NRW.BANK.Seed Fonds - Vimecon: Investition in den Gesundheitsstandort Nordrhein-Westfalen
Dr. Kai U. Markus hat Vimecon gegründet (Bild: NRW.BANK)

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//Medizintechnik: Vimecon in Herzogenrath entwickelt Laser-Katheter

Forschung und Lehre auf höchstem Niveau, rund 2.500 Unternehmen, die Medizingüter herstellen - das umreißt den Gesundheitsstandort Nordrhein-Westfalen. Gerade interdisziplinäre Lösungen haben ein riesiges Potenzial. Das zeigt ein Laser-Katheter, den das Unternehmen Vimecon mit Unterstützung des NRW.BANK.Seed Fonds entwickelt.

„Während meiner ärztlichen Tätigkeit war ich erstaunt, dass es zwischen der Medizin und den Ingenieuren gerade bei der Entwicklung von technischen Lösungen immer noch wenig Austausch gab“, erzählt Dr. Kai U. Markus. Er besuchte deshalb die Medizintechnikvorlesungen bei den Maschinenbauern und beschloss, ein medizintechnisches Unternehmen zu gründen: „Ich habe kontinuierlich Ideen daraufhin gescreent, was man neu machen kann. Ich wollte etwas entwickeln, etwas bauen.“ 

Er fand sein Thema: Den Einsatz von Lasern in der Kardiologie. Inzwischen ist er geschäftsführender Gesellschafter von Vimecon mit Sitz in Herzogenrath. In Deutschland leiden rund eine Million Menschen unter Herzrhythmusstörungen. Die häufigste Form ist das Vorhofflimmern, das zum Schlaganfall führen kann. Die Ursache sind unkoordinierte elektrische Impulse, die aus der Vene den Vorhof des Herzens erreichen. Eine ungefährliche Vernarbung in der Venenwand am Eingang des Vorhofs kann das verhindern. Dafür ist jedoch eine Katheterbehandlung notwendig, die bis jetzt das Risiko schwerer Komplikationen birgt.

Doktortitel als Basis für eine Vision

Diese Katheterbehandlung mittels innovativer Medizintechnik möglichst risikoarm für den Patienten und einfach für den Arzt zu gestalten, das war die Idee, mit der sich Kai Markus fortan befasste. Er entwickelte einen Katheter, der gerade mal zwei Millimeter Durchmesser hat und durch den eine Glasfaser verläuft. Am Vorhof angelangt, nimmt die Glasfaser automatisch die Form eines geschlossenen Rings an. Wird der Laser nun aktiviert, tritt das Licht seitlich aus. Es entsteht die gewünschte Vernarbung. „Dass es im Körper funktioniert, konnten wir schon nachweisen.“

Doch bis hierhin war es ein langer Weg. Daheim in Alsdorf klebte Kai Markus die ersten Katheter zusammen. „Im Keller, direkt neben der Waschmaschine“, schmunzelt der Unternehmer. Nachdem er seinen Doktorhut hatte, wurde er in das PFAU-Programm, über das Unternehmensgründungen aus Hochschulen finanziell abgesichert werden können, aufgenommen. Den Durchbruch brachte seine Teilnahme am „Innovationspreis für Medizintechnik“ des Bundesforschungsministeriums 2005. Er gewann und bekam 300.000 Euro, um weiter forschen zu können.

Im April 2005 erblickte die Vimecon GmbH das Licht der Welt. „Viele haben gesagt, was soll denn da ein 30-Jähriger entwickeln, wenn es so riesige Medizinunternehmen gibt.“ Irgendwann, erzählt er, müsse man einfach über seinen eigenen Schatten springen: „Die Hürden auf dem Weg zum eigenen Unternehmen, die kriegt man nie auf Null. Irgendwann muss man die Bedenkenträger einfach stehen lassen.“ Als klar wurde, dass er für die Entwicklungsarbeit ein dickeres finanzielles Polster bräuchte, begab er sich auf die Suche nach Investoren. Ende 2007 war es geschafft: Bei Vimecon stieg der „Seed Fonds für die Region Aachen“ ein, an dem sich neben Sparkassen und Privatinvestoren der NRW.BANK.Seed Fonds beteiligt. Im Mai 2011 folgte in einer neuen Finanzierungsrunde auch der NRW.BANK.Venture Fonds.

Eine Vision mit handfestem Erfolg

Seitdem ist Kai Markus weiter auf Erfolgskurs – Preisregen inklusive: US-amerikanische Venture Capital Agenturen wählten Vimecon im Jahr 2011 unter die 50 „Top Innovators" im Bereich Life Science. Beim Texas Life Science Venture Forum 2012, bei dem sich in Houston mehr als 60 Medizintechnik-Unternehmen aus der ganzen Welt präsentierten, wurde die Vimecon als „The World’s Most promising Life Science Technology Company" ausgezeichnet. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Zu den Bewerbern gehörten nämlich auch richtig große Global Player. Das war absolut überwältigend“, freut sich Kai Markus. „Eine bessere Werbung hätten wir uns nicht wünschen können und natürlich steigt damit auch unser Ansehen in der Fachwelt.“ Und weitere Auszeichnungen folgten: So gehörte Vimecon zu den 20 ausgewählten internationalen jungen Unternehmen, die sich beim Annual Healthtech Summit  2013 an der NYSE Euronext in London vor weltweit tätigen Unternehmen und internationalen Venture-Capital-Agenturen präsentierten. Für ihren Laser-Katheter wurden die Herzogenrather 2014 in der Kategorie „Innovativste Produktidee im Healthcare-Bereich“ für den Senetics Innovation Award, eine renommierte Auszeichnung der Medizintechnik-Branche in Deutschland, nominiert.

Damit Vimecon größtmögliche Nähe zu potenziellen Kooperationspartnern und eine noch einfachere Zusammenarbeit mit dem dortigen Texas Medical Center hat, eröffnete das Unternehmen im Mai 2012 das erste Büro in Houston in den USA. Gefeilt wird derzeit an der Serienproduktion des Laser-Katheters. „Teil 100 muss dabei aussehen wie Teil 2“, erklärt Kai Markus. Nur wenige Arbeitsschritte zur Herstellung des Katheters lassen sich automatisieren. Manche Geräte müssen zudem für die Produktion eigens entwickelt werden. Spezialkatheter für andere Anwendungen in der Herz-Kreislauf-Medizin produziert Vimecon als Original Equipment Manufacturer, also Originalausrüstungshersteller, bereits erfolgreich für diverse Hersteller. Kai Markus: „Die Begeisterung für das Unternehmertum ist nach wie vor ungebrochen.“

  

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