Energieeffizienzhäuser realisieren reduzierten Energiebedarf
Energieeffizienzhäuser sparen langfristig hohe laufende Nebenkosten der Immobilie ein (Bild: arsdigital - Fotolia)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Serie: Nachhaltiges Bauen - Teil 9

//Langfristig sparen durch energieeffiziente Häuser

Finanzielle Unterstützung gibt es vom Staat für Bauvorhaben, bei denen der Energiebedarf reduziert wird. Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, stößt schnell auf die Bezeichnung Energieeffizienzhaus. Dazu zählen sogenannte Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser, Nullenergiehäuser und Plusenergiehäuser. Was steckt dahinter? Wodurch unterscheiden sie sich?

Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten lässt sich schnell eine Regel ableiten: Energieeffizienzhäuser tragen ihren Namen, weil sie die einmal zugeführte Energie in einem möglichst großen Maße ausnutzen. Wer sich für ein Energieeffizienzhaus entscheidet, wird nicht nur gefördert, sondern spart langfristig hohe laufende Nebenkosten der Immobilie ein.

Energieeffizienzhaus-Typen

Ein Niedrigenergiehaus zeichnet sich durch einen sehr geringen Energiebedarf für Heizwärme und Warmwasser aus. Erreicht wird das durch eine gute Wand- und Dachisolierung sowie Wärmeschutzverglasung mit einer effizienten Haustechnik. „Der Begriff Niedrigenergiehaus ist nicht geschützt oder klar definiert, daher muss man hier immer schauen wie effizient das Haus wirklich ist“, sagt Dirk Mobers, Leiter des Themenfeldes „Energieeffizientes und solares Bauen“ bei der EnergieAgentur.NRW.

Passivhäuser finden immer mehr Verbreitung (Bild: Fotolia / stefanfister) Passivhäuser finden immer mehr Verbreitung (Bild: Fotolia / stefanfister)

Die Dämmung bzw. Isolierung spielt auch beim Passivhaus eine entscheidende Rolle. Solche Gebäude nutzen darüber hinaus passive „interne“ Energiequellen wie die Abwärme elektrischer Geräte oder Personen. Anstatt diese Energie ungenutzt verpuffen zu lassen, wird diese von einem Passivhaus aufgefangen und zur Erwärmung des Hausinneren verwendet. Besonders großflächige Fenster mit Dreifachverglasung lassen Sonnenwärme in den Hausinnenraum einfallen, aber wenig Energie wieder nach außen. Die Sonnenenergie erwärmt so das Haus auf natürliche, „passive“ Art und Weise. „Durch die hervorragende Dämmung, die passive Solarenergienutzung und die Verwendung der internen Wärmequellen wird der Heizwärmebedarf so gering, dass es ausreicht, den aus hygienischen Gründen erforderlichen Luftwechsel zu erwärmen, um das ganze Haus zu beheizen“, so Mobers. Hierzu wird ein Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung verwendet, welches zum Beispiel, ergänzt durch eine Abluftwärmepumpe, vollständig das Heizen und die Warmwasserbereitung übernimmt. Bei Passivhäusern wird oft noch eine Solaranlage zur Unterstützung der Brauchwarmwasserbereitung eingesetzt. Ein konventionelles Heizungssystem ist nicht erforderlich. Mobers: „Die Mehrkosten von weniger als zehn Prozent gegenüber einem normalen Haus werden durch die geringen Energiekosten und die Förderung  in kurzer Zeit wieder eingespart. Die Art zu bauen ist besonders wirtschaftlich.“

Ein Nullenergiehaus erzeugt über das Jahr verteilt genauso viel Energie, wie es für den Eigenverbrauch benötigt. Um das zu erreichen, wird in der Regel ein Passivhaus mit einer großen Photovoltaik-Anlage ergänzt, sodass die Energiebilanz des Hauses über ein Jahr betrachten ausgeglichen wird.

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Serie Nachhaltiges Bauen

Teil 1: Was umfasst nachhaltiges Bauen?
Teil 2: Leicht- und Massivbauweise im Vergleich
Teil 3: Holz, Lehm & Co.: Vor- und Nachteile von ökologischen Baustoffen
Teil 4: Gebäude intelligent dämmen
Teil 5: Umweltfreundliche Materialien für den Innenausbau
Teil 6: Dicke Luft muss nicht sein – Tipps für gutes Raumklima
Teil 7: Gut gedeckt – auf das richtige Dach kommt es an
Teil 8: Heizenergien der Zukunft
Teil 9: Langfristig sparen durch energieeffiziente Häuser
Teil 10: Investitionen in die Zukunft einer Immobilie

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KfW-Kategorisierung

Um ein Energieeffizienzhaus einordnen zu können, sind 2009 die Richtlinien neu geregelt worden. Gesetzliche Basis dafür ist die EnergieEinsparVerordnung, kurz EnEV. Um entsprechende Standards definieren zu können, kategorisiert man seitdem Energieeffizienzhäuser. Das Highlight: ein Haus nach dem Standard KfW 40.

Aber wofür stehen eigentlich die Zahlen? Ein Beispiel: In der EnEV ist geregelt, welche Energie-Verbrauchswerte zulässig sind, um den Energiepass für einen Neubau zu bekommen. Der KfW-Standard 55 etwa sagt aus, dass 55 Prozent dessen nicht überschritten werden darf. In der Praxis trifft man am häufigsten auf Gebäude, die zu den Kategorien KfW 55 und KfW 70 gehören.

Von einem Plusenergiehaus spricht man dann, wenn ein Haus mehr Energie erzeugt, als es für den eigenen Bedarf benötigt. Auch hier wird über das komplette Jahr bilanziert.

„Besonders anspruchsvoll sind energieautarke Häuser, die auch über Energiespeicher verfügen, sodass sie über das ganze Jahr keine zusätzliche Energieversorgung benötigen. Solche Konzepte sind heute aber in der Regel noch nicht wirtschaftlich“, erklärt Dirk Mobers.

Förderung

Wer sich für ein KfW-Effizienzhaus 40, 55 oder 70 entscheidet, erhält Fördergelder in unterschiedlicher Höhe. Bis zu 100 Prozent der Bauwerkskosten werden in Form eines Darlehens gefördert. Die Förderhöhe beträgt höchstens 50.000 Euro pro Wohneinheit. Detaillierte Informationen finden Sie unter der Produktsuche der NRW.BANK unter www.nrwbank.de/produktsuche.

Logo Serie Nachhaltig bauen (Bild: NRW.BANK)

Serie

Die Serie „Nachhaltiges Bauen“ gibt einen Überblick über ressourcenschonendes und energieeffizientes Bauen und Sanieren. Welche bewährten, wiederentdeckten und neuen Baustoffe sind zeitgemäß? Wie lassen sich Folge- und Nutzungskosten berechnen? Wann hilft eine Dämmung, wann schadet sie? Was für verschiedene Typen von Energieeffizienzhäusern gibt es? Wie fördert die NRW.BANK die Bauherren? Antworten auf diese und andere Fragen liefert Ihnen die NRW.BANK in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW in dieser Serie.

Förderprogramme und -produkte für Maßnahmen im Bereich regenerativer Energien:

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