Trianel Windkraftwerk Borkum frischer Wind in Angebot erneuerbarer Energien
Das Schwerlastschiff Stanislav Yudin hat die bis zu 900 Tonnen schweren Tripods ins Baufeld transportiert (Bild: Trianel GmbH)

Umwelt & Energie

//Rückenwind für Ökostrom: Stadtwerke-Kooperation investiert in Offshore-Windpark

Nordrhein-Westfalen liegt endlich am Meer. Zumindest, wenn es um Energie aus Windkraft geht: Das Land profitiert vom ersten kommunalen Offshore-Projekt in der Nordsee. An dem „Trianel Windpark Borkum“, der Ende 2013 den kommerziellen Betrieb aufnimmt, sind mehrheitlich Stadtwerke in Nordrhein-Westfalen beteiligt.

Zukünftig können die Stadtwerke ihren Kunden selbst produzierten Ökostrom aus der Nordsee als Teil ihres Energiemix' anbieten. Eine Nennleistung von 200 Megawatt soll nach Abschluss der ersten Phase des Bauprojekts 45 Kilometer nördlich von Borkum aus Wind gewonnen werden. Genug Strom, um rechnerisch 200.000 Haushalte zu versorgen.

Herzstück des Windparks Borkum: Die parkinterne Umspannplattform wurde Mitte April 2013 installiert (Bild: Trianel GmbH) Herzstück des Windparks Borkum: Die parkinterne Umspannplattform wurde Mitte April 2013 installiert (Bild: Trianel GmbH)

Vom Umweltschutz zur Versorgungssicherheit

„Die Hälfte der am Windpark beteiligten Stadtwerke, die ihre Kunden in der Region mit Ökostrom aus erneuerbaren Energien versorgen möchten, kommen aus Nordrhein-Westfalen“, sagt Klaus Horstick, einer der beiden Geschäftsführer der Projektgesellschaft Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG. Darüber hinaus stammen vier Zulieferfirmen zentraler Bauteile der Windkraftanlagen aus Nordrhein-Westfalen. Auch mehr als die Hälfte der Hilfskomponenten für Windräder wurden in Nordrhein-Westfalen gefertigt. Produziert wurden zwischen Rhein und Weser Teile wie Getriebe und Fundamente mit einem Auftragsvolumen in Höhe von 85 Millionen Euro.

Das überzeugte die NRW.BANK: „Ausschlaggebend für die Förderung war der große Bezug des Projekts zu Nordrhein-Westfalen“, macht Friederike Lüking, Senior Projektmanagerin Infrastrukturfinanzierung, deutlich. Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die NRW.BANK traten bei der Finanzierung in prominenter Position auf. Der gemeinsam bereitgestellte Kredit für die Planung, die Konstruktion und den Betrieb des Trianel Windparks Borkum beläuft sich auf 470 Millionen Euro. „Eine deutliche Unterstützung, die zur Umsetzung des Projekts vor dem Hintergrund anhaltender Finanzierungsengpässe seit der Finanzkrise notwendig war“, stellt Friederike Lüking heraus. Den Grundstein hatte die europäische Kommission gelegt. Sie sicherte dem Projekt rund 43 Millionen Euro aus dem Europäischen Energieprogramm zur Konjunkturbelebung (EEPR) zu.
 

Das Fundament für den Windpark steht: Alle Tripods für die 40 Windkraftanlagen in der ersten Ausbaustufe des Windparks sind bereits im Meeresboden verankert (Bild: Trianel GmbH) Das Fundament für den Windpark steht: Alle Tripods für die 40 Windkraftanlagen in der ersten Ausbaustufe des Windparks sind bereits im Meeresboden verankert (Bild: Trianel GmbH)

Feste Fundamente

Das Geld hat Trianel alles andere als in den Nordseesand gesetzt. „Gebaut wird in dem 56 Quadratkilometer großen Windpark auf festen Fundamenten und mit modernster Technik“, betont Klaus Horstick. Bis zu 900 Tonnen wiegen allein die Tripods, die Sockel der Windräder. Sie wurden in 30 Metern Wassertiefe mit Stahlrohren am Meeresboden im wahrsten Sinne des Wortes festgenagelt. „Für den ersten Bauabschnitt sind 40 Windenergieanlagen vorgesehen“, erläutert Klaus Horstick. Sie sollen ab Ende 2013 für Spannung sorgen. „Weitere 40 Anlagen sind für die zweite Ausbaustufe geplant.“

Für Trianel ist die Herausforderung Offshore ein Reifetest als Projektentwickler, für die beteiligten Stadtwerke ein wichtiger Meilenstein: „Offshore-Windparks sind ein fester Bestandteil der Energiewende“, sagt Klaus Horstick. Trianel folgt dieser Entwicklung aus Überzeugung. Dass die NRW.BANK den Offshore-Windpark unterstützt, sorgte für kräftigen Rückenwind. Und Andreas Wittler, Leiter Infrastrukturfinanzierung bei der NRW.BANK, ergänzt: „Die gute und enge Zusammenarbeit zwischen der NRW.BANK als Landesförderinstitut und der Europäischen Investitionsbank in diesem Projekt zeigt deutlich, welche Kraft Förderbanken zur Unterstützung wichtiger Infrastrukturprojekte aufbringen können.“ So wurde das Projekt kein Kampf gegen Windmühlen, sondern eine erfolgreiche Anwendung wirtschaftlich tragfähiger und umweltgerechter Zukunftstechnologien.

Fördermöglichkeiten für Ihr Vorhaben finden

Ich suche Fördermöglichkeiten für
im Förderthema

Eine vollständige Übersicht der Auswahlkriterien bietet Ihnen die  Produktsuche

Umwelt & Energie

Dr. Michael Knappe, Leiter der Abteilung Produktentwicklung der NRW.BANK. (Bild: NRW.BANK)

„Die Zukunft gehört der Elektromobilität“

Die Rhein-Ruhr-Region ist Teil des Förderprogramms „Modellregion Elektromobilität“. Dr. Michael Knappe, Leiter der Abteilung Produktentwicklung der NRW.BANK, über das Engagement der Förderbank für Elektromobilität.Ein wesentlicher Baustein ist das gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen aufgelegte Programm NRW.BANK.Elektromobilität.

Weiterlesen

Umwelt & Energie

Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. (Bild: NRW.BANK)

Bei energetischen Sanierungen 80 Prozent Energiekosten sparen

In deutschen Immobilien wird nach wie vor viel zu viel Energie verschwendet. Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, gibt einige Tipps, wie Hausbesitzer durch energetisches Sanieren viel Geld sparen und gleichzeitig die Umwelt schonen.

Weiterlesen

Ihre Anfrage

* Pflichtfelder Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers/der Empfänger werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und anschließend gelöscht.

Feedback

Ihre Bewertung der Seite

Haben Sie ein Anliegen und möchten lieber persönlich in Kontakt mit der NRW.BANK treten? Dann nutzen Sie bitte unsere Kontaktmöglichkeiten.