergültige Klimastadt

Den Energiebedarf einer Stadt innerhalb von zehn Jahren zu halbieren – das soll in Bottrop gelingen. In der „InnovationCity Ruhr“ wird weltweit erstmals ein industriell geprägtes Pilotgebiet energetisch saniert und zu einer mustergültigen Klimastadt entwickelt.

Unter dem Motto „Blauer Himmel. Grüne Stadt“ bewarben sich 16 Kommunen im Ruhrgebiet mit kreativen Konzepten als „InnovationCity Ruhr“. In einem vom Land Nordrhein-Westfalen und dem Initiativkreis Ruhr organisierten Wettbewerb ernannte eine Fachjury aus den Finalisten Bochum, Bottrop, Essen, Gelsenkirchen, Herten und Mülheim an der Ruhr Ende 2010 Bottrop zum Pilotgebiet für die Stadt der Zukunft. „Bottrop hat es geschafft, die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt, Unternehmen, Vereine, Verbände und andere Multiplikatoren von der Idee des Wettbewerbs zu überzeugen“, lobt der Initiativkreis Ruhr als Träger des Modellprojekts. In ihm haben sich 68 im Ruhrgebiet tätige Konzerne zusammengeschlossen.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler (Bild: InnovationCity Ruhr) NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler (Bild: InnovationCity Ruhr)

„Wir machen's vor“

Die Herausforderung ist groß. Im Pilotgebiet im Bottroper Süden leben rund 70.000 Menschen. Verzeichnet sind über 14.000 Gebäude, davon über 1.000 Gewerbe- und Industriebauten. Ein typisches Stück Ruhrgebiet, in dem alle Beteiligten aus Politik und Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft eng zusammenarbeiten und gemeinsam mit den Bürgern an einem Strang ziehen wollen. „Wir machen’s vor“ heißt der Slogan der Bottroper, der jetzt in die Realität umgesetzt wird.

Um bis 2020 den Energiebedarf um 50 Prozent zu reduzieren und gleichzeitig den CO2-Ausstoß zu verringern, setzt die Stadt auf innovative Technologien und bewährte Maßnahmen. Die Handlungsfelder heißen Energieeffizienz und Energieeinsparung, klimaschonende Energieerzeugung, umweltfreundliche Mobilität und zukunftsfähige Stadtentwicklung.

Projektvielfalt für die Energiewende

Auf der Agenda stehen über 200 Projekte. Laufend kommen neue Ideen hinzu. Die Bandbreite reicht von der energetischen Sanierung ganzer Siedlungen und Straßenblöcke über die Naturierung von Fassadenflächen bis hin zu dem gesteuerten Einbau von 100 Heizanlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Es gibt Pläne für Vertikal-Windenergieanlagen, eine energieautarke Sporthalle und eine Versuchsstrecke zur Stadtbeleuchtung mit LEDs. Der öffentliche Nahverkehr wird ebenso optimiert wie die städtische Routenführung für den Lastverkehr.

Aufladestationen und ein Car-Sharing-System bringen Elektroautos ins Rollen. Mehr und bessere Fahrradwege sollen das Umsatteln aufs Zweirad attraktiver machen. Mit Unterstützung der NRW.BANK wurden bereits eine „Sanierungsberatung für private Wohnungseigentümer“ und die „Zukunftshäuser“ realisiert. Dafür werden ein Einfamilienhaus, ein Mehrfamilienhaus und eine Gewerbeimmobilie zu Plus-Energie-Häusern umgebaut. „Diese Sanierung aus dem Bestand an drei verschiedenen Gebäudetypen samt Auswertung der Einsparungen ist deutschlandweit ein Novum“, erläutert InnovationCity Ruhr-Sprecher Sebastian Bittrich. Das RWE Zukunftshaus (Einfamilienhaus) wurde bereits im Juli 2013 fertiggestellt, die Arbeiten an dem Mehrfamilienhaus und am Geschäftshaus werden im Frühjahr 2014 abgeschlossen.

Ein weiteres Projekt zusammen mit der NRW.BANK ist bereits in Planung: ein texturiertes 3-D-Stadtmodell. Es wird unter anderem der Stadtplanung nutzen und Gebäudeeigentümer können damit leichter erkennen, ob ihre Immobilie für den Einsatz von Solarthermie oder Photovoltaik geeignet ist. So vereinfacht auch dieses Projekt die Verwirklichung der Energiewende insbesondere in Bottrops Quartieren.

Seit 2010 ist Bottrop InnovationCity Ruhr (Bild: NRW.BANK) Seit 2010 ist Bottrop InnovationCity Ruhr (Bild: NRW.BANK)

Austausch von Fossilien

In einer zentralen Informationsstelle - dem Zentrum für Information und Beratung (ZIB) - werden die Bürger umfassend beraten – etwa über den Austausch veralteter Elektrogeräte. Zum Auftakt wurden zum Beispiel die zehn ältesten Heizungsanlagen im Pilotgebiet gesucht. Die energiefressenden Fossilien konnten kostenlos gegen Anlagen der neuesten Generation getauscht werden.

„Wir setzen die Energiewende von unten um", erklärt Sebastian Bittrich. Das bedeutet, dass sich Gebäude und in einem späteren Schritt ganze Stadtquartiere mit selbst erzeugtem Strom versorgen können. Zudem werden in den Bottroper Stadtquartieren zukünftig Quartiersmanager eingesetzt, die im direkten Kontakt mit den Bewohnern stehen und diese bei der Umsetzung von energetischen Modernisierungsmaßnahmen im kleinen oder großen Stil unterstützen. "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren eine energetische Modernisierungsrate von knapp acht Prozent im Pilotgebiet erreicht und liegen damit um ein Vielfaches über dem Bundesdurchschnitt", betont Sebastian Bittrich. "Das zeigt, dass das in der Modellstadt Bottrop umgesetzte Konzept erfolgreich ist."

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