St. Antonius Hospital in Gronau investierte in ein leistungsstarkes Blockheizkraftwerk und nutzt die Kraft-Wärme-Kopplung
Jens Breer (rechts), Assistent der Geschäftsführung der St. Antonius-Hospital Gronau GmbH und Ralf Flege von der NRW.BANK (Bild: NRW.BANK)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Umwelt & Energie

//Umwelt & Energie: Krankenhaus spart mit NRW/EU.KWK-Investitionskredit

Damit sich Ärzte und Pflege optimal auf ihre Patienten konzentrieren können, setzen Krankenhäuser auf Effizienz in Verwaltung und Technik. Das St. Antonius Hospital in Gronau hat nicht nur seine Prozesse schlank und einfach aufgestellt, sondern auch in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) investiert. Mit diesem Verfahren wird in Blockheizkraftwerken energieeffizient der Brennstoff doppelt genutzt, sprich: Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt. Mehrere Erweiterungen des Krankenhauses machten eine leistungsstärkere Anlage notwendig – finanziert mithilfe des Programms NRW/EU.KWK-Investitionskredit.

KWK-Anlagen lohnen sich insbesondere dort, wo ganzjährig Wärme benötigt wird, zum Beispiel in Hotels, in Reinigungen, in Schwimmbädern. Ein Krankenhaus hat von allem etwas: 240 Betten in fünf Kliniken stehen im St. Antonius bereit, für Reinigung und medizinische Betreuung wird viel Warmwasser gebraucht, das physiotherapeutische Bewegungsbad will konstant auf 32 Grad gehalten werden, und, und, und. Über 13.000 stationäre und rund 30.000 ambulante Patienten im Jahr sowie knapp 1.200 Mitarbeiter wollen es beim größten Arbeitgeber Gronaus warm haben. Mit Erweiterungsbauten kamen die Herausforderungen. Insgesamt müssen mittlerweile rund 30.000 Quadratmeter beheizt werden. „Mit der Fläche stieg – trotz Maßnahmen zur Wärmedämmung – der Bedarf an Wärme kontinuierlich an“, erklärt Jens Breer, Assistent der Geschäftsführung der St. Antonius-Hospital Gronau GmbH. „Deswegen fiel 2013 die Entscheidung, die vorhandene Anlage zu erweitern.“

Das St. Antonius Hospital ist ein Lehrkrankenhaus der Wilhelms-Universität Münster (Bild: NRW.BANK) Das St. Antonius Hospital ist ein Lehrkrankenhaus der Wilhelms-Universität Münster (Bild: NRW.BANK)
Das leistungsstarke BHKW lässt sich über ein Display bedienen (Bild: NRW.BANK) Das leistungsstarke BHKW lässt sich über ein Display bedienen (Bild: NRW.BANK)

Anpassung an zukünftige Anforderungen

Eine Million Euro nahm das Krankenhaus in die Hand, um ein leistungsstarkes Blockheizkraftwerk (BHKW) mit 370 Kilowatt thermischer Leistung anzuschaffen und die Übergabestation zukünftigen Anforderungen anzupassen. So sollte die Möglichkeit zur Einspeisung ins öffentliche Stromnetz hergestellt werden – auch wenn im BHKW der neben der Wärme erzeugte Strom nunmehr fast vollständig selbst verbraucht wird, zum Beispiel durch drei da Vinci OP-Robotersysteme. Diese ermöglichen minimalinvasive roboter-assistierte Operationen und haben Gronau europaweit an die Spitze der innovativen Medizintechnik katapultiert. 240 Kilowatt elektrische Leistung liefert die neue KWK-Anlage. „Neben finanziellen Einspareffekten sowie der Reduktion von CO2 um 570 Tonnen pro Jahr rechnen wir damit, die in den vergangenen Jahren gestiegenen Kosten für den Fremdbezug von elektrischer Energie abmildern zu können“, erklärt Jens Breer.

Kredit auf Herz und Nieren geprüft

Auf der Suche nach einer Finanzierung prüfte die St. Antonius-Hospital Gronau GmbH mit ihrer Hausbank den NRW/EU.KWK-Investitionskredit auf Herz und Nieren. Ergebnis: „Mit dem Förderkredit konnten die geplanten Neuerungen in der Heizzentrale kostengünstig und problemlos umgesetzt werden“, erklärt Jens Breer. Birgit Cremers, Teamleiterin im Förderprogrammgeschäft bei der NRW.BANK, stellt das schlanke Antragsverfahren bei dem vom NRW-Umweltministerium initiierten und vom Land NRW sowie der Europäischen Union zinsverbilligten NRW/EU.KWK-Investitionskredit heraus: „In der Regel entscheiden wir über die von der Hausbank eingereichten Anträge innerhalb einer Woche.“ Gefördert werden KWK-Anlagen über 50 Kilowatt elektrischer Leistung, die bei Unternehmen in NRW signifikant zur CO2- und Energieeinsparung beitragen. Die Abhängigkeit von teuren Energieträgern wird reduziert. Dies führt zu einer gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und Sicherung der Arbeitsplätze. „Es werden Kosten von bis zu 100 Prozent der Maßnahmen gefördert mit Darlehen zwischen 50.000 und 2,5 Millionen Euro“, erläutert Birgit Cremers. „Die Laufzeit ist mit drei bis acht Jahren sehr flexibel.“

Effiziente Kälteanlage und LED-Lampen

Im St. Antonius-Hospital blieb das neue BHKW nicht die einzige Neuerung in Sachen Klimaschutz. Jens Breer berichtet: „Vor kurzem wurde eine hocheffiziente Kälteanlage eingebracht. Damit werden unter anderem die OP-Räume klimatisiert. Und ein Projekt zum Einsatz von LED-Lampen steht kurz vor dem Start.“

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