Energiesparende Maßnahmen vermindern Wärmeverlust
Solar- und Photovoltaik-Anlage (c) BSW-Solar/Viessmann
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Serie: Nachhaltiges Bauen - Teil 1

//Was umfasst nachhaltiges Bauen?

Die Serie „Nachhaltiges Bauen“ gibt einen Überblick über ressourcenschonendes und energieeffizientes Bauen und Sanieren. Welche bewährten, wiederentdeckten und neuen Baustoffe sind zeitgemäß? Wie lassen sich Folge- und Nutzungskosten berechnen? Wann hilft eine Dämmung, wann schadet sie? Was für verschiedene Typen von Energieeffizienzhäusern gibt es? Wie fördert die NRW.BANK die Bauherren? Antworten auf diese und andere Fragen liefert Ihnen die NRW.BANK in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW in dieser Serie.

Zum Auftakt beschäftigen wir uns mit der Frage: Was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit beim Hausbau oder bei einer Sanierung? „Häusle(um)bauer“ müssen ihr Eigenheim schließlich so planen, dass ihre Immobilie auch zukünftig den Anforderungen ihrer Zeit gerecht wird. Energie effizient zu nutzen, spielt dabei eine wichtige Rolle.

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ geht in Deutschland historisch auf die Forstwirtschaft zurück. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelte sich aus der Not unkontrollierter Waldvernichtung die Forstwirtschaft. Ein Leitmotiv, das sich damals durchsetzte, klang in etwa so: „Wer einen Wald hegt, muss darauf achten, nicht mehr Holz zu schlagen als nachwächst“. Nachhaltigkeit bedeutet also, vom Ertrag zu leben, ohne die Substanz anzutasten. Im modernen Nachhaltigkeitsbegriff geht es darum, sein Handeln so auszurichten, dass die eigenen Bedürfnisse befriedigt werden ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können. So soll das Handeln nach ökonomischen, aber auch nach ökologischen und sozialen Aspekten ausgerichtet werden. Auf den Baubereich übertragen heißt dieser Ansatz, dass nicht nur die Errichtungskosten eines Gebäudes, sondern auch die Baustoffe und die Baufolgekosten eine wichtige Rolle spielen. Aber auch die Wohnqualität muss berücksichtigt werden.

Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus

Eine Lebenszyklusanalyse zeigt, wo Verbesserungspotenziale liegen. In dieser Analyse spielen Errichtungs-, Nutzungs- und Rückbaukosten eine entscheidende Rolle. Zu den Errichtungskosten zählen der Erwerb des Grundstücks und die Baukosten des Gebäudes. Hinzu kommen Planungs-, Makler-, Notar- oder etwa Versicherungskosten während der Bauzeit. Nutzungskosten können für Heizwärme, Beleuchtung, Wasser, Reinigung oder Modernisierungen anfallen. Rückbaukosten entstehen beim Abriss und der Entsorgung. „Alle Lebensphasen eines Bauwerks müssen im Hinblick auf die unterschiedlichen Aspekte der Nachhaltigkeit analysiert und in ihrem Zusammenwirken optimiert werden“, sagt Professor Manfred Hegger, Universitätsprofessor an der Technischen Universität in Darmstadt und Präsident  der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Ziel ist es schließlich, eine hohe Gebäudequalität mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Umwelt zu erreichen.

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Serie Nachhaltiges Bauen

Teil 1: Was umfasst nachhaltiges Bauen?
Teil 2: Leicht- und Massivbauweise im Vergleich
Teil 3: Holz, Lehm & Co.: Vor- und Nachteile von ökologischen Baustoffen
Teil 4: Gebäude intelligent dämmen
Teil 5: Umweltfreundliche Materialien für den Innenausbau
Teil 6: Dicke Luft muss nicht sein – Tipps für gutes Raumklima
Teil 7: Gut gedeckt – auf das richtige Dach kommt es an
Teil 8: Heizenergien der Zukunft
Teil 9: Langfristig sparen durch energieeffiziente Häuser
Teil 10: Investitionen in die Zukunft einer Immobilie

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Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen. Foto: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen. Foto: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Fassadendämmung als Teil eines Maßnahmenpakets

Wie schwer es sein kann, alle Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen, zeigt die aktuelle Diskussion um die Fassadendämmung. Dabei sind nicht nur die Kosten der Baumaßnahme und ihre Wirtschaftlichkeit entscheidend. „Wichtig sind auch die Wahl des Dämmstoffes, die Beachtung des Brandschutzes und die richtige Verarbeitung“, betont Dirk Mobers von der EnergieAgentur.NRW. Da die Außenwanddämmung bis auf den Fensterrahmen gezogen wird, sollte zudem überlegt werden, ob die alten Fenster erhalten bleiben können oder es nicht mehr Sinn macht, diese auch gleich mit zu tauschen. Fest steht: Das Versprechen, mit energetischer Sanierung den Primärenergiebedarf eines Hauses um rund 70 Prozent senken zu können, darf man nicht allein auf die Fassadendämmung beziehen. Einen solchen Wert erreichen Häuslebauer und -sanierer nur mit einem Maßnahmenpaket, das etwa eine Erneuerung der Heizanlage und Fenster sowie eine entsprechende Dachmodernisierung beinhaltet.

Expertenmeinungen einholen

„Bei allen Vorhaben sollte immer ein energetisches Gesamtkonzept zugrunde liegen, das von einem Fachmann entwickelt wurde“, meint Professor Hegger. Die Baugeschichte, das Ausmaß der Sonneneinstrahlung auf die Fassade, die geografische Lage, das Standort-Mikroklima und nicht zuletzt die Gestaltungsvorlieben ihrer Bewohner sind Einflussfaktoren, die unbedingt in eine Gesamtbetrachtung mit einfließen müssen. Eine Dämmlösung, die überall gleich gut funktioniert, gibt es nicht. Gleiches trifft zu bei der Auswahl des Heizsystems, beim Innenausbau oder bei der Wahl des richtigen Daches. Mehr dazu lesen Sie in weiteren Teilen unserer Serie.

Förderprogramme und -produkte für Maßnahmen im Bereich regenerativer Energien:

Energieeffizient Bauen KfW Bankengruppe

Energieberatungen im Mittelstand Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

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