Crowdsourcing - Auslagerung von Aufgaben, von unterschiedlichen Orten an Projekt arbeiten
Mittelstand: Viele Computermäuse versinnbildlichen die „Crowd“ im Begriff „Crowdsourcing“ (Bild: NRW.BANK)

Mittelstand

//Crowd + Outsourcing = Crowdsourcing

Social Media-Plattformen zeigen, wie sich Menschen untereinander vernetzen und austauschen können. Ist der Arbeitsplatz der Zukunft auch im Web 2.0? Immerhin können dort viele Menschen an unterschiedlichen Orten an einem Projekt arbeiten. Die Idee dazu: „Crowdsourcing“. Das Essener Unternehmen clickworker.com betreibt eine Internet-Plattform, die ein solches Arbeiten ermöglicht. Finanzielle Unterstützung gab es unter anderem von der SeedCapital Dortmund, einer Beteiligung im Rahmen der NRW.BANK.Seed Fonds-Initiative.

Der Begriff „Crowdsourcing“ setzt sich aus den Begriffen „Outsourcing“ und „Crowd“ zusammen, also die Auslagerung von Aufgaben an die Masse. Bei clickworker.com bearbeitet die Masse dort angebotene Projekte. Das können etwa Recherche-, Umfrage- oder etwa suchmaschinenoptimierte Texterstellungsaufgaben sein. „Häufig sind es einfache, trotzdem wichtige Aufgaben, für die in Unternehmen oft die Zeit fehlt“, sagt Marketing-Managerin Ines Maione. „Damit der Kunde einen Eindruck vom Projektablauf und der Qualität der Ergebnisse gewinnen kann, führen wir bei größeren Projekten häufig einen ersten Testlauf als Pilotprojekt durch. Jeder Internetnutzer, der an der Bearbeitung des Projektes teilnehmen und damit ein Clickworker werden möchte, muss sich registriert haben, Fachkenntnisse für die jeweilige Aufgabe aufweisen und zudem ein projektbezogenes Training oder einen Online-Test mit einer ausreichenden Quote absolviert haben“, erklärt Geschäftsführer Christian Rozsenich.

Mittelstand: Clickworker-Geschäftsführer Christian Rozsenich. (Bild: NRW.BANK) Clickworker-Geschäftsführer Christian Rozsenich. (Bild: NRW.BANK)

Tausende von Datensätzen
Beispielhaft ist der Auftrag des Telefonbuchverlages Hans Müller. Dieser ist im Auftrag der DeTeMedien einer der größten Herausgeber und Verleger von Telekommunikationsverzeichnissen. Ständig müssen Tausende von Datensätzen überarbeitet, ergänzt sowie neu aufgenommen werden. Clickworker.com stellte jeden neuen Firmeneintrag als Einzelauftrag auf die Internetplattform. Clickworker überprüften die Daten und recherchierten URLs, E-Mail-Adressen und Öffnungszeiten. Dabei bearbeiteten zeitgleich zwei unabhängige Clickworker-Gruppen dieselben Aufträge. Um die Richtigkeit der Angaben sicherzustellen, wurden die Ergebnisse anschließend verglichen. Voneinander abweichende Daten wurden erneut recherchiert, fehlerfreie und überprüfte Ergebnisse zusammengestellt und innerhalb von 48 Stunden an den Verlag gesendet. Das Ergebnis: Innerhalb kürzester Zeit bearbeiteten qualifizierte Clickworker 80.000 Adressdatensätze. „Jede Ausarbeitung wird geprüft und bewertet“, fügt Christian Rozsenich hinzu. So können Clickworker ihr eigenes „Rating“ verbessern. Gute Arbeit wird mit guten Bewertungen honoriert und die Wahrscheinlichkeit, weitere Projekte bearbeiten zu können, steigt.

Wer sind Clickworker?

„Unsere Clickworker sind Angestellte, Studenten, Selbstständige, Schüler, Rentner und Arbeitssuchende“, sagt Ines Maione. Der durchschnittliche Verdienst eines Clickworkers liegt bei 50 Euro im Monat. Dafür arbeitet er im Schnitt viereinhalb Stunden. Das Unternehmen selbst ist noch in der Wachstumsphase. Erste Kundenaufträge gab es im Jahr 2008, Christian Rozsenich kam 2009 ins Unternehmen. 2010 stand die Erweiterung auf den US-Markt an. Kunden werden aus den Niederlassungen in San Francisco und Essen betreut. Im Jahre 2011 wurde ein Relaunch des Marktplatzes durchgeführt, die Anzahl der Clickworker stieg auf über 150.000. Mittlerweile besteht die Clickworker-Crowd aus über 500.000 Mitgliedern. Zu den Kunden zählen namhafte Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen wie Automobil, Telekommunikation oder Finanzdienstleistung.

Mittelstand: Das Clickworker-Prinzip grafisch dargestellt. (Bild: clickworker GmbH) Das Clickworker-Prinzip grafisch dargestellt. (Bild: clickworker GmbH)

Aufbau einer Community
Damit einzelne Clickworker sich aus der anonymen Masse hervorheben und miteinander vernetzen können, entwickelt clickworker.com die Community stetig weiter und nutzt hierzu auch soziale Plattformen. Zudem werden besonders gelungene Ausarbeitungen honoriert, indem die Clickworker-Profile mit positiven Bewertungen versehen werden. „Wie an jedem Arbeitsplatz spielt auch bei unseren Clickworkern Anerkennung und Spaß an der Arbeit eine wichtige Rolle“, betont Ines Maione.

Unternehmensfinanzierung
Einen Finanzierungsbaustein stellte die von der NRW.BANK, der Sparkasse Dortmund und privaten Investoren finanzierte SeedCapital Dortmund GmbH & Co. KG. Diese geht Beteiligungen an neu gegründeten technologie- und wachstumsorientierten Unternehmen im Ruhrgebiet ein. „Ziel der mit den Beteiligungsmitteln der SeedCapital Dortmund durchgeführten Frühphasenfinanzierung ist es, dem Beteiligungsunternehmen einen progressiven und dynamischen Entwicklungsprozess zu ermöglichen, um etwa große Kunden bedienen und entsprechendes Personal rekrutieren zu können“, sagt Steffen Gruber von der SeedCapital. „Aber auch die Suche nach größeren, international agierenden Finanzierungspartnern wird durch die Frühphasenfinanzierung unterstützt.“, fügt er hinzu. Warum sich SeedCapital für clickworker.com entschied, fasst Steffen Gruber so zusammen: „Die Investitionsentscheidung für ein Engagement der SeedCapital basierte im Wesentlichen auf dem hohen Innovationsgrad des angebotenen Dienstleistungskonzeptes sowie dem erwarteten erheblichen Wachstumspotenzial in einem aktuell neu entstehenden Markt.“

Fördermöglichkeiten für Ihr Vorhaben finden

Ich suche Fördermöglichkeiten für
im Förderthema

Eine vollständige Übersicht der Auswahlkriterien bietet Ihnen die  Produktsuche

Umwelt & Energie

Das Schwerlastschiff Stanislav Yudin hat die bis zu 900 Tonnen schweren Tripods ins Baufeld transportiert (Bild: Trianel GmbH)

Rückenwind für Ökostrom: Stadtwerke-Kooperation investiert in Offshore-Windpark

Nordrhein-Westfalen liegt endlich am Meer. Zumindest, wenn es um Energie aus Windkraft geht: Das Land profitiert vom ersten kommunalen Offshore-Projekt in der Nordsee. An dem „Trianel Windpark Borkum“, der Ende 2013 den kommerziellen Betrieb aufnimmt, sind mehrheitlich Stadtwerke in Nordrhein-Westfalen beteiligt.

Weiterlesen

Umwelt & Energie

Dr. Michael Knappe, Leiter der Abteilung Produktentwicklung der NRW.BANK. (Bild: NRW.BANK)

„Die Zukunft gehört der Elektromobilität“

Die Rhein-Ruhr-Region ist Teil des Förderprogramms „Modellregion Elektromobilität“. Dr. Michael Knappe, Leiter der Abteilung Produktentwicklung der NRW.BANK, über das Engagement der Förderbank für Elektromobilität.Ein wesentlicher Baustein ist das gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen aufgelegte Programm NRW.BANK.Elektromobilität.

Weiterlesen

Ihre Anfrage

* Pflichtfelder Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers/der Empfänger werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und anschließend gelöscht.

Feedback

Ihre Bewertung der Seite

Haben Sie ein Anliegen und möchten lieber persönlich in Kontakt mit der NRW.BANK treten? Dann nutzen Sie bitte unsere Kontaktmöglichkeiten.