Beim Hausbau auf hochwertige und langlebig Baustoffe achten
Die Massivbauweise ist langlebig und hat Vorteile bei der Wärmespeicherung (Bild: Daniel Bujack - Fotolia)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Serie: Nachhaltiges Bauen - Teil 10

//Investitionen in die Zukunft einer Immobilie

Beim Hausbau sollten nicht nur die Errichtungskosten, sondern der gesamte Lebenszyklus einer Immobilie im Auge behalten werden. Experten raten, in hochwertige, langlebige Baustoffe zu investieren.

In den vergangenen Jahren wurden bewährte Baustoffe kontinuierlich weiterentwickelt. Mit innovativen Verfahren konnte beispielsweise die Festigkeit vieler Stoffe erheblich gesteigert werden. Im Wohnungsbau werden 85 Prozent der Gebäude in massiver Bauweise errichtet – mit Materialien wie Beton, Ziegel- oder Kalksandstein. „Der Rest erfolgt in Leichtbauweise, meistens mit Holz. Bauweisen wie Stahlbau oder Lehm spielen im Wohnungsbau keine nennenswerte Rolle. Bei Gebäudetypen wie Büro- und Industriebauten wird meist Beton oder Stahl für die Tragkonstruktion eingesetzt“, sagt Prof. Manfred Hegger, der seit 2001 an der Technischen Universität Darmstadt im Fachgebiet „Entwerfen und Energieeffizientes Bauen“ lehrt.

Holzinnenausbau bietet Vorteile im Bereich ökologischer Bau- und Dämmstoffe (Bild: Pixelwolf - Fotolia). Holzinnenausbau bietet Vorteile im Bereich ökologischer Bau- und Dämmstoffe (Bild: Pixelwolf - Fotolia).

Besondere Eigenschaften

Die Vorteile einer massiven Bauweise liegen in der Eigenschaft, Wärme zu speichern und diese verzögert wieder abgeben zu können. „Diese Bauweise ist über einen langen Zeitraum stark optimiert und rationalisiert worden, dementsprechend preiswert ist sie“, sagt Manfred Hegger. Darüber hinaus gelten massive Konstruktionen als dauerhaft. Dauerhaftigkeit ist grundsätzlich umweltschonend, weil die eingesetzten Stoffe nur selten ausgetauscht und damit auch nicht wieder hergestellt und entsorgt werden müssen. „Dies setzt allerdings voraus, dass Gebäude, in denen die Baustoffe eingesetzt werden, hinreichend flexibel sind, um auf veränderte Nutzungen reagieren zu können. Anders gesagt: Dauerhafte Baustoffe in einem Gebäude, das schon nach wenigen Jahren niemand mehr nutzen kann oder will, sind auch nicht nachhaltig“, fügt er hinzu.

Aber auch mit Holzbauten sind langlebige Kostruktionen möglich, wie alte Fachwerkhäuser zeigen. Speichermassen können hier über den Innenausbau eingebracht werden. „Gerade im Bereich der ökologischen Bau- und Dämmstoffe bieten Holzkonstruktionen Vorteile“, so Dirk Mobers von der EnergieAgentur.NRW.

Bei der Wahl des richtigen Baustoffes spielt auch Regionalität eine wichtige Rolle, insbesondere der Aspekt der Ressourcenschonung. „Stoffströme über große Distanzen sind schlecht, wenn man bedenkt, wie viel Energie für den Transport aufgebracht werden muss. Deutschland etwa verfügt über zahlreiche Natursteine, die genutzt werden können“, sagt Prof. Dr. Peter Lieblang vom Institut für Technik und Ökologie der Fachhochschule Köln, Leiter des dort ansässigen Bauphysiklabors.

Privater oder gewerblicher Bau?

Die Unterschiede zwischen privatem und gewerblichen Bau sind erheblich. Für private Hausherren stellt ein Hausbau in der Regel die größte Einzelinvestition ihres Lebens dar. Es gibt eine starke emotionale Komponente. Das eigene Haus mit Garten und genügend Platz für die Kinder ist für viele Menschen eine Idealvorstellung. „Nur wenige machen sich ausreichend klar, dass Kinder irgendwann ausziehen oder Energiekosten weiter steigen werden. Menschen beschäftigen sich auch nicht gerne damit, dass es irgendwann nicht mehr möglich sein könnte, Treppen zu benutzen“, sagt Manfred Hegger. Viele Häuser können auf diese veränderten Lebensumstände nicht befriedigend reagieren. „Es ist die Aufgabe von Architekten und Planern, dies in die Diskussion mit dem Bauherrn vor dem Bau einzubringen“, fügt Manfred Hegger hinzu.

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Serie Nachhaltiges Bauen

Teil 1: Was umfasst nachhaltiges Bauen?
Teil 2: Leicht- und Massivbauweise im Vergleich
Teil 3: Holz, Lehm & Co.: Vor- und Nachteile von ökologischen Baustoffen
Teil 4: Gebäude intelligent dämmen
Teil 5: Umweltfreundliche Materialien für den Innenausbau
Teil 6: Dicke Luft muss nicht sein – Tipps für gutes Raumklima
Teil 7: Gut gedeckt – auf das richtige Dach kommt es an
Teil 8: Heizenergien der Zukunft
Teil 9: Langfristig sparen durch energieeffiziente Häuser
Teil 10: Investitionen in die Zukunft einer Immobilie

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Bei gewerblichen Immobilien, die vom Bauherren selbst genutzt werden, ist das Bewusstsein für den gesamten Lebenszyklus schon stärker vorhanden. Themen wie Energieverbrauch, Umnutzung, Reinigungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit und die damit verbundenen Kosten werden als Anforderung an die Gebäudeplanung gestellt. „Zertifizierungssysteme wie das der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen helfen hier einen Standard zu beschreiben“, rät Manfred Hegger.

Logo Serie Nachhaltig bauen (Bild: NRW.BANK)

Serie

Die Serie „Nachhaltiges Bauen“ gibt einen Überblick über ressourcenschonendes und energieeffizientes Bauen und Sanieren. Welche bewährten, wiederentdeckten und neuen Baustoffe sind zeitgemäß? Wie lassen sich Folge- und Nutzungskosten berechnen? Wann hilft eine Dämmung, wann schadet sie? Was für verschiedene Typen von Energieeffizienzhäusern gibt es? Wie fördert die NRW.BANK die Bauherren? Antworten auf diese und andere Fragen liefert Ihnen die NRW.BANK in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW in dieser Serie.

Förderprogramme und -produkte für Maßnahmen im Bereich regenerativer Energien:

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