Voltavision in Bochum bietet solche Härtetests für Batterien für Elektromobilität an
Die Gründer von Voltavision: Julian und Nils Stentenbach (Bild: NRW.BANK)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Innovation

//Innovation: Stresstests in Sachen Elektromobilität

Batterien von Hybrid- und Elektroautos sind hochkomplexe Systeme. In Sekundenbruchteilen müssen sie auf neue Fahrsituationen reagieren. Vor der Serienfertigung werden sie deshalb Härtetests unterzogen. Das von Nils und Julian Stentenbach gegründete Unternehmen Voltavision in Bochum bietet solche Härtetests als Dienstleistung an, um den Weg ins Zeitalter der Elektromobilität zu ebnen. Bei der Gründung konnten Sie auf die Förderung über das Programm NRW.BANK.Elektromobilität zählen.

Für Nils Stentenbach ist nicht die Frage ob, sondern wann sich Elektromobilität auf unseren Straßen durchsetzen wird. Er beschäftigt sich schon viele Jahre mit Elektroantrieben, mit Solarautos, mit Batterietechnik. Gemeinsam mit seinem Bruder Julian studierte er an der Hochschule Bochum Mechatronik, beide machten mit beim dortigen SolarCar-Projekt.

Bis zu 45 Prüflinge können gleichzeitig in der Anlage getestet werden (Bild: NRW.BANK) Bis zu 45 Prüflinge können gleichzeitig in der Anlage getestet werden (Bild: NRW.BANK)

Elektromobilität von Anfang an

Im Rahmen des Projekts werden seit 1999 solarbetriebene Elektroautos entwickelt, die dann zum Beispiel an der American Solar Challenge, einem Rennen quer durch die USA, teilnehmen. „Ich war seit 2007 für zwei Entwicklungsstufen der Batterien verantwortlich“, erzählt Nils Stentenbach, sein Bruder war damals studentischer Teamleiter des Projekts. 2010 landete das von ihnen mitentwickelte Solarauto auf Platz 3. „Wir haben eine durchschnittliche Geschwindigkeit von fast 80 km/h erreicht – und das mit der elektrischen Leistung eines Toasters“, blickt Nils Stentenbach zufrieden zurück. Heute ist Elektromobilität für ihn einfach selbstverständlich.

Da war es nur konsequent, den eingeschlagenen Weg nach dem Studium weiter zu verfolgen: „Wir haben damals jahrelang das gemacht, was jetzt auf dem Markt gefragt ist.“ Exakt am 31. Dezember 2010 sprach er das erste Mal mit seinem Bruder Julian darüber, Prüf- und Messreihen für genau diese Batterien in Hybrid- und Elektrofahrzeugen als Dienstleistung anzubieten. Daraus wuchs schnell die Idee, ein eigenes Unternehmen zu gründen – der Grundstein für die heutige Voltavision GmbH war gelegt.

Ein Batterieprüfstand von Voltavision (Bild: NRW.BANK) Ein Batterieprüfstand von Voltavision (Bild: NRW.BANK)

Finanzierung der Gründung mithilfe der NRW.BANK

„Wir haben uns dann direkt an einen Businessplan gesetzt, so wie Ingenieure das machen: Problem sehen, Ziel setzen, bis wann es gelöst sein muss – und dann haben wir das Projekt abgearbeitet“, denkt Nils Stentenbach zurück. „Unsere Hausbank hat uns bei der Gründung super unterstützt.“ Im Sommer 2011 waren alle Planungen abgeschlossen und die Finanzierung der Gründung über Darlehen gesichert. Nicht zuletzt konnte er sich dabei auf die NRW.BANK verlassen, die Voltavision mit dem Programm NRW.BANK.Elektromobilität unterstützt. „Nicht nur das Projekt, sondern auch die Akteure haben mich begeistert", erklärt Philipp Enste, Förderberater der NRW.BANK. „So hat die Beratung nicht nur Spaß gemacht, sondern man sieht, wie mithilfe eines sehr zinsgünstigen Förderprogramms innovative Ideen umgesetzt und Arbeitsplätze geschaffen werden können.“

Ende 2011 wurden die ersten beiden Prüfstände für große Batterien in Betrieb genommen. „Da hatten wir unseren ersten richtigen Kunden“, so Nils Stentenbach. Und es wurden schnell mehr: Zum Kundenkreis gehören bereits einige große Fahrzeughersteller, deren Vorserienprototypen von Batterien bei Voltavision auf den Prüfstand kommen. Ende 2012 konnte dann das neue Firmengebäude bezogen werden. „Bis zu 45 Prüflinge können wir hier gleichzeitig testen“, erklärt Nils Stentenbach. Inzwischen ist sein Unternehmen auf sieben Mitarbeiter angewachsen.

Stromspeicher auf Herz und Nieren prüfen

Motor an, Motor aus, beschleunigen, bremsen, bergauf, bergab, Kofferraum voll oder leer, Autobahn, Stadtverkehr, Winterwetter, tropische Hitze – die Batterien von Elektroautos genauso wie die Batterien in Hybridfahrzeugen müssen auf den Prüfständen von Voltavision alles mitmachen, was später im Alltag auf sie zukommt. „So eine Batterie kontrolliert sich permanent selbst und reagiert auf jede neue Fahrsituation in Sekundenbruchteilen. Auf dem Prüfstand muss sie deshalb denken, sie wäre in einem echten Auto“, erläutert Nils Stentenbach. „Wir testen dann insbesondere die Langlebigkeit und simulieren dabei in unseren Klimakammern echte Stresssituationen. Solche Prüfreihen dauern mitunter ein ganzes Jahr.“

Die Chancen für die Bochumer Unternehmensgründung sind bestens: „Die Zahl der Elektroautos wird massiv wachsen, die Systeme werden weiterentwickelt und immer ausgereifter. Allein im Bereich Elektromobilität gibt es für uns enorme Potenziale“, skizziert Nils Stentenbach die Vision von Voltavision. Wachstum inbegriffen: „Es werden noch völlig neue Bereiche für uns hinzukommen, etwa in der Entwicklung von elektrischen Zwischenspeichern im Keller von Wohn- oder Bürohäusern und bei stationären Energiespeichern für die Stromnetzstabilisierung.“

Auch Philipp Enste ist optimistisch: „Voltavision hat beste Chancen, gesund zu wachsen. Gerade, weil hier innovative Dienstleistungen angeboten werden, die für das Gelingen der Energiewende eine wichtige Rolle spielen.“

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