Innovative Lichtbetonprodukte der Lucem GmbH
Dr. Andreas Roye, Geschäftsführer von Lucem in Stolberg (Bild: NRW.BANK)

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//Bauen: Lucem vereint Licht und Masse zu Lichtbeton

Eigentlich gehört Beton nicht gerade zu den besonders innovativen Werkstoffen. Das hat sich geändert, seitdem Lichtbetonprodukte der Lucem GmbH neue Nutzungseigenschaften und Anwendungsbereiche erschließen. Ein guter Beweis, dass Innovationen durchaus auch in traditionellen Bereichen möglich sind. Die NRW.BANK hilft dabei.

Bei der Herstellung von Lichtbeton werden lichtleitende Fasern Schicht für Schicht in den Beton eingegossen. Eingebettet in das Material machen die Fasern sogar massive Blöcke lichtdurchlässig. „Die Idee, Lichtbeton kommerziell herzustellen, lag irgendwie in der Luft“, berichtet Dr. Andreas Roye, Geschäftsführer von Lucem in Stolberg. Grund genug für den Ingenieur, der im Anschluss an sein Studium über das Thema „Textilien als Verstärkung für Beton“ promoviert hat, das Projekt in Angriff zu nehmen. Im April 2007 machte er sich gemeinsam mit Marijan Barlé selbstständig, die Lucem entstand.

Unter dem Markennamen „LUCEM Lichtbeton“ produziert und vertreibt das Duo mit seinem Team heute Lichtbetonprodukte aller Art. Neben der Herstellung maßgeschneiderter Lösungen für die Architektur und das Bauwesen, wie zum Beispiel Designobjekte oder komplette lichtdurchlässige Fassaden, stellt die LUCEM GmbH zunehmend in Großserie gefertigte Lichtbetonplatten her. Diese machen etwa den Neubau des Instituts für Textiltechnik auf dem Campus der RWTH Aachen in der Dunkelheit zu einem Hingucker mit wechselnden Lichteffekten. Tagsüber hat die Fassade dagegen eine schlichte, anthrazitfarbene Natursteinoptik. Für die RWTH hat Lucem 2012 die erste interaktive Media-Fassade realisiert. Das leuchtende Geheimnis der 120 Quadratmeter großen Fassadenfläche sind 136 Lichtbetonplatten, in die Tausende lichtleitende Glasfasern eingebettet sind. „In Großserien für solche Projekte liegt der Skalierungshebel des Geschäftsmodells,“ betonen die Geschäftsführer.

Lichtbeton von Lucem setzt das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen ins beste Licht (Foto: Lucem GmbH) Lichtbeton von Lucem setzt das Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen ins beste Licht (Foto: Lucem GmbH)

Effiziente Hilfe bei der Liquiditätsbeschaffung

Gerade Technologiefirmen fehlt in den frühen Unternehmensphasen ausreichende Liquidität. Roye: „Das ist aus meiner Sicht die größte Schwierigkeit bei der Gründung solcher Firmen.“ Auch Lucem hatte dieses Problem, bis im Mai 2010 der regionale Seedfonds Rheinland Venture Capital (RVC) einstieg, an dem die NRW.BANK über ihren Dachfonds, den NRW.BANK Seed Fonds, beteiligt ist. Insgesamt hält dieser Fonds an sieben regionalen Seedfonds Beteiligungen. Aus diesen Quellen erhalten technologieorientierte junge Unternehmen mit Bezug zu NRW bis zu 500.000 Euro Eigenkapital.

Warum hat sich die NRW.BANK auf diesem Weg an dem Stolberger Unternehmen beteiligt? Auf diese Frage kommt eine ganz klare Antwort von Dr. Thomas Raueiser, Investmentmanager bei der NRW.BANK: „Bei Lucem hat uns besonders gefallen, dass es sich um ein Führungsteam handelt, das Branchenerfahrung, Marktkenntnis und Management-Know-how vorbildlich kombiniert.“ Außerdem sammelte Lucem auch durch gute Referenzen von Kunden Pluspunkte. Raueiser: „Deshalb konnten wir technologische Risiken ausschließen.“ Allerdings verfügen nur wenige Unternehmen bereits in der Seed-Phase über Kundenbeurteilungen, weil sie in der Regel noch kein überzeugendes Produkt vorlegen können.

Partnerschaftliche Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen Lucem und RVC verläuft vorbildlich. Roye: „Die beiden RVC-Geschäftsführer haben uns durch ihr profundes Fachwissen und ihr persönliches Engagement einen enormen Schub gegeben.“ Das vom Seedfonds erhaltene Eigenkapital wird für Marketingmaßnahmen und Produktionsskalierung genutzt. Als Reaktion auf die steigende Nachfrage wurde etwa die Produktionsstraße umgebaut. Seit Januar 2014 werden größere Rohformatplatten in der Größe 1,65 mal 0,60 Meter gefertigt. Als weiterer Frühphaseninvestor ist eine Maschinenfabrik aus Naila in Oberfranken an der Lucem beteiligt.

Lucem-Geschäftsführer Roye blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir haben stets versucht, in unserem Betrieb eine hohe Fachkompetenz aufzubauen. Wenn diese dann gepaart wird mit einer soliden Finanzierung, ist aus unserer Sicht eine sehr gute Basis für eine Wertentwicklung des Unternehmens gelegt.“

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